Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1845)
- Date
- 1845-01-15
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Brannsehweig tcjctc^nm, und wurden wir dasselbe vermöge seiner unzähliger; Fehler kritisirt haben, wenn der geehrte Herr Redakt. es nicht über sich genommen hätte, mehrere dieser Werke zu besprechen, und bei der rühmlichst bekannten Unparteilichkeit desselben hoffen wir, daß er jene Arbeiten gehörig zurückweisen wird, die nicht verdienen in die heiligen Halle); des jüdischen Gotteshauses angeführt zu werden*). Was wir aber von Sulzer erwarten können, ist weltbekannt, und es bleibt uns nnr zu wünschen übrig, daß derselbe uns recht bald seine Lieder und Gesänge widme:; möge, wo wir dann seiner Zeit ihnen unsere Anftnerksamkeit, nach verdientem Maaße zuwenden wollen. .... n .......h. Polen und Rußland. Warschau, 29. Novbr. (Replik.) Erst dieser Tage ist mir der in; Orient mit den; auö Warschau eingesandten Korrespondenzartikel vom 8. August v. I. . zu Gesicht gekonunen. Es ist nicht rneine Sitte, das Publikum mit Angelegenheiten mctuer Perso:; zu belästigen. Meine schriftstellerischen Arbeiten ir; pol: lisch er Sprache, überliefere ich der öffentliche); Benrtheilung, wie sie auch ausfätlen möge. Sogar leidenschaftliche schmähsnchtige Anfeindungen meines Charakters würdige ich keiner Erwiderung an Ort und Stelle, wo dergleichen giftige Pfeile ihr Ziel verfehlen; die gleich boshafte als lächerliche Lüge verhallt spurlos, wie schlau sie auch ersoruw); sei. Allein den; Auslande und mei-;;en in Preußen **) lebenden allgemein geachteteten Verwandten gegenüber, dürfte im vorliegenden Falle, mein Stillschweigen mißverstanden werden. Uebrigens ist es nur nicht um eine Rechtfertigung, sondern um eine Berichtigung zu thun. Es ist folglich das erste und zugleich das letzte Mal, daß ich hierdurch ehrcnkränkenden A:;griffen einer mir feindselig gestimmter; Kliqne auf diesem Wege entgegentrete, ur;d ihr einige Augenblicke meiner von öffentlicher AmtSthätigkeit beanspruchten Zeit weihe. Feierlichst betheuere ich hiermit vor aller Welt, daß ich an dem mir zur Last gelegten, durch das Buch Keren; Chemed herbeigeführten Vorfälle, (daß ein angesehener Mann wirklich in die Citadelle gebracht wurde. Red.) nicht den entferr:testen, wedermittelbaren noch unmittelbarenAntheil gehabt habe, und erkläre hierdurch den anonymen Verfasser deö obenbezeichneten Artikels als einen ehrlosen Verlänmder. Auch würde:; alle ehrenwerthe Männer War- *) Diesen Ausspruch des Korrespondenten über das Goldberg'sche Tonwerkchen, das sich selbst nur als Auszug des Sulzer'schen Schir Zion giebt, finden wir als höchst ungerecht und parteiisch, ja an Präeision und Geschmack noch das Sutzer'sche, das Original-'ubertreffend. So lange daher der Korr, seine Aussage nicht in einer ausführlichen Kritik motivirt, müssen wir seine Aburteilung als Gehässigkeit zurückweisen. Red. **) Besonders in Berlin und Pleß. schau's, deren es hier nicht wenige giebt, bereit sein, diese meine Erklärung zn bekräftigen. Ich konnte also mit der Berufung auf die öffentliche Meinung mich begnügen und hier meir;e Erwiderung schließe);. Da aber der in Rede stehende Schmähartikel gleichzeitig die m Vollzug gesetzte Aushebung der jüdischen Rekruten anfs schnödeste verdächtigt und entstellt, so wird eine gedrängte Darstellung der Sachlage (zu der ich mich als Mitglied des hiesigen Gemeinde-Vorstandes, verpflichtet fühle), die Wahrheit von selbst Herausstellen, u:;d die lästerliche, jeden hiesiger; gutgesinnten Israeliten tief verletzende Lüge anschaulich u;achen. Die Aushebung der jüdischen Rekruten, ist hier unter denselben gesetzlicher; Forrncn, wie die der christlicher;, vor sich gegangen. Von Knebeln, Mishandelu, Barbareien, oder Gelderpressungen, vor; welchen nur der Berichterstatter ir; Ihrem Blatte geträumt, haben wir nicht das mindeste gehört, weil solche in der Wirklichkeit nicht stattgestlnden haben u:;d nicht stattsinden ' konnten. Denn die Aushebungs-Kommission-, die für Christen rurd Inden eine und dieselbe ist, besteht nicht aus Spione);, sondern aus hohem Militär- und Civil- Beamten, deren Diensteifer;n;d Rechtssinn, über jeden; Verdacht eines etwanigen Miöbrauchs erhaben sind. Und in der That, jeder redliche hier lebende Israelit muß gestehen, daß der hiesigen israelitischer; Gemeinde, sowie alle:; Gemeinden in der Provinz eine besondere Begünstigung von Seiten der väterlichen Landes-Negierung eingeräumt wurde.. Nicht nur bei der vorbereitenden Aushebuugs-Delegationen haben mehrere Israeliten aus jeden; Stadtviertel wirksamen Beisitz, sondern es ist außer dem jeder Gemeinde bewilligt worden, ein achtbares Mitglied auö ihrer Mitte als Bevollmächtigten selbst zu wählen, welcher allen Verhandlungen der respektive:; höchsten Kanton-Behörde, von; Tage der Aushebung der Militärpflichtigen bis zur Ablieferung derselben, beiwohne:; darf, mit der Befngniß, dieser Behörde seine Gründe und Meinungen zur Berücksichtigung der Fauülienverhältnisse und der moralischen Befähigung dieses oder jenes Individuums, dessen Exemtion für rathfam erachtet wird, freimüthig und mit Erfolg vorzutragen.» Diese kurze auf Thatsachen gegründete Darlegung wird, wie ich hoffe, das lose Gewebe des oder der vernnm;r::ten Korrespo:;de);te:;, völlig zerreiße:;. Jndeß will ich dieselben doch erinnern an die wahren Worte unsrer alten Weisen: „daß die öffentliche Verunglimpfung des Nächsten, den Verlust des ewigen Heils nach sich zieht znifi p^n b j’N D'Q'D von ms pten P; fcajj ftrner der Verlämnder sträflicher ist als der Vorüber eines Mordanschlags, weil das Gelingen desselben durch einen Verein von günstigen Umständen bedingt wird, während der Verlämnder seinen giftigen Stachel, nach allen Seiten und Zeiten gefahrlos hinstreckt. I. Tugend hold»