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Der Orient · 1845-01-22 · Heft 4 (22.1.1845) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 4 (22.1.1845)
Date
1845-01-22
Page
Seite 30 (sequence 11)
Language
German
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30 beispielsweise den Artikel über die Einweihung des neuen Tempels zu Hamburg im Journal des Döbats vom 14. Sept. 1844.)" Nun wohl! Wir wollen dem Herrn Dr. Kl. ein Stück Geschichte geben, wie er sie selbst S. IV. verlangt, „mit pragmatischer Einsicht und genauer historischer Wahrheit", und damit einen Beitrag zur „Geschichte der israelitischen Hymnologie". Wir bedauern aufrichtig, uns dazu genörhigt zu sehen; aber wir haben den Streit nicht provocirt, und müssen ungerechte Beschuldigungen abwehren. Die erste Auflage des von Hrn. Dr. Kl. herausgegkbenen Gesangbuches erschien 1818 unter dem Titel: „Religiöse Lieder und Gesänge für Israeliten". Sie wurden bei dem Gottesdienste des in demselben Jahre eroffneten neuen Hamburger Tempels um so bereitwilliger benutzt, als die Sammlung zugleich die Lieder enthielt, welche früher (schon seit 1811) in dem Iacobson'schen Tempel zu Seesen und später (seit 1815) in Berlin gesungen wurden. Die wiewohl nur kleine Sammlung (sie enthielt nur 75 Nummern, von denen viele schon in der Sammlung „relig. Lieder" — Kassel 1816 — abgedruckt waren) war auch aus dem Grunde für den neuen Gottesdienst geeignet, als der Tempelchor aus Schülern des 4>rn* Dr. Kl. bestand, die dasselbe Buch auch in der Schule benutzten. Die zweite Auflage brachte 1821 schon 130 Nummern. Auch diese wurde im Tempel benutzt, obgleich eine nicht unbeträchtliche Zahl von Liedern nicht gesungen wurde. Herr Dr. Kt. hatte beide Auflagen allein redigirt und ohne Uebereinkunft mit der Direktion besorgt; sie waren auf seine Kosten und zu seinem Vortheil veranstaltet und im Tempel nur provisorisch gebraucht, keineswegs aber von der Direktion als Tempelgesangbuch sanktionirt und eingerführt. In allen spätern Verhandlungen über dieses Buch wird dasselbe 'als ein blos p r o v i sori s ch e s, bisher im Tempel gebrauchtes bezeichnet. Selbst Herr Dr. Kl. spricht in einem Schreiben an die Tempcldirektion unter dem 2. Juni' 1826 von der zweiten Auflage als einer solchen, die „bei dem Gottesdienst des neuen Tempes bis jetzt gebrauchte Gesänge" enthalte. In diesem Schreiben trägt derselbe der Direktion des Tempelvereins den Verlag seiner Liedersammlung zum Behuf einer dritten (mit 20 Nummern vermehrten) Auflage gegen eine von ihm bestimmte Summe an, unter andern mit der Bedingung, der Freischule ihren Bedarf von Gesangbüchern zu- Zdes bestimmten Preises zu überlassen. „Die fernere Herausgabe würde alsdann unter Autorität des neuen Tempelvereins geschehen". Die Direktion lehnte jedoch am 19* Juli „den Ankauf irgend eines Buches zum Verlage, als ihrer Würde widersprechend", ab. Da das bisher gebrauchte Gesangbuch sich unzureichend für die Bedürfnisse des Instituts gezeigt hatte, so wurde schon in derselben Sitzung darauf angetragen, „sachkundige Männer aufzufordern, Gesänge für den Tempel zu dichten, die gesammelten einem sachverständigen Konnte zur Prüfung zu übergeben, und die rvon der Direktion alsdann angenommenen als Gesänge des neuen Tempels zu sanktioniren." Am 5. November desselben Jahres ernannte die Direktion eine Kommission zur Redaktion und Herausgabe eines neuen Gesangbuches; diese sollte nicht nur über die Zulässigkeit der eingehenden Gesänge zu entscheiden haben, sondern in ihren Verhandlungen über die aufzunehmenden Lieder von der Direktion unabhängig sein. Die Kommission war gebildet aus den Predigern Dr. Kley und Dr. Sal omon, den Doktoren Frankel und WohlwilL und dem Mitgliede der Direktion Herrn M* Robinow, welcher der Kommission präsidiren sollte. Gleich in den ersten Sitzungen der Gesangbuchskommifsion wurde beschlossen, daß das neue Gesangbuch, in Gemäßheit der Aufgabe, zwar aus neuen Liedern bestehen sollte, daß jedoch auch die hier und da bei dem israelitischen Gottesdienste gebrauchten Gesänge, sowie geeignete schon vorhandene Psalmenbearbeitungen zur Auswahl benutzt werden könnten. Es wurde hierbei festgesetzt, nur neue Lieder auf Verlangen zu honoriren, nicht aber bereits gedruckte, indem diese als Gemeingut betrachtet und in verhältnißmäßig geringer Anzahl jeder Sammlung ohne Weiteres rechtlich einverleibt werden dürften. Ein Buch, dem einige Fragmente, oder einzelne Stücke, entlehnt werden, verliert dadurch keinesweges seinen selbstständigen Werth. Das galt auch von der Liedersammlung des Herrn Dr. Kl.; sie verlor durch das neue Tempelgesangbuch nur eine Quelle des Absatzes, die dem Herausgeber eine Reihe von Jahren offen stand, aber durch keine Uebereinkunst zugesichert war. In Folge dieses Beschlusses zeigte Herr Dr. Kl. dem Präses der Kommission in einem Schreiben vom 23. Novbr. an, „daß, da er durch den Beschluß der Kommission, keine gedruckte Gesänge zu honoriren, sich in seinem Interesse als Herausgeber eines Gesangbuches beeinträchtigt finde, er sich entschlossen habe, aus dieser Kommission gänzlich zu scheiden". Die Direktion nahm von diesem Schreiben keine Notiz, weil Herr Dr. Kl.", der von ihr als Mitglied der Kommission gewählt war, ihr keine Anzeige von seinem Austritte gemacht hatte (was er schon als angestellter Prediger hätte thun müssen), trug aber Herrn Robinow auf, Hrn. Dr. Kl. zur fernem Theilnahme an den Arbeiten der Kommission zu vermögen. Dieser erschien später wirklich wieder in den Sitzungen der Kommission, ohne daß diese die Motive der Sinnesänderung kannte. Herr Dr. Kl* hatte aber im März 1827 „in Folge einer Unterredung mit dem dermaligen Präses der Direktion", die der- Kommission als solcher fremd gebliebene Zusicherung erlangt, 1. daß das neue Gesangbuch das literarische Eigenthum der beiden Tempelprediger werden soll; 2. daß die beiden' Prediger autorisirt sind, sich als Redaktoren und alleinige Herausgeber des Gesangbuches zu nennen; 3. daß im Falle aus der bis jetzt im Tempel benutzten Liedersammlung des. Herrn Dr. Kl. von der Kommission 40 bis (!) 60 Lieder für das neue Gesangbuch benutzt werden sollten, di e ses Gesangbu ch n ur als eine Fortsetzung des Gesangbuches >des Herrn Dr. Kley zu be-

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