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Der Orient · 1845-01-29 · 5 (29.1.1845) · p. Spalte 75-76

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
5 (29.1.1845)
Date
1845-01-29
Page
Spalte 75-76 (sequence 6)
Language
German
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Kritiken. Geiger's Lehrbuch zur Mischna. 76 75 ihm/ wenn er herangewachsen sei, bekannt machen müsse, daß er Jude und daher verpflichtet sei, sich beschneiden zu lassen. Sollte er den Grundsätzen seines Vaters anhä'ngen, so sei erauch wie dieser zu behandeln. Sollte er aber blos ausFurcht vor Schmerz sich nicht beschneiden lassen und förmlich erklären^ daß er seine Sohne beschneiden lassen wolle, so solle man ihn nicht zurückstoßen. Dem Unbeschnittenen, der die Beschneidung grundsätzlich verweigere, das sei kein Zweifel, dürfe man seine Tochter nicht zur Frau geben. — Alles das von dem Vater des Unbeschnittenen Gesagte gelte auch von allen Mitgliedern des Reform-Vereins. — Uebrigens solle man denselben die Hand zum Frieden bieten, sie mit milden Worten von der Verkehrtheit ihrer Richtung zu überzeugen suchen. Man sieht, Herr L. verurtheilt blos die Grundsätze, die dem Umlaufschreiben gemäß, der Unterlassung der Beschneidung zu Grunde liegen. Seine Ermahnungen den Anhängern des Reform-Vereins weder Einfluß in den Gemeindeangelegenheiten noch in den Familien zu gestatten, wird Jeder gerechtfertigt finden, der nicht auf dem Standpunkte des R.V's. steht, . Ob der Vater untüchtig zum Zeugen und Schwören sei, übergeht Herr L. mit Stillschweigen, woraus geschloffen werden muß, daß er diese Untüchtigkeit nicht anerkennt. R. Rapaport in Prag weist nach wie wichtig die Beschneidung sei nach den Aussprüchen der h. Schrift und wie sie stets im Judenthume ausgeübt worden. Die Feier des Pesach während des ersten Tempels, die Geschichte der Makkabäer und die in der Apostelgeschichte ausgezeichneten Berichte gäben davon Zeugniß. Blos wahrend des Zuges in der Wüste sei sie aus den bekannten im Talmud angegebenen Ursachen unterlassen worden. Auch vor Moses sei die Beschneidung von Abraham an ununterbrochen geübt worden. Diese letztere geschichtliche Notiz, die übrigens fast alle Gutachtenabgeber mehr oder minder deutlich geben, ist, mit Erlaubniß des gelehrten Herrn R., unrichtig. Ausdrücklich wird bemerkt, daß die Israeliten während ihres Aufenthalts in Egypten sich nicht haben beschneiden lassen. Blos der Stamm Lewi, soll nach Midrasch Schemot RabbaP. 19 (vgl. auch Bemidbar Nabba P. 3 und P. 15) die Beschneidung geübt haben, vgl. Keritot 9 a; Jebamot 46 5 Maim. h. isure bia Kap. 13 Ans. und Jelamdnu zu P. Vehalotcha -jo nwü nx ]\\n nm nb'Bn hy nx rranh« (Fortsetzung folgt.) Kurze und Miseellen. An Herrn R. Kirchheim. (S. LB. Nr. 1.) Farissol's Plagiat aus dem 1. TheiL des fand Hr. Porges (gegenw. Direktor der Israel. Schule zu Proßnitz) schon aus dem größern Citat in Eisenmenger, und ließ mich wohl aus gleiche Benutzung des 2. Theils, den ich ausschließend seit 2 Jahren bearbeite, schließen; obwohl die von l'kmpereur zu Baba Batra (p. 10) citirte Stelle aus NO'ffs (wohl — n>TOX pD?) Kap. 2 die bekannte Controverse über enthält, welche merkwürdiger Weise im Keschet u-Magen unberührt blieb! Indem ich mir es Vorbehalte, Ihre Güte für meine Arbeit auf Privatweg anzusprechen, ersuche ich Sie für den Augenblick, die drei Zeilen über Beschneidung (ftfp fol. 19, b) gef. im LB. mitzutheilen, deren Schluß korrumpirt ist. Nach Jebam. 71 b ist wohl rum zu ergänzen? — Ich wünschte die Berichtigung dieses Passus zu meinen Bemerkungen über die Beschneidung bei den Muhammedanern, die für H. Brecher's bald erscheinende Schrift bestimmt sind. Steinschneider. 71) Lehrbuch zur Sprache der Mischna, von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner zu Breslau. Erste Abtheilung. Lehrbuch. Breslau bei Leuckart, 1845. 8. VNI. 54. (Zweiter Artikel.) (Fortsetzung.) §. 10 werden wir wieder in die Elementarschule des Alsabets zurückgeführt, wo wieder von den Änderungen der Konsonanten 'gehandelt wird. Im Ganzen wenig Neues. Richtig ist die Vergleichung von jtd by mit dem Arabischen 8unwillig sein, sich scheuen. übersetzt der Verfasser Lehm, während es Kalk bedeutet. — Ueber die zweifelhafte Orthographie von mx oder my, teuren, hätte ein tieferes Eingehen auf die Grundbedeutung von Entscheidung sein können. Ein öffentlicher, besonders gerichtlicher Verkauf geschah im Alterthum um einen in die Erde gesteckten Pfahl, lloy, hasta, tun welchen sich die Kauflustigen versammelten. Daraus bildete sich das Denominativ -jßy subhastare, welches wahrscheinlich zum Unterschied von ~,oy stehen, orthographisch in mx verwandelt worden. Indem §. 12, als bloße Einleitung zu den folgenden Paragraphen, übergangen werden kann, bemerken wir nur kurz zur Anmerkung in §. 13, daß das hebräische Sprachphänomen, wonach die Wörtchen jn, yx, ttn und -p,y Verba! sufsixe haben, durch die Worte des Vers.,, „daß die Akkusativbeziehung auch für das Sein gesetzt wird, also ebensowohl mich, wie ich bin, bedeutet" woraus der Vers, wieder!)olentlich zurückkommt, noch keineswegs erklärt sein dürfte. Denn der Begriff des Seins liegt nicht im Suffixum, sondern in den Partikeln, und hängen aufs engste mit dem Arabischen 'zusammen. Auch in diesem haben die Wörter, welche

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