Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1845)
- Date
- 1845-01-22
- Page
- Seite 32 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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32 durch das im Mai b. S. erschienene gedruckte (Zirkulär der Kommission/ mit der Unterschrift des Hrn. Dr. Kley versehen, welches der Direktion zufällig, und nicht auf offieiellem Wege, erst im Oktober zugekommen ist, völlig aufgehoben worden und allen weitern Werth für den Herrn Dr. Kl. verloren haben, indem es in diesem Cirkular Ln extenso heißt: „„Die Unzulänglichkeit des bisher im Tempel gebrauchten Gesangbuches, 130 Lieder enthaltend-, ist fühlbar; es fehlt ihm M a n n i g f a l t i g k e i t und A n s p r a=. che für alle gottesdienstlichen Verhältnisse. Dieser Mangel hat die Direktion bewogen, für die Verfertigung eines vollständigen Gesangbuches zu sorgen. Zu diesem Zwecke hat sie die Kommission erwählt und dieselbe mit der Redaktion und Herausgabe des neuen Gesangbuches beauftragt. (Unterzeichnet als Redaktion und Herausgeber des neuen Gesangbuches: Dr. M. Frankel, Dr. E. Kley, M. Robinow, Dr. G. Salomon und Imm^ Wohlwill.)"" -- daraus also hervorgeht, daß sich im Mai v. I. eine Redaktion und Herausgeber des neuen Gesangbuches, aus fünf Personen bestehend, dem Publikum angekündigt haben, zu denen Herr Dr. Kl. mitgehört, — mithin ist die im März v. I. von der Direktion intendirte Redaktion, durch Einwilligung derselben Männer um drei Personen unwiderruflich erweitert; -- da ferner aus dem Cirkular hervorgeht, daß Herr Dr. Kl. mit seiner Unterschrift ein neues Werk angekündigt, das Seinige aber als unzulänglich erklärt, wodurch also der im März eingegangene Vertrag, dasselbe Werk a l s F o r t se tz u n g des S e i n i g en u n t e r gewissen Bedingungen.^erscheinen zu lassen, nicht weiter aufrecht gehalten werden kann, sondern de facto aufgehoben ist; >— da endlich aus der ganzen Verfahrunasweise des Hrn. Dr. Kl. die unleugbare Intention hervorgeht, durch eine sich geltend machende Empfindlichkeit und Aeberschätzung seines Werthes nicht allein die Arbeiten der Kommission zu hemmen, sondern auch die Direktoren durch stete Reibungen zu stören, es also gerathen sei, sein Ausscheiden (aus der Kommission) zu bestätigen und in Gemäßheit des Antrages des Herrn Robinow zu verfügen, — — beschlossen wie folgt: „Art. 1. Der Herr Dr. E. Kley ist auf sein Ansuchen und auf den abgestatteten Bericht des Herrn M. Robinow, als Präses der Kommission für das neue Gesangbuch, aus dieser Kommission entlassen. „Art. 2. Der Beschluß vom 28. März 1827 ist, insofern er den Herrn Dr. Kl. betrifft, aufgehoben. (Dieser Beschluß ist auch in Beziehung aus den Herrn Dr. G. Salomon in einer der nächsten Sitzungen in Übereinstimmung mit dem ergangenen Cirkular zu bringen, und insofern er diesem widerspricht, aufgehoben.) „Art. 3. Das abgegangene Mitglied der Kommission soll durch kein neues ersetzt werden, sondern die bisherigen vier andern Mitglieder der Kommisfion bilden fortan die Kommission für das neue Gesangbuch und setzen ihre Arbeiten ununterbrochen fort. „Art- 4. Dem Herrn Dr. Kley, sowie der Kommission, soll dieser Beschluß insinuirt werden, dem Erster» aber nur der 1. u, 2. Art., und erklärt die Direktion diese Angelegenheiten Beziehung auf den Herrn Dr. Kley, ganz in Gemäßheit seines Schreibens, als völlig erledigt, ohne daß darauf weder schriftlich noch mündlich eingegangen wird." So verblieb diese Angelegenheit, bis ein Mitglied der Kommission, Dr. Frankel, im Oktober 1832 in das Kollegium der Tempetdirektion trat. Es gelang demselben, um das gute Einverständniß zu fördern und der Anstalt eine ruhige Wirksamkeit zu erhalten, schon im Januar 1833 eine Ausgleichung der Gesangbuchsangelegenheit mit Herrn Dr. Kley zu bewerkstelligen. Dieser erhielt als Entschädigung für den Nachtheil, daß seine Liedersammlung bei dem Gottesdienste im Tempel nicht ferner gebraucht werde, von der Tempelverwaltung eine K o n v e n t i o n a l su m m e und übernahm die Revision der aus seinem Buche gewählten Lieder. Es wurde hierbei festgesetzt, bei der Herausgabe des neuen Gesangbuches ausdrücklich zu erwähnen, daß die Lieder aus dem Buche des Herrn Dr. Kl. mit d es fe n Bewilligung ausgenommen worden sind, welche Bewilligung schriftlich zu ertheilen derselbe sich in der Sitzung vom 26. Januar verbindlich machte. In Folge dieser Stipulation entsagte Herr Dr. Kl. allen weitern An- und Einsprüchen, die, sich aus die Lieder beziehen, welche aus seiner Sammlung in das neue Gesangbuch übergehen werden, und diese Angelegenheit sollte nunmehr als gänzlich erledigt zu betrachten sein. — ■ Wir haben geglaubt, das Verhältniß des Herrn Dr. Kl. zu dem neuen Gesangbuche an der Spitze unserer Entgegnung auf seinen unerwarteten Angriff darlegen zu müssen, um das Publikum, vor dessen Forum Herr Dr. Kl. nunmehr die Sache gebracht hat, in den Stand zu setzen, dieselbe im rechten Lichte zu sehen. Weder die Redaktion des Gesangbuches, noch die Direktion des Tempelvereins, hat das Urtheil der Unparteiischen zu scheuen, und die Unterzeichneten können getrost an die Erörterung der einzelnen Beschuldigungen in der Vorrede des Recensenten gehen, wie sich Herr Dr. Kl. selbst in seiner Vorrede bezeichnet. . . Gleich auf der ersten Seite, wo Herr Dr. Kl. über ungehörige Benutzung und Ausbeutung seiner Lieder, sammlüng klagt, behauptet er, selbst das neue Gesangbuch des neuen Tempels würde vielleicht (!) ohne sein ausdrückliches u n d b e h a r r l i ch e s Verlang e n ein gleiches Ignoriren der Quelle, wie die Iohlson'sche und Würtembergische Sammlung, beobachtet haben. Eine seltsame völlig aus der Lust gegriffene Behauptung! In der Vorrede zum neuen Gesangbuche ist nicht nur erwähnt worden, daß die Liedersammlung des Hrn. Dr. Kt. im Tempel vom Anfang an benutzt worden ist, sondern die derselben entnommenen Lieder werden daselbst, wie die aus andern Sammlungen entlehnten, ein-