Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 4 (22.1.1845)
- Date
- 1845-01-22
- Page
- Spalte 55-56 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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55 Kritiken. Geiger's Lehrbuch zur Mischna. 66 sem Dagegen zeugen nicht nur die Alten, besonders Hieronymus in prolog-o galeato folgendermaaßen: m a cc a b a e orum p r i ni u m 1 ib r um hebraic.um r e p eri, sondern es spricht, auch dagegen die hebräische Struktur des Styles. Und dieser Kirchenvater, Schüler des Juden C h a n i n a in der hebräischen Sprache, ist sür ein solches Zeugniß zuverlässig, denn .er konfundirt nicht mehr das Hebr. mit dem Ehaldäischen. — Wunderlich ist endlich in dieser Einleitung die pragmatische. Erklärung für den gänzlichen Untergang des Hebr. in Palästina, nämlich dadurch, daß Babylon in der Gelehrsamkeit das Uebergewicht erlangt hatte und sie aus Palästina verschwand. Als wenn sich das Volk m Palästina seine Sprache aus den Akademien von Pumbadita und Sura geholt hätte! Noch dazu waren die palästinensischen Schulen so lange dominirend, bis sie durch die Zerstörungen Gallus' (A. 350) geschloffen, und die letzten Lehrer R. Abin und N. Dimi sich durch bte Flucht nach Babylonien retteten. Um wie viel ungezwungener erkläre sich das Ueberhandnehmen des Aramäischen und Verdrängung des Hebräischen durch die Emigration der Akademie nach dem aramäisch redenden Galiläa, wie es oben dargestellt worden. Es kann uns jetzt nicht mehr befremden, wenn wir dieses Lehrgebäude der Mischnasprache, auf einem so unsichern und hohlen Grund errichtet, Zusammenstürzen sehen sollten. Vielleicht wird der Vers, dagegen protestiren, daß dieses Werk als Lehrgebäude austreten soll, indem es nur 54 Seiten stark ist, und 16 Seiten auf das -Literarhistorische verwendet worden. In diesem ist ein gewisser Sammelgeist nicht zu verkennen; dennoch bietet es nicht viel Neues. Interessant ist die Erklärung der Stelle n&pD .DTO'pnp^ \rh mnr OM (nS I. und jerus. zur St.) durch den Nachweis, daß das Verb, im Lalmudisch-Syrischen wie irn Samaritanischen „bange sein, fürchten", bedeutet, und jene Stelle demgemäß zu übersetzen wäre: „wenn ihnen bange ist (vor Feinden oder Thieren) dürfen sie Stöcke mitnehmen". S. 16, wo der Vers. Mainurnis Unkenntniß des Griechischen nachzuweisen sucht, begeht er selbst einen Schnitzer, er giebt das von Maimuni misverstandene durch ^XCoazog, von der Sonne verbrannt, wieder, und macht eine vox Iiybrida daraus, von Tjliog unb ustus, während es ganz einfach das griechische qliciöxov von rjhd'QcQ sonnen, an die Sonne legen, ist. — Wie man aber in das Innere dieses Lehrbuchs eingeht, tritt Jedem sofort die Unsicherheit der logischen Gliederung augenfällig entgegen, welches zur Genüge beweist, daß der Werst den Stoff nicht beherrscht hat. Anstatt eine natürliche Eintheilung anzunehmen, in innere Fortbildung der biblischen Sprachkeime und äußere Ansetzung aus fremden Elementen, und jeden Theil wiederum ineineLrichotomie zu gliedern, nach den gewöhnlichen Subdivisionen von Formen, Wörtern und Sätzen: erschwert sich der Vers, die Eintheilung ungemein durch Vermischung von inmrn und äußern Metamorphosen, zerrt daran hin und her, ohne damit zu Ende zu kommen. Eine Folge davon ist, daß der Leser dadurch ganz konfus wird, indem er von Buchstaben auf Satzkonstruktionen, von diesen wieder auf Buchstaben und Formen gewiesen, und so in einem Kreis herumgeführt wird. Wir folgen der wenn auch unlogischen Eintheilung, um die Unwiffenschastlichkeit' der Behandlung einerseits und die Jrrthümer andrerseits, ins Licht zu setzen. In §. 5 wird das Verhältniß des Hebräischen zu dem Griechischen und Lateinischen, die Korrespondenz und der Wechsel der respektivm Buchstaben behandelt. Viele allbekannte Einzelnheiten werden da ausgestellt, die jeden nur halb in dieser Sprache Eingeweihten zugänglich sind. Vergebens siehet man sich aber nach einem konstanten Gesetze um, welches dem Buchstabenwechsel zu Grunde liegt. Und doch liegt ein solches Gesetz sehr nah. — Der a eol rsche Dialekt, von welchem das Altitalische seinen Ursprung hat, so wie der Dorismus, welche beide in den kleinasiatischen Kolonien verbreitet waren, haben durch Vermittlung Syriens auf die Formation der vom Hebräismus aufgenommeneu griechischen Wörter den größten Einfluß geübt. — Der äolische Einfluß zeigt sich im Digamma der' Wo rter äolisch auch ßQodov — daraus hätte der Vers, aufmerksam machen müssen — und nOsLa^§(nicht^H'os) — lat. vestis, ursprünglich wahrscheinlich das in den mensos gebrauchte Kleid, nVU *nJD, später für Menstruation unb endlich für Periodicität überhaupt gebraucht. Der Vers, nimmt riDI für fftog und das 6 soll nach hebr. Sprachgesetzen vor # transponirt sein; allein die Endung 6 wie die Endung überhaupt, wird bei oft gebrauchten griechischen Wörtern vielmehr abgenutzt; vergl. für [iovo7tc6lr]s, D^p^D, für irzccQUKXrj’vog, das ) in dem Worte Luft, ist nicht mit dem Vers, für digammatisch zu halten, sondern als Lesemutter sür den Vokal o, wie die Syrer für ar\Q j ,p $| ( haben. 2) Der äolische Dialekt ist ferner sichtbar in der Endung p anstatt §. sür Verkäufersfalsch S. 48) "DM für ivarog Balken, ‘■tfoioQ für Schnecke, so auch für nlaG'zog falsch. — Der Dorismus manifestirt sich in der Verwechslung des l in v DIDJpJp für nälncwH'os Vitriolschwärze; auch (Daniellll) für 'ipalzriQ, Ferner in Verwandlung des y in 8 DDpD^T (DO J) gewöhnlich nvpOlÄ yl-w000x0^02, Schachtel. — Dialektisch ist ferner das Ausstößen und Einschieben eines fi und v, wie es auch im homerischen Dialekt geschieht; IM für ngdfißT] Kohl; Beweise der ^Freundschaft f. Gvfißo- -.07^, ebenso (D^HDS 69 - jerus. ibid. sec. VII für 6v{ißo%ri Pikenik; für <jpopj3sia Halfter. — Der Vers. hat an diese Erscheinungen nicht angestreift, geschweige einmal auf den Grund zu dringen. Bei der Aufnahme lateinischer Wörter kann auch noch manche Berichtigung nachgetragen werden. Das <1 wird, wie im Griechischen, durch p wiedergegeben: IMp fui* quaestor, I^DDlp für quaestionarius Scharfrichter, D'DJ'llip für quadrans 4. — Das v wird öfter durch I gegeben, und das bewiese die aspirirte Aussprache dieses Konsonanten, wie im > jerusalemischen Talmud oft nh '-) sür kd steht. So