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Der Orient · 1845-01-22 · Heft 4 (22.1.1845) · p. Seite 35

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 4 (22.1.1845)
Date
1845-01-22
Page
Seite 35 (sequence 21)
Language
German
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35 Institut gegen die Gemeinde unrecht gethan habe, nicht seine ganze Sammlung dem neuen Gesangbuche einzuverleiben, verdient schon deshalb von uns keine Erwiderung, weil Hr. Dr. Kl. hierbei Richter und Partei in einer Person vorstellt. Es geziemt uns nicht, die Bereicherung hervorzuheben, welche; die geistliche Poesie durch die 345 neuen Lieder unseres Gesangbuches erhalten hat, zu welcher namhafte Dichter beigetragen haben. Die vielfache Benutzung derselben in andern Sammlungen und Schriften. sprechen dafür. Herr Dr. Kl. betrachtet den Gegenstand freilich von einem andern Standpunkte aus. Selbst als Recensent kann er es nicht vergessen, daß wir nicht mehr als 28 Lieder aus seiner Sammlung zur . Aufnahme geeignet fanden, nachdem uns, in Folge der Übereinkunft mit ihm, freistand, eine weit größere Anzahl ohne weitere Kollision aufzunehmen. Dafür sucht er sein Buch — dem Tempelgesangbuche gegenüber — wenigstens bei seinen Schülern zu erheben, lund die Redaktion des letztem, so wie das Tempel-Institut als ungerecht in dieser Angelegenheit darzustellen. Er hat gegen uns den Vortheil, daß seine Schüler und viele Andere die Vorrede lesen, ohne von der wahren Sachlage uud unserer Widerlegung Kenntniß zu haben. Er mag sich dieses unrühmlichen Vortheils erfreuen; .die Sache bleibt dieselbe. Wir können das Urlheil in der vorliegenden Angelegenheit dem sachkundigen und unparteiischen Publikum getrost überlassen. Dieses mag nach dem Vorhergehenden entscheiden, wie gegründet die Beschwerden des Hrn. Dr. Kl. sind, und wie loyal und angemessen sein Verfahren in dieser Sache war. Wir bedauern cs seinetwegen, daß er uns zu dieser Darlegung gezwungen hat, und hoffen, nicht zur Fortsetzung dieser unerfreulichen Polemik veranlaßt zu werden. Dr M. Frankel. Dr. G. Salo m on. Dr. Jmman. Wohlwill. Um die Leser des „Orient" in den Stand zu setzen, diese Entgegnung richtig zu beurtheilen, wie überhaupt um der Wahrheit genüge zu leisten, erlaube ich mir, denjenigen der Kley'schen Vorrede herzusetzen, der darauf Bezug hat. Red. „Auch Büchlein, wie Menschen, haben oft ihre Schicksale, und nicht selten theilen der Verfasser und sein Buch gleiches Erlebniß. Dieses Büchlein, das nun in vierter Auflage erscheint, hat mit dem Herausgeber, dem es sein Entstehen verdankt , Gutes wie Schlimmes erfahren : es hat nach bestem Vermögen genützt, ist von Vielen ungehörig benutzt, ja, ausgebeutet worden; doch selten ward ihm der Lohn und die Ehre der Anerkennung zu Theil. Außer dem nun seligen Büdinger in seiner kleinen Liedersammlung hat nicht Einer, der von diesen Liedern einzelne bei besonderen Veranlassungen, oder dutzendweise n Sammlungen (Johlson'sche, Würtembergische) ausgenommen, die Quelle angegeben, woher er sie entlehnte; selbst das neue Gesangbuch des neuen Tempels, welches seinem öffentlich gegebenen Versprechen, die Verfasser der Lieder baldigst bekannt zu machen, bis jetzt noch nicht nachgekommen ist, würde vielleicht ohne mein ausdrückliches und beharrliches Verlangen ein gleiches Ignoriren beobachtet haben. Zu diesem V i e l l e i ch t bin ich um so mehr berechtigt, als in der „kurzgefaßten Geschichte des neuen Tempels", welche die Gelegenheit der 25jährigen Jubelfeier desselben erschien, und welche allerlei sonstige Geringfügigkeitcn über die Gebühr ausführlich behandelt, des frühem Gesangbuches mit keiner Sylbe erwähnt, was um so auffallender wird, da die Ueberschrift des 5ten Capitels: „n e u e s G es a n g b u ch" allerdins ein alt es, zur Ges ch i ch t e des Tempels auch gehöriges involvirt. Und dennoch waren es diese Lieder und ihre Melodieen, welche den Gottesdienst im neuen Tempel seit dessen Gründung bis zum Jahre 1833, also-Z. der Zeitdauer seines Bestehens , so erhebend, ja, be- , geisternd machten und an seinen gesegneten Erfolgen, sei es nach innen zu wahrer Erbauung der Gemeinde, sei es nach aussen zu mehr oder minder glücklicher Nachbildung gewiß eineg guten Antheil ansprechen durften. *) — Es ist hier nicht der Ort, von der Vergangenheit, ln Bezug auf dieses Büchlein des Weitern zu verhandeln; dieses bleibe etwa einer a u sführlichen Geschichte des Tempels mit pragmatischer Einsicht und von genauer historischer Wahrheit, wie wir sie hoffentlich noch von der Zukunft erwarten dürfen, oder etwa einer Geschichte der israelitischen Hymnologie, falls der neuere deutsche Cultus, wie der frühere hebräische, eine solche sich wird verschaffen können, Vorbehalten. Nur die notywendige Berichtigung einer anderwärts unrichtig gemachten Angabe, so wie das auf diese 4te Auflage Bezügliche soll erwähnt werden. 1) In der Vorrede zum Gesangbuche des neuen Tempels werden nur die beiden ersten Auflagen von 1818 und 1821 nicht die dritte von 1828 angeführt, während doch Lieder ausgenommen sind, die nur in der 3ren Auflage sich finden, wie Nr. 125 und 252, bei mir Nr. 150 und 147. — 2) Daselbst bei Aufzählung der meiner Sammlung entnommenen Lieder finden sich Nr. 290, 294, 297, welche mir nicht gehören, und die ich hiermit ihren respettiven Verfassern unbekannter Weise gern zurückgebe; dagegen muß ich die dort übergangenen Nr. 57, 288, 298, 296, 306 und 374 *) Es gereicht dem Herausgeber zur Genugthuung, — wenn anders eine Genugthuung genannt werden kann, die unfreiwillig eingeräumt werden muß, daß unter der Zahl von 417 Liedern, die das neue Gesangbuch enthält, selbst die wenigen aus dem alten darin aufgenommenen gerade diejenigen sind, welche noch immer am freudigsten gesungen und gehört werden, ja, daß sie oder nur ihre Melodieen, denen man andern Text untergelegt, zumal an den feierlichen und höchsten Festen, stereotyp einen Theil der Liturgie bilden. Das Institut hat weniger gegen den Herausgeber, mehr gegen sich selbst und die Gemeinde unrecht gethan, nicht den größten Theil oder die ganze Sammlung, wie es dem Sachverhältnisse angemessener gewesen wäre, dem neuen Gesangbuche einzu-, verleiben.

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