Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1845)
- Date
- 1845-01-15
- Page
- Seite 23 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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23 haben würde; nichtsdestoweniger aber 'müsse er den Befehl des Pascha's vollziehen."" So schmachtet nun mein Sohn in Nablus, ohne Subsistenzmittel, ohne Obdach und ohne Kleidung, und schleppt sich von Haus zu Haus, von Hütte zu Hütte, um ein Stückchen Brod zu erhalten. Hat man je etwas Aehnliches vernommen, daß Israeliten gegen Israeliten auf so barbarische Art wüthen, gegen einen Mann wüthen, dessen einziges Verbrechen darin besteht, für seine armen Landsleute und Glaubensgenossen als .hierzu gewählter Abgeordneter eine mildthätige Unterstützung erhoben zu haben. Ich bitte Dich daher dringend, diese Sachlage auf jede mögliche Weise zu veröffentlichen, damit sich vielleicht ein mitleidsvolles Herz der unschuldig Verfolgten und der einer tyrannischen Macht Preisgegebenen erbarme. — Richte dein Antwortschreiben an .... . aber auf eine vorsichtige Weise, damit dein Schreiben nicht in die Hände derjenigen falle, die dazu besoldet sind, alle Briefe aufzufangen und zu erbrechen, und wenn es ihnen di ent, solche dem Adressanten vorzuenthalten." mp1? , onmn nnp1? nrb ddy? nt n , urh jm M EQ' dm , arpfyn njnD xbw doin Z ifyn i'b mwnn yMn &b) ohux nron dwd nron yw jöin niw niyyrw yniD ok p by jND^in nwo jorn in wm nan nan^nun^ * DD gez. Mussa Turgeman, Rabbiner der afrikanischen Gemeinde zu Jerusalem." Wir haben es gewagt, den Namen dieses unglücklichen Greises hier zu nennen. Wir machen Sie aber, frommer, gottesfürchtiger Nasi, dafür verantwortlich, und wir nehmen dazu Himmel und Erde u. das gesammte Israel zu Zeugen, wenn Sie durch Ihre so oft bewährten, ebenso niederträchtigen als abscheulichen Mittel es diesem Greis entgelten lassen sollen, auswärtige Hilfe gegen Ihre Satelliten gesucht zu haben. Jedes Haar, das demselben gekrümmt wird, falle auf Ihr ohnehin mit Schuld und Schmach beladenes Haupt zurück. — Fahren Sie weiter^fort, auf solche Weise den Greisen die stützende Hand ihrer Kinder zu rauben, oder, was dasselbe ist, wissentlich rauben zu lassen; stützen Sie noch ferner die Tyrannei und den Fanatismus, und drücken Sie jede Regung des Bessern gewaltsam nieder. Ihr Werk wird Sie nicht überleben — und wenn einst Palästina sich aus seinen Trümmern erheben, wie in den Tagen unserer Vorfahren wieder erstehen und Kultur und Gesittung dort Eingang finden werden, wo jetzt nur Sittenlosigkeit, 'Dummheit, Müßiggang und Gewalt das Zepter führen, dann wird Ihr Name neben denen genannt werden, die Israel von jeher als die seiner Dränger verfluchte. — Die Unsterblichkeit eines Pharao, eines Neb ukad n ezar, und eines Ha man wird der schimpfliche Lohn Ihres Treibens sein! Amen. Raphael Kirchheim. Nachwort. Man hat es uns in einem Tendenzblatt, das in dünkelhafter Einbildung unserem Jahrhunderte voranzuleuchten wähnt, zum Vorwurfe gemacht, daß wir wie ein Chamäleon die Farbe wechselten, indem wir bald gegen den Chasidäismus eines Lehren und bald gegen den Reformverein zu Felde ziehen, woraus wir hiermit entgegnen, daß, wer zu irgend einer gewissen Fahne geschworen, diese sowohl gegen gerechte als gegen ungerechte Angriffe vertheidigen muß. Wer hingegen keiner Partei sich blindlings ergeben hat, und unabhängig von der wandelbaren Richtungen der Zeit seine eigene, freie Meinung vertritt und behauptet und auf jeder Seite mit unverblentem Auge Wahrheit von Lüge und Recht von Unrecht unterscheidet, der darf und muß von der einen Seite das in seinen Händen befindliche Truggewebe, zur Schmach und Schande seiner im Finstern schleichenden Urheber, als schützende Vogelscheuche aufstellen, damit der keimende Saame wahrer Religio sität — die mit wahrer Aufklärung identisch ist — , nicht aus den Fluren des Iudenthums von umherflatternden und wegirrenden Vögeln zerstört werde. Ebenso muß er auch auf der andern Seite den finstern Chasidäismus bekämfen, der von einem so gefährlichen Manne wie Herr Lehren, repräsentkrt ist. Der Chasidäismus ist der Auswuchs der Orthodoxie, der Reformverein der Auswuchs der modernen Aufklärung; diesem den. Eingang in das Judenthum zu wehren und jenen aus demselben hinauszuwerfen, ist die Pflicht Aller, die das Fortbestehen eines positiven, historischen und bestandesfähigen Iudenthums wünschen. Jeder ist hierzu berufen; möge er reich oder arm, ein Rabbiner oder ein Gelehrter sein, wenn er nur mit Aufrichtigkeit und Wahrheit den Kampf führen will. Noch müssen wir den vorgebrachten Jrrthum zurückweisen, daß wir in Hrn. Lehren auch die Orthodoxie bekämpfen wollten, wogegen wir feierlichst protestiren müssen; Herr L. ist zwar ein reicher Mann, und manche mögen ihn auch fromm nennen; im Uebrigen verdient er aber keineswegs die Ehre, daß ein Angriff auf ihn auf die Orthodoxie zurückfalle. An der Börse mag wohl seine Stimme von einigem Gewicht sein; im Judenth um aber steht seine geistige Macht tief unter Null, und nur geistige Kraft ist in unfern Tagen von Gewicht. Urkunde. Der Kaiser Karl VI. unterschreibt eine Urkunde in Betreff eines Streites in der Prager Gemeinde, als im Jahre 1718 eine Rabbinerwahl vorgenommen werden sollte. Die Urkunde entscheidet zu Gunsten des berühmten Rabbi David Oppenheimer, dessen Bibliothek in der jüdischen Literaturgeschichte so unvergeßlich wurde. Wien, 19. Septbr. 1718. Wir Karl der Sechste von Gottes Gnaden, erwählter