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Der Orient · 1845-01-29 · 5 (29.1.1845) · p. Spalte 79-80

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
5 (29.1.1845)
Date
1845-01-29
Page
Spalte 79-80 (sequence 8)
Language
German
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Literarische Ankündigungen 80 79 gewiß sein dürfte. Nur die Gleichgiltigkeit ist schädlich, in ihr liegt der Todeskeirn; jeder Kampf führt am Ende zur Wahrheit: das ist in der Wahrheit selbst begründet. Darum zagen wir nicht, und freuen uns vielmehr des Lebens, das gegenwärtig im Judenthum vorherrschend ist. Wie viel zur Herbeiführung dieses neuen Aufschwunges die 'deutsche Predigt beigetragen hat, vermögen nur die vollkommen zu beurtheilen, welchen ein Rückblick in vergangene Zeiten gestattet ist. Gewiß ist, daß die Predigt der erste and wichtigste Hebel gewesen und gegenwärtig noch ist; durch sie wurde die Theilnahme des Volkes am Judenthum geweckt, rückwirkend übte sie wieder ihre Kraft auf die Leiter und Stimmführer und so war es und ist es noch. So ist die Predigt für das Judenthum und dessen Reformation im bessern Sinne des Wortes von Bedeutung, und wird immer von Bedeutung bleiben, und in diesem Verhältnisse muß das Verdienst bestimmt werden , welches die ersten israelitischen Prediger sich um die Religion erworben haben. Jetzt wird überall gepredigt, in Städten und Dörfern, in größeren und kleineren Gemeinden, der Weg ist gebahnt, die Gemüther sind empfänglich gemacht, was man sonst nicht kannte, ist jetzt Bedürfniß geworden; damals war es anders, die Empfänglichkeit, das Bedürfniß mußten erst geschaffen werden, und die, welche dazu beitrugen, dahin wirkten, leisteten mehr, als es jetzt auf den ersten Anblick scheint. Zu diesen Männern gehört vor Allen Eduard Kley (jetzt Direktor der israelitischen Freischule in Hamburg). Beinahe dreißig Jahre lehrte er das Wort Gottes von der Kanzel herab; allgemein wird es bedauert, daß er diesen Beruf aufgegeben, und sich ganz und gar mit der Leitung der Schule beschäftigt, die jetzt.— obgleich eine Freischule — der vorzüglichsten Realschule gleich steht, und das beste Zeugniß, ihm selbst der schönste Lohn seines Wirkens ist. Seitdem Kley die Kanzel verlassen, hat er darum noch nicht aufgehört, für sie thätig zu sein, und diese Thätigkeit durch die Herausgabe der uns vorliegenden Predigtskizzen bethätigt. In der Vorrede zu denselben sagt er, das Verlangen, das lebendige Wort Gottes zu vernehmen, ist in Israel, herrschendes Bedürfniß geworden, selbst in den kleinsten Gemeinden, ja in Dörfern. Doch nicht überall fänden sich innerhalb der Gemeinden die Geldmittel, um Prediger überhaupt zu besolden, noch, bei den Predigern, oder m Ermangelung derselben, bei den Lehrern, an welche die Forderung gestellt wird, die geistigen Mittel, um genügen zu können. Schon während meiner Amtstätigkeit ward ich von verschiedenen Gegenden und zu wiederholten Malen eingeladen, mit meinen Arbeiten auszuhelfen. Ich diente, so weit es möglich war, doch vollständige Predigten, gedruckte oder handschriftliche, konnten dem Mangel nicht steuern, die Schäden nicht heilen, oder die gute Sache weiter fördern: solches können nur Repertorien, sogenannte Magazine, woher der Bedürftige, und zwar wohlfeilen Kaufs, das Material zu seinen Arbeiten so vorbereitet und so zugeschnktten entnehmen kann, daß er mit leichter Mühe und ohne gar vieles Hinzuthun seinerseits cs selbstständig zu verarbeiten und auszuführen im Stande sei" rc. — Wir haben nach diesen Worten über den Zweck und die Bestimmung des Buches nichts weiter hinzuzufügen; eine ausführliche Besprechung desselben wäre für einen Theologen und Kanzelredner eine paffende Aufgabe; wir selbst hatten nur die Absicht, darauf aufmerksam zu machen, und wollen Andern nicht vorgreifen. Das eine sei uns nur erlaubt zu bemerken, daß durch die Herausgabe dieser Predigtskizzen gewiß sehr Vielen ein außerordentlicher Dienst erwiesen ist, angehenden Predigern wird es nützen, weil es ihnen Stoff giebt, solchen, die schon lange im Amte sind, nicht minder, denn wer ist stolz genug, behaupten zu wollen, daß er jeder Anregung entbehren könne. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren'Raum ausgenommen. [12,] Von C. L. Fr itz sche in Leipzig ist durch lalle Buchhandlungen zu beziehen: 1 ii y n m3no Salomonis Ben Abrali&mi Parchon Aragonensis Ecxieonliebraicuin, quod anno (M. 4921.) 1161 Salem! in Italia ex opcribus grammalicis: Juclae Cliajug', Abulwalidi Menyan ben G'aniiach, aliorumqtie conciiiiuwit adjecto ciusdem Parclionis compendio syntaxeos bebraicae. Nunc p.rimuin e cod. mss. edidit nolis subjeclisque illustrayit Salomo Gottlieb Stern, Bnogarus Rolioncziniis. Praemissa Mstoria grammatici apud Judaeos sludii auctore Yen. 8. L. Rapaport, Rabbino Prägens!, 4 maj. Posonii 1844. broch. Preis 2 Thlr. Inhalt des Sabbath-Blattes Nr. 5. Ahasver, der ewige Jude. -Gedicht von I. E. E. — Der ewige Jude. Aus dem Französischen. (Fortsetzung.) — Lese-Zimmer. Dr. Gotthold S a l o m o n in einer Freimaurerloge. — Extreme. Von I nk. — Vermischte Nachrich ten. Frankfurt a. M. Paris. Paris. Rom. Warschau. Berlin. Karlsruhe. Frankfurt a. M. Verlag von E. L. Fr ttz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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