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Der Orient · 1845-01-22 · Heft 4 (22.1.1845) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 4 (22.1.1845)
Date
1845-01-22
Page
Seite 33 (sequence 17)
Language
German
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33 zeln nach ihren Nummern angegeben. — Aber dies wäre „vielleicht" ohne das ausdrückliche und beharrliche Verlangen des Herrn Dr. Kl. nicht geschehen! Von diesem ausdrücklichen und beharrlichen Verlangen weiß indeß keiner der Unterzeichneten das Mindeste. Wir-sind von Herrn Dr. Kl. eben so wenig zur Angabe der entnommenen Lieder veranlaßt worden, als von Herrn Dr. Heinemann, dessen Sammlung ebenfalls als Quelle einiger naher bezeichneten Lieder angegeben ist. Aus der eben dargelegten Genesis des neuen Gesangbuches geht aber gerade das Gegentheit der seltsamen Supposition hervor. Die Direktion hatte in ihrer gedachten Vereinbarung mit Herrn Dr. Kl. es ausdrücklich zur Bedingung gemacht, daß derselbe die Redaktion schriftlich zuder Erklärung ermächtigen sollte, die Lieder aus seinem Gesangbuche seien mit seiner Zustimmung in das neue Gesangbuch übergegangen, — ■ was auch in der Vorrede erwähnt worden ist. Also nicht die Redaktion hat sich hier einer Verpflichtung unterzogen, sondern vielmehr Hr. Dr. Kley. Wenn aber die Redaktion des neuen Gesangbuches die Verfasser der Lieder bisher noch nicht öffentlich genannt.hat, wie es allerdings anfangs ihre Absicht war: so ist sie zu dieser Zögerung durch nicht unerhebliche Gründe bewogen worden, Gründe, die Hr. Dr. Kl. entweder kennt, oder leicht hätte erfahren können. Er hat jedoch bei dieser Zögerung nichts eingebüßt, da seine eigenen Lieder in der ersten Auflage seiner Sammlung als die unbesternten, in den folgenden aber als die unter die Sterne versetzten bezeichnet, und somit als die Seinigen kenntlich genug sind. Der künftige Geschichtsschreiber der israelitischen Hymnotogie wird seine Data aus diesee Quelle zu schöpfen wissen. Die Namen der andern Mitarbeiter hat Hr. Dr. Kl. in den ersten 3 Auflagen seiner Sammlung ebenfalls „in Dunkel gehüllt;" er darf uns also ein gleiches Verfahren nicht so schwer anrechnen. Hegte nun Herr Dr. Kl. hier eine eben so unnöthige, als ungegründete Besorgniß wegen „ungehoffrer Schwierigkeiten" in der künftigen Geschichte der Hymnologie: so wäre dieselbe für die eigentlichen Mitarbeiter an dem neuen Gesangbuche, von denen -Einzelne weit mehr neue Lieder beigetragen haben, als die Zahl der gedruckten-beträgt, die aus des Hrn. Dr. Kley's Liedersammlung genommen sind, allerdings weniger unbegründet gewesen. Aber diese Mitarbeiter waren nicht so ängstlich besorgt um die öffentliche Verkündigung ihrer Autorschaft, und ihr bescheidenes Vertrauen wird nicht getäuscht werden. Die Redaktion des neuen Gesangbuches wird ihre Namen noch an einem passenden Orte nennen, wahrscheinlich bei Gelegenheit der bald erscheinenden zweit en Au fl a ge des Gesangbuches.— Hr. Dr. Kl. rechnet es ferner der Redaktion des neuen Gesangbuches als Vergehen an, daß sie in der Vorrede nur die beid en ersten Auflagen seiner Sammlung von 1818 und 1821 angeführt hat, nicht aber die dritte von 1828? Von 1828? Ei, ei! „Schreibt man so Geschichte des Tages auch unter uns?" Die dritte Auflage ist, wie wir oben gesehen haben und man auch auf dem Titelblatt lesen kann, bereits 1827 erschienen, und zwar schon im Frühling.' Es ist dem Hrn. Dr. Kt. hier ein Gedächtnis'- oder Schreibfehler entfahren, dessen wir nicht einmal erwähnen würden, wenn er uns nicht selbst Druckfehler, wie wir sehen werden, als Verbrechen zur Last legte. Wenn wir aber in der Vorrede des Tempelgesangbuches die erste und zweite Auflage der Sammlung des Hrn. Dr. Kl. als solche bezeichneten, welche im Tempel benutzt wurden, — konnten wir dieses auch von der dritte n Auflage sagen, die, wie wir nachgewiesen haben, mit ihren hinzugekommenen 20 neuen Liedern gär nicht in den Tempel officiell zugelassen wurde? — Bei der Anführung der einzelnen bereits gedruckten Lieder war es ganz überflüssig, irgend eine besondere Auflage zu bezeiches war vollkommen hinlänglich, die Herausgeber der Sammlungen zu nennen, — was auch geschehen ist. — Bei dieser ungerechten Beschuldigung hat die Nemesis den Hrn. Dr. Kl. dadurch bestraft, daß sie ihn in der Schreibung seiner eigenen Geschichte irre führte und gegen seine eigene Forderung handeln ließ. Aehnliches wiederholt sich in der Recension fast bei jeder Behauptung. — . Als ein nicht geringes Vergehen betrachtet es Herr Dr. Kl. weiter,'daß in der Vorrede zum neuen Gesangbuche, bei der Aufzählung der seiner Sammlung entnommenen .Lieder, sich die Nummern 290, 294 und 297 finden, die ihm nicht -gehören, wogegen er die Nummern 288, 293 und 286 ansprechen müsse. Das diese Verwechslung durch einen Druckfehler entstanden ist, haben wir gleich nach dem Erscheinen unseres Gesangbuches 1833 angezeigt und berichtigt. (Siehe: der Jude, von Dr. G. Rieß er. Band 2. S. 167.) Die Berichtigung befindet sich in einer Zeitschrift, .die Hrn> Dr. Kl. nicht fremd geblieben sein kann. Dessen ungeachtet rechnet uns derselbe noch nach 11 Jahren die berichtigten Druckfehler als „ eine Fahrlässigkeit an, durch welche wir uns gegen Mit- und Nachwelt versündigt haben," und die in einem Schulbuche — vermutlich zürn abschreckenden Beispiel für die Jugend — gerügt werden mußte! — Aber 3 der Sammlung des Hrn. Dr. Kl. entnommene Lieder sind theils Andern beigelegt, theils gar nicht angegeben, nämlich Nr. 57, 306 und 374. Hier hat also wirklich eine „Versündigung gegen Mit - und Nachwelt" Statt gefunden, — Nr. 57 ist die Uebersetzung des bekannten Adon Olam, welche in der Vorrede zum neuen Gesangbuche unter den der Heinemann'schen Sammlung von 1816 entnommenen Lieder aufgeführt wird, (die erste Auflage der Lieder des Hrn. Dr. Kl. erschien erst 1818) während — diesen bittern Vorwurf müssen wir dafür hören — eine sachkundige Redaktion hätte wissen können, daß diese Übersetzung schon 1813 in den Erbauungen von Kley und Günsburg erschien.. Die Unterzeichneten bekennen, daß sie ihre Erbauungen niemals aus diesen Erbauungen geschöpft haben, und würden die „namentliche" Reklamation der Uebersetzung des Adon Olam als ge-

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