Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 1 (1.1.1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kritiken. Kurze Anzeigen. 8 behaltung des Namens Israel, Verfechter des einzigen Gottes re./welchen Namen und Titel sie auch in Egypten beibehalten, sich immer dessen würdig zeigten". . . So schön und geistreich dies auch immerhin gesagt ist, so hat cs der Midrasch durchaus nicht gemeint, denn dieser fährt fort, sich selbst interprctirend.' 'tb , Dian piNlb pip W ibw Was hat er nun gemeint? hat die „dumme Einfalt" oder der philosophische Prediger ihn richtiger gedeutet??* *) ... Einhorn. * * Ein Plagiat von Abraham FariM. Abraham Farissol schrieb (im 15. Jahrhundert) unter dem Mel Magen Abraham (handschriftlich in der bodl. und oppenh. Bibl. und bei Kaulla in Stuttgart welches Mskt. wir benutzten) eine polemische Schrift in drei Theilen. Im ersten Lheil widerlegt er das Christenthum, im zweiten den Muhammedanismus und der dritte ist ein philosophischer Dialog, zwischen einem Lehrer und seinem Schüler, über die Wahrheiten des Iudenthums, dem Chvistenthum gegenüber *). Die seichte Polemik dieser Schrift verdient keine Erwähnung, nur zwei Abschnitte machen hiervon eine Ansnahme, die aber wörtlich aus dem vortrefflichen Werkchen fltyp von Duran abg e sch rieben sind. Das ganze 59. Kapitel finden wir nämlich bei Duran von S. 2 anfangend cp'iaun bis S. 8 cnay nmp bDN. Duran greift das Christenthum von vier Seiten an: iwtonn *0 '«n {non lun 'im, non mo '.im down iuo 'an, ■nsun w* ruiD rriftH nj^1\ Farissol, der mit diesen einleitenden Worten erwähntes Kapitel anfängt, läßt unbegreiflicher Weise den vierten Angriff fahren. Ebenso ist der zweite Theil aus genannter Schrift Duran's wörtlich entnommen, von S. 16—21, nur läßt F. ebenfalls aus der Mitte einige schöne Stücke aussallen, was aber den Zusammenhang nicht stört. — Erwähnte Plagiate können gut benutzt werden, die sehr korrupte alte Ausgabe des pDi m#p zu emendiren, worauf wir die gelehrten Herausgeber desselben aufmerksam machen wollen. — K — m. Aeber das Wort öd« int Midrasch. Da nun schon dreimal in Ihrem sehr geschätzten LB. verschiedene Hypothesen über das \wb DD« Vorkommen, so kann ich mich nicht enthalten, Ihnen auch folgende gewiß richtigste *) Im Vorbeigehen bemerkt: die Sitte, den neugebornen Kindern den Namen der Eltern, Großeltern oder anderer verstorbener Verwandten zu geben, worüber sich Dell a Tor re so sehr ereifert, indem er es als Neuerung verschreiet (Kerem Chemed B. 4) ist sehr alt (s. Luk. 1, 59. 61.). *) Sabb. in gibt den Inhalt des zweiten Theils, nach einer amsterdamer Handschrift, unrichtig an (mv '2 jrEDDDl tt/V nnj? 32)W worüber aber F. in einem besondern Schriftchen, Jg. Orchat Olam berichtet. Erklärung des fraglichen Wortes, die ich vom Herrn Prediger und Neligionslehrer A. Koh n gehört, mitzutheilen. - Was ui mit dem wn ,W DEDis* in nrn.rmrD Kap. d, wie in rni rm* i« hdih ro eigentlich meint, kann keinem Zweifel unterliegen, wenn man damit Ialkut zu Pf. ^nn!D1 vergleicht, wo es heißt nstA DDNH 1DN1 ph HUH DD« Wl DE)«PI rBQjn v«!' by dny iy) db)yn 'i xro idinh p) non DIWJ. Offenbar das griechische dyeg von dyCrt^i. Dasselbe Wort DDK findet sich im Talmud N-jro «23, was schon Musafia erklärt p ]^2. .U Kurze Anzeige«. l) St re itschrist. iiynt D^rnb^rj, |)N ’twio nnwn dn cr»DpjNna .0 .d dnd -wy tybta nnronD mn )"D. (72 S.) (Franks, a. M. 1L44. 8.) So eben hat diese Schrift die Presse verlassen. Sie bekämpft^ die religiöse Richtung Holdheim's und anderer Zeitgenossen, welche die Verbindlichkeit des mosaischen Gesetzes und der talmudischen Tradition in Abrede stellen. Das Ganze umfaßt 13 Briefe, geschrieben in sehr reinem Hebräisch, fast durchweg in musivisch zusammengestellten Bibelversen und Ausdrücken, welche Manier der Verfasser absichtlich gewählt zu haben bekennt, um mittelst dieser biblischen Anklänge auf seine östlichen Glaubensbrüder desto besser zu wirken. Eine Warnung setzt der Verfasser voran, daß nämlich nur solche Leser sich an das Buch machen mögen, welche sich auf Polemik verstehen, und diejenigen, welche vor jedem kühnen Worte zurückbeben oder gar nur das Gift aus den heilsamen Pflanzen saugen, davon bleiben mögen. Diese Warnung ist hier am rechten Orte, denn der Verfasser stellt in seiner Ironie die Lehrsätze seiner Gegner mit so kraftvollen Worten auf, daß ein ungeübter Leser von ihnen sich mehr angezogen fühlen möchte, als von seiner Widerlegung, die mitunter, was wir sehr bedauern, viel zu leidenschaftlich über die Personen sich ausläßtanstatt bei der Sache zu bleiben. Interessant aber ist die Schrift, abgesehen von ihrer Reichhaltigkeit, und von der Fülle der Kenntnisse, die der Vers, darlegt, besonders dadurch, daß sie dem Rabbim'smus Waffen leiht, und ihn aus-dem Schlafe wecket, selbst auf die Gefahr hin, ihm Lehren zuzuführen, die er bisher entweder als zu wenig beachtenswerth, mit Stillschweigen überging, oder gar nicht kennen lernte, und also zu entkräften keinen Anlaß fand. Der Gefahr, in welche der Verf. den Rabbinismus bringt, dadurch etwa selbstin sich zuzerfallen, ist er sich bewußt, aber er scheuet sie nicht, Md meint', der feste Charakter müsse dergleichen Gefahren suchen, um seine Kraft daran zu messen. Der Inhalt dieser Schrift ist folgender: