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Der Orient · 1845-01-15 · Heft 3 (15.1.1845) · p. Seite 22

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 3 (15.1.1845)
Date
1845-01-15
Page
Seite 22 (sequence 11)
Language
German
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22 Tyrannei in Palästina. (Schluß.) Wir und noch viele andere aschk. und ~fef. Rabbknen protestiren hiermit feierlichst gegen den erwähnten Beschluß jenes Dreibundes, und ein solcher ist,'als zum Nachtheil des Allgemeinen, null und nichtig. Wir bitten demnach, daß Sie sich durch jene Einwendungen nicht von Ihrem edlen und hochherzigen Vorhaben abhalten lassen mögen; denn die Absichten jener Menschen stehen mit dem Gemeinwohl im Widerspruch. Sie edler Herr, können auf keine andere Weise besser für uns wirken. Mögen Sie nur den Anfang machen, und wir werden Ihnen mit allen unseren Kräften stützend zur Seite stehen. (Folgen die Unterschriften.) NB. Die Bittsteller fürchteten die bekannte Diskretion des gottessürchtigen amsterdamer Nasi — daß er etwa, um die chasidaische Lugend des Denuneirens auszuüben, ihre Namen seinen Helfershelfern und Henkersknechten angeben und diese zur Rache gegen die Unterzeichner auffordern möchte — was hinsichtlich der Unterzeichner des bekannten Absetzungsdekrets der Fall gewesen. Wir dürfen daher die Namen nicht beifügen, ifi&nsnn üb) 'wm w mo pn, nw dipjjddwd ,'nwinn idd-idjw HD -M ">3wn (pmn) nn orrn1? rvQp) by (]T\xh) onrfc *ohd iniw aroa DnDinnn nw vyn 'mhyn üwnn w p by — ,“own sS Pdd1? »n?a m * noinou;wm") Ueber die Fortsetzung dieser Schandtaten berichtete der unglückliche, greise Vater, R. Mussa Lurgeman, Ln seinem Schreiben an Herrn L. H. Löwenstein, TID3 hüid nmiN nnn rw , ddh, Folgendes: Mit Bezugnahme auf den Inhalt des Bittschreibens an Sir Moses Montesiore, so weit solches die Haftnahme seines Sohnes betrifft, fährt Herr Mussa Lurgeman folgendermaßen Ln der Erzählung fort: „Nachdem mein Sohn sechs Monate lang an körperlichen Leiden darniederlag, war der Rachedurst unserer Feinde noch nicht gesättigt, und das Triumvirat brachte seine weitern Rachepläne zur Ausführung, indem es seine Vertreibung aus Jerusalem verfügte, zu welchem Behuf es sich durch die oft bezeichneten Mittel vom Pascha einen Verweisungsferman auswirkte. Der Pascha wurde auch mit der Unwahrheit berichtet, mein Sohn sei ein türkischer Raja und stehe daher außer dem Schutze der europäischen Konsulate. Er wurde daher gefesselt und nach Nablus transportirt, von wo ich lange Zeit ohne Nachricht von ihm blieb. Obwohl selbst kränklich und leidend, schleppte ich mich dennoch zu Pinsker hin und machte ihm deshalb Vorstellungen, wie er als Vekil für die, Oesterreicher für die Verhaftung und Fortführung meines Sohnes, dessen österreichischen Paß er doch in Händen habe, geschehen lassen könne. Pinsker entgegnete hierauf: er kümmre sich um diese Angelegenheit nicht weiter, es wöge mit meinem Sohne geschehen, was da wolle. Viele aschk. Juden erzählten mir noch, welche Mishandlungen mein Sohn bei seiner Wegführung hat erdulden müssen, und wie Gagin's Kreaturen dieses alles höhnend und frohlockend mit angesehen. Nachdem mein Sohn fortgebracht war, drangen Gagin's Diener in sein Haus und bemächtigten sich gewaltthätig aller seiner Habseligkeiten, worüber ich mir auch von den Anwesenden ein rechtsgültiges Zeugniß habe.ausstellen lassen. Nach langer Zeit erhielt ich endlich von meinem Sohne selbst eine Schilderung seiner Leiden und des genauen Hergangs der gegen ihn verübten Gewalttätigkeiten, aus welchem Briefe ich dir nachfolgende Skizze mittheile. „ „ Nachts, als ich im Bette lag, drangen fünf Kavasses vom Pascha und ein Jude, dessen Befehle sie zu vollziehen schienen, in meine Wohnung ein und forderten mich auf, ihnen zum Pascha zu folgen, der mich über eine Angelegenheit zu sprechen wünsche. Vergebens stellte ich Ihnen vor, daß doch jetzt, zur Nachtzeit, der Pascha keine Audienz ertheile, sie möchten doch wenigstens bis Tagesanbruch warten. Sie beharrten darauf, ich müßte sogleich mit ihnen, ich käme jedoch in Bälde wieder zurück. Ich wurde schleunigst aus meiner Wohnung gerissen, und man ließ mir nicht einmal Zeit, meine Tefillin mit mir zu nehmen. Als ich nun unter Bedeckung der Kavasses wegging und an die Straßenbiegung gelangte, wo der Weg zum Pascha führt, kamen mir bewaffnete Reiter entgegen, 'welche mich unter den fürchterlichsten Mishandlungen nach dem Stadrthor zu trieben. Als ich nun darauf bestand, vor den Pascha geführt zu werden, wurde ich — in Gegenwart vieler Juden, die mein Klagegeschrei herbeirief — noch grausamer gemishandelr, wobei man mir fortwährend zurief „Nimm den mohammedanischen Glauben an, so bist du gerettet!!" —- Als man mich nicht mehr sortschleppen konnte, wurde ich auf ein Pferd gebunden und so nach Nablus'.gebracht. Hier wurde mir nun bei Todesstrafe von dem Gouverneur verboten, die Stadt zu verlassen, und denThorwächtern wurde in meiner Gegenwart der Befehl, mich bei Lebensstrafe nicht hinauszulaflen vorgelesen. Auf meine Vorstellung, wie ich denn hier, ohne Geld, ohne Bekannte und Freunde, in einer Stadt wo die jüdischen Einwohner selbst den drückendsten Mangel leiden,, mein Leben fristen könne, wurde mir türkische (nicht koschere) Kost in täglichen Rationen angeboten, die ich natürlich ausschlagen mußte. In dem Verhaftsferman desPascha's, der mir hier vorgelesen wurde, ist als Ursache meiner Verhaftung angegeben, ich sei ihm (dem Pascha) von dem Chacham-iiaschi (Gagin) als ein gefährlicher Zauberer bezeichnet worden, der am Ende noch Zwistigkeiten zwischen den Kousulen und den osmanischen Rajas stiften könne (!) und er (Gagin), wünsche deshalb, daß man mich aus Jerusalem entferne. Der Gouverneur machte hierauf die Bemerkung, er glaube zwar nicht, daß ich ein Zauberer sei, weil ich mich „m diesem Falle von hier bereits? hinweggezaubert

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