Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1845)
- Date
- 1845-01-22
- Page
- Seite 34 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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- 34 — gründet, anerkennen , wenn nicht auch dieses Lied bereits im. Jahre 1,812 in. Seesen gesungen. worden wäre. — Was Nr. 374 betrifft, so kommt Hr. Dr. Kl. abermals 11 Jahre zu spat, indem die richtige Angabe dieses Liedes bereits in der gedachten Berichtigung.gemacht worden ist. Mit dem Anspruch aber auf die Psalmenbearbeitung Nr. 306 steht es gar seltsam. Das Lied befindet sich allerdings in dem Gesangbuche des, Hrn. Dr. Kl.; es hat indessen weder diesen zum Verfasser, choch,haben wir es seiner Sammlung entnommen. Die Bearbeitung ist von Bensew, und befand sich schon 1816 in der ersten Auflage von. Johlson's Gesangbuch. *) Mit welchem Rechte reklamirt Herr Dr. Kl. dieses Gedicht? —- Als die schwerste Versündigung betrachtet cs Hr. Dr. Kl., daß „ die Melo di e n seiner Sammlung in der Vorrede zum neuen Gesangbuche nicht bloß verschwiegen, sondern wahrhaft geächtet werden. A Wir wollen diese Klage in ihren Theilen näher, betrachten. „.Die Melodien meiner Sammlung werden in der Vorrede, verschwiegen." Diese Melodien bestehen theils aus. älteren längst vorhandenen, theils aus solchen, die für den I a c o b s o nsichen , Tempel in Seesen und Berlin von Dr. I. A. G. Heinroth und Andern verfertigt, theils wohl aus Gefälligkeit für den Herausgeber, theils aber auch fü r fc e n hamburger Te mp elv ere in und a uf. d e ssen K osten fl) von Methfessel, Stöwing und Andern komponirt worden sind. Sie sind also nicht alleiniges Eigenrhum des Hrn. Dr. Kley. Wozu aber hätte diese Quelle in der Vorrede zum neuen Gesangbuche erwähnt werden sollen? Hat. der hier, so strenge Recensenr, hat Herr Dr. Kl. selbst in den 3 ersten Auflagen seines Gesangbuches diese Quellen der Melodien angegeben? — Er wird hierauf erwidern, daß dies bei Gelegenheit der beabsichtigten Herausgabe eines Melodienbuches geschehen. werde. Wohl! Dahin gehört auch diese Erwähnung, .und sie wird unsrerseits zur Zeit auch bei der ^Herausgabe der. Choräle zum Tempelgesangbuche erfolgen- Die uns hier zur Last gelegte Unterlassungssünde ist also keine, oder Hr. Dr. Kl. hat sich ebenfalls derselben schuldig gemacht, und hat sonach,kein Recht, uns anzuklagen. Aber „die Melodien, meiner Sammlung werden in derselben Vorrede nicht bloß verschwiegen, sondern wahrhaft geächtet." Diese „Aechtung in der Vorrede" hat keinen Sinn, da sie, nach der Erklärung des Hrn. Dr. Kt., darin besteht, daß wir, bei den, Melodien der aus seiner Sammlung genommenen Lieder/nicht, diese in der Ueberschrift als die ersten Träger,der-, selben angegeben haben, sondern das zuerst im, Buche vorkommende darnach zu singende Lied. Also im Buche selbst ist diese Sünde, begangen worden, nicht in der Vorrede. Aber Hr. Dr. Kl. beliebe nur, die zweite und dritte Auflage seiner eigenen Sammlung genau nachzusehen,, und er wird— vielleicht zu seiner eigenen Ueberraschung — finden, daß er, mit..Ausnahme eines einzigen Liedes, bei der Bezeichnung der *) Bei Hrn. Dr. Kl. erscheint es zuerst in der zw e i te n Auflage seiner Sammlung im Jahre 1821. Melodien dieselbe Neg'el beobachtet hat, die in dem neuen Gesangbuche befolgt worden ist, nämlich das zuerst nach, einer Melodie vorkommende Lied, mit der Ueberschrift „eigene Melodie" zu versehen, und alle folgenden darnach zu singenden Lieder auf dasselbe zu beziehen. Diese sachgemäße Regel ist m unserm Gesangbuche konsequent angewendet worden, weil sehr viele Melodien hier nicht auf die ursprünglichen Lieder zurückgeführt werden konnten, die sich in demselben nicht befanden. Die Hamburger Tempelbesucher kennen ihre alten Melodien schon, wenn sie auch bei einem neuen Liede Vorkommen^, den Auswärtigen aber wird ein,Lied so fremd sein wie das andere. So bekannt sind unsreTempelmelodien noch lange nicht, als Hr. Dr. Kl. zu glauben scheint, wenn er die. Melodie zu seinem „Herr, nur dir allein vertrauen", mit der „Nun danket alle Gott" zusammenstellt. Aber selbst der Schatten einer Parteilichkeit, welche sich die Redaktion in der Aechtung der frühern Tempelmelodien soll zu Schulden haben kommen lassen , verschwindet, wenn man die Art und Weise erwägt, welche hier befolgt worden ist. Die Redaktion ordnete nämlich die Lieder nach den Materien und der ihr passend scheinenden Aufeinanderfolge , und hatte dabei auf die Melodien keinerlei Rücksicht zu nehmen. Dagegen wares der rühmlichst bekannte Organist I. F. Schwenke, der die Vertheilung und Anpassung der Melodien besorgte, so wie er die noch nicht komponirten Lieder mit passenden Melodien versah, wobei es .ihm völlig gleichgültig war, von wem die Lieder herrühren ,. deren Verfasser er gar nicht kannte. An eine absichtliche Aechtung hier zu glauben, ist mehr als eine Absurdität. —Was soll .man jedoch zu dev. Klage des Hrn. Dr. Kley Alber Melodien-Aechtung sagen,, wenn man erwägt,daß von den.28 aus dessen Sammlung entnommenen Liedern d i e H ä l f t e (die Nummern 26, 38 , 57, 59, 125, 274, 288, 296, 304, 325, 335, 343 und 374 des neuen Gesangbuches) wirklich mit' der Ueberschrift „eig ene Melodie" bezeichnet sind? . Dieses Verhältniß unter einer Zahl von 417 Liedern scheint mehr eine Begünstigung, als eine Parteilichkeit zu sein. Wie soll, man das Verlangen bezeichnen,, daß die ganze Ordnung des Gesangbuches hätte verändert werden sollen,'um auch die kleine Anzahl der übrigen Lieder, die nicht einmal sämmtlich besondere. Me-, lodien hatten, voranzustellen und mit der Ueberschrift „eigene Melodie" zu bezeichnen? Ist es Verblendung, oder maaßlose Prätension, wenn Hr. Dr, Kl. bei dieser Sachlage fragt: „Was hatten diese unschuldigen Melodien (die nicht vorangestellten nämlich) verbrochen , daß i sie gezwungen wurden, wie Bastarde gleichsam, ihrer Herkunft sich zu schämen, Ehrenrechten Namen und legitimen Ursprung zu verleugnen, um sich, die wohlbekannten, als Fremdlinge in die Gemeinde einführen zu lassen?" — Herr Dr. Kl. hat ein seltsames Unglück mit seinen Klagen; sie reduciren sich — als Phantome gereizter Einbildung — entweder auf Null, oder wenden sich geradezu gegen ihn selbst. — / Die Beschuldigung des „Necensenten," daß das Tempel-