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Der Orient · 1845-01-15 · 3 (15.1.1845) · p. Spalte 45-46

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
3 (15.1.1845)
Date
1845-01-15
Page
Spalte 45-46 (sequence 7)
Language
German
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45 Studien. Kurze Notizen und Miscellen. 46 keine Stelle, wo der Sabbat von Jemand angetastet wurde, denn selbst beim &snpDn DP pD wurde nicht erlaubt, den Sabbat zu entweihen (stehe Jebam. 6a). Sollte Herr H. in Betreff der Festtage auf (3.' 16. hindeuten, so ist er Ln Irrthum gerathen, indem dort nur die Namen der Monate, nicht aber die Festtage verändert wurden (stehe 3.22Q»*-,py) 3t£/n .vb ,.1-iwrb |D’Jo dwoh j'jo Nuy ruw noi'1 TW N“? taiS' , DOtpDD niÜD mNW hin wb ,/?b mirn atron 121 2. Behauptet er (Seite 24—26) in Bezug auf den Tal- Klub: -pnyb EQ" „daß im Messias-Reiche die Cerernonial-Gefttze keine Geltung mehr haben, und dürften sie schon allmächtig schwinden", so hat er diese Stelle nicht richtig aufgefaßc, indem aus (61. mj) ausdrücklich zu ersehen ist, daß dieser Satz nur auf: „nach Auferstehung der Todten" hindeutet, daß man nämlich einen Todten mit ankleiden darf, weil dann keine Gebote geltend sind, mit Bezug aus den Vers: □'TIDE,, d. h. nDttf )VO, n^DH p ’ßysn nach dem Tode wird der Mensch von den Gesetzen befreit. Nach Auferstehung der Todten werden allerdings keine Gesetze nothig fein 5 denn wenn keine Leidenschaften da sind, wozu j^on xh rßnn xb u. s. w. Das zweite Wort, welches er aus dem Talmud ansührt ^rp anyiorj findet sich nicht im Talmud, sondern im rni Nlp^l, welches aber erst nur durch Gottes Wort selbst geschehen soll (siehe 3. 16 Dnpy). 3. §eiT H. schließt mit den Worten: „Der Talmud hat recht." Warum übersieht er die vielen Stellen, wo der Talmud beweiset, daß alle Gebote, die nicht p)>0 n^bn sind, nie aufhören dürfen (siehe 37 pttfrip), unt> ö'wav cug ^em Vers: „zu allen Zeiten, so lange wie Ihr auf diesem Erdreiche leben werdet" (5. Buch Mos. 12, 1.). Wie kann also Herr H. (Seite 26) behaupten: der Talmud hat nicht nur ■piO nr^nn abgeschafft, sondern auch einen gutenTheil der übrigen Gebote." Ich) behaupte, daß Herr H. nicht eines aufstellen kann, wo der Talmud etwas abgeschafft hatselbst die Gebote, welche zum heiligen Lande gehören, sind nicht abgeschafft worden, sondern sie können nicht erfüllt werden, weil wir das Land nicht besitzen. Im Gegentheil sagt der Talmudist., *rnyb ntanpi nnypb ntcnp ruwan nwnp 3 wenn wir demnach die Ertaubniß hätten, in Palästina selbstständig zu handeln, so würden wir auch jetzt verpflichtet sein, die Opferdienste u. dgt. zu verrichten, siehe {d mmi ms n cam unt> ® dort. 4. Der große Weltweise Mendechsohn sagte: Gott habe durch Offenbgrung seine Gesetze gegeben, diese Gesetze seien unabänderlich bis er, durch eine neue Offenbarung sie zurücknehme." Diesen gediegenen Satz erklärt Herr H. (Seite 27) für unklar, mit Erwiderung : „Die allgemeineUeberzeugung eines Jahrhunderts ist auch eine Art Offenbarung." Wenn diese Offenbarung der ersten gleichen soll, so müßte nach solcher Auffaffung die erste nicht göttlich, sondern natürlich von einem Menschengeist gewesen sein, so wäre diese Meinung als DWH P mro *)DP zu betrachten. Sind wir aber fest in unserem religiösen Glauben, daß unser Mueres Kleinod: die Thora von Gott.selbst gegeben ist, so kann sie keiner als Gott selbst wieder aufheben, indem die Aufhebung einer Gesetzgebung dieselbe Kraft haben muß, als^.deren .Einführung. (Siehe 3. 19 nnpy) 6. Seite 11 erklärt Herr H. r „Er habe nie gefunden, daß das Messias-Reich sollte herbcigeführt werden durch solche von Gott begabten Menschen." Ich erinnere ihn an Jesaja 11 und 42 in 52.13, ferner: amby JOCC0 obo IN) üb-yb und D'-IJJ) D’D km). 6. Meint Herr H. (Seite 7), daß die Schilderung der Propheten nur Bilder sind, und wenn Zacharia sagte: Ich lasse zusammentreten alle Völker zum Krieg gegen Jerusalem" und erklärt (Seite 21.), daß dies aufden Kampfgegen die Lehre Gottes hindeute, frage ich: „Wie hat es Jesaja gemeint, wenn er 200 Jahre vor Cyrus' Geburt prophezeite, daß chersclbe der Messias zum zweiten Tempel sein würde, war dies auch nur bildlich? Wenn alle Propheten den Untergang Jerusalems und die Zerstreuung der Israeliten vorher ankündigten, war dies auch nur ein Bild? Dann müßte also Jerusalem und Tempel noch stehen, die Israeliten dort verblieben sein. Folglich muß Alles im Ernst gemeint sein, und eben so auch die Prophezeihung Hesekiel's, der den Gog und Magog (eben so wie Jesaja den Cyrus) namentlich nannte, sich genau erfüllen, als alle vorher verkündeten Unglücksfälle wörtlich emtrafen! Hieraus erhellet um so dringender, daß auch alle '.Messias- Verheißungen buchstäblich in Erfüllung', gehen müffen, wie auch der Talmud (nM *])D) beweiset. Was halt der Herr H. von der Auferstehung der Todten, die die Propheten verheißen, und welche der Glaube aller Konfessionen ist? Ware dieses auch nur ein Bild? — 2n den Worten liegt freilich eine subtile Verläugnung dieses Weltglaubens! Kali sch er. Kurze Notizen und Miseellen. In der neulich erschienen Schrift: „Literaturhistorische Mittheilungen über die ältesten hebräischen Exegeten, Grammatiker und Lexikographen, nebst hebräischen Beilagen von Leopold Dukes, wird die Stelle aus dem Juchasin, die Hillel'- sche Bibel betreffend , wörtlich in einer Anmerkung, Vorwort Seite 6, gegeben und oben im Texte deutlich übersetzt, welche llebersetzung aber ein durchgängiges Mißverständniß der Stelle enthält. *npj “itsw nniw ny:nt*n idd dpd inwi jn) bbil Dn)N nro&tf wird übersetzt: „damals führte man von dort aus die Bibel, welche man nannte die Bibel, die R. Hillel geschrieben hat"; anstatt daß es heißen müßte.:

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