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Der Orient · 1845-01-22 · 4 (22.1.1845) · p. Spalte 57-58

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
4 (22.1.1845)
Date
1845-01-22
Page
Spalte 57-58 (sequence 5)
Language
German
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57 Kritiken. Geigers Lehrbuch zur Mischna< 58 jr£D für Tivarium Thiergarten , für lsv%6g bleich, nach der itacestischen Aussprache, welche sich durchgängig in der Mischna und den Talmuden erweisen Läßt und vom Verf. nicht unerwähnt Härte bleiben sollen. — Falsch ist in diesem §. daß für griechisch und zwar für Uvtsov ausgcgeben wird, während es lateinisch ist linteum Bademantel; ferner ist nicht für fiaQyccQizrjg mit vertauschtem q zu nehmen, sondern von dem Urwert Bis §. 7 erfahren wir sehr wenig Neues: denn selbst die dem Vers, eigene Ansicht, die Mischna habe die Bibel misverstanden, ist schon ziemlich trivial. Hier wird nun behauptet, die Mischta habe aus Unkenntniß das D in “"iTO für radikal genommen, während es ein komparatives Präfix sein soll. Allein derselbe Stamm ist noch sichtbar im Worte ‘YH’O (Job. 15) für (Ewald 156. d), ferner wäre das dageschirte als Determination hier unbegreiflich. Und so vertrauen wir doch lieber der Mischna und nehmen das d für wurzelhast und erklären die Stelle mit Kimchi, daß das D komparativ hier ausgefallen, wofür es nicht wenig Analogien giebt. Der zweite Beweis von ist nicht weniger unglücklich. Diefes Wort soll nämlich nach dem Verf. eine Singularform sein, und die Mischna, welche es für einen Plural gehalten und davon den Singular he^n*) formirt, habe natürlich einen Misgriffbegangen. Außer dem poetischen, noch immer sehr problematischen niDDil in den Pr overbien dürste sich schwerlich einen strengern unabweislichen Singular auf nv Nachweisen lassen. kann möglicherweise eine doppelte Pluralform, ein pluralis pluralium sein, wie sie die arabische Sprache hat und wie wir ihn von haben. §. 8 beschäftigt sich mit den in der Mischnasprache vorkommenden Zusammensetzungen. Wenn der Verfasser blos die einfache Wahrheit aussprechen wollte, daß der Hebräismus feinem ganzen Charakter nach keine Komposition kennt, wie etwa die bildungsreiche griechische Sprache, und die modernen germanischen; so könnte man dies gelten lassen. Wenn aber daraus, daß die Mischnasprache ungleich der Bibelsprache Zusammensetzungen hat, nachtheilige Folgerungen für die erstern gezogen werden: Die Mischna hat Zusammensetzungen nur in mechanischer Verbindung", so muß das Unrichtige und Unwissenschaftliche dieser Behauptung aufgedeckt werden. Zuvörderst ist es falsch, daß die Bibel durchaus keine Komposita hat. Denn abgesehen von der durch ppft verbundenen Wörter, welche wohl füglich als Zusammensetzungen gelten könnten, abgesehen auch von den Eigennamen, die sehr häufig komponirt Vorkommen, finden sich im klassischen Hebräisch Zusammensetzungen, wie bybl, niD^N, aber auch zusammengesetzte Pronomina finden sich hin und wieder, rtftt findet sich schon im Pentateuchischen (Exod. VI, 2) im Ketib, sowie und nD^N, st daß die Mischna ihre Zusammensetzungen aus hd und \y nicht ohne Analogie hat, und keineswegs als Entartung betrachtet werden dürfen. Fer¬ *) S. Fürst's Conc. s. v., wo diese Erscheinung sprachgemäß erklärt ist. ner müßte bei diesem Thema vor einem Abschluß wohl erwogen werden, ob nicht der Status oou8tnucLu8 als starke Neigung zu Zusammensetzungen anzusehen ist, sowie die unzweideutigen Komposita mit und; yy-isb, ^N"\NvI? ^S'-N1?, , verglichen mit roD 'tt Ityw , "iDn’N mehr Beachtung verdient hätten. — Dann hätten auch die seltsamenvoces hybridae in der Mischnasprache eine Erwähnung verdient, die aus einem Griechischen und Hebe, oder Chald. Worte zusammengesetzt sind: z. B. (pny U) aus dt, und "TOy Doppelsäule; YlODH (D^D 20) aus dt und YtfD, Haspel, vielleicht auch — Plausibel ist die Bemerkung des Vers., daß ofy'D aus b'D und niN entstanden ist, aber die Herleitung von "irD, nach, aus (schon bei Ges.) an der Stelle, ist' eine Spielerei und die von hat schon Fürst im Lgb. §. 10. Die Vermischung und gleichgiltige Verwechselung der Gutturalen war in der Mischnasprache und in dem Neuhebräischen aus jener Zeit keinesweges so eingerissen, wie der Verf. darzuthun sich vergebliche Mühe giebt. Im Gegentheil legte man eine besondere Sorgfalt darauf, diese. Laute korrekt und rein zu nüaneiren, und die Galiläer wurden eben wegen der Nachlässigkeit in der Aussprache vielfach gegeißelt und von manchen synagogalen Funktionen fern gehalten. Ausdrücklich wird erwähnt, daß man die Eingebornen von Kaifa und Seythopolis — galiläischen Städten—nicht zum öffentlichen Vorbeten, zulassen soll, weil sie die Gutturalen auszusprechen nicht im Stande waren: rp'Dn wh pniD p p7p&y \3dd HD'H rna ncON ttb; mxxb pbN pJ7 (rh\)ü 24). Dem N. Chija, einem gebornen Galiläer, warf der Sammler der Mischna seine schlechte Aussprache des n vor, daß er zu blasphemiren scheine, wenn er frh '»roni ausspreche. — Wenn nun der Verf. behauptet, die beiden Gemara' s seien in Zweifel gewesen über die 2tusspräche folgender Wörter mW oder mp , pDND oder pnyo , pYtt oder jrpTy (es G -5 gehört noch hierher oder IDZ-^ £>&& buculus, penis miDD 40, py-py 43), fo irrt er gewaltig, denn hier liegt eben auch die mundartige Differenz zwischen Juda e r n und Galiläern zu Grunde. Es durste dem Vers, nicht entgehen, daß immer Nab, ebenfalls G aliläer, N efse d e s erwähnten N. Eh ij a, an diesen Stellen k las, während sein wissenschaftlicher Gegner Samuel, ein Babylonier, dessen Landsleute sich erweislich der korrekten primitiven Aussprache stets beflissen haben, die Leseart y fyat (prpj; a< a.O. nD*0ü'hwYV VI. und prpy ju @t.). Zur Entscheidung der richtigen Aussprache nicht blos der Orthographie der Wörter pDyo unb wiy wurde vorgeschlagen, einen Iudäer, Südpalästinenser hierüber zu befragen, ip^Y? min*» ’ÜS der nichts anders antworten konnte, als daß hierüber eine Verschiedenheit der Mundarten herrsche (prpy a. a. O.). Ueberhaupt ist diese Stelle sehr in-

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