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Der Orient · 1845-01-01 · 1 (1.1.1845) · p. Spalte 3-4

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
1 (1.1.1845)
Date
1845-01-01
Page
Spalte 3-4 (sequence 2)
Language
German
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8 4 Studien. Zwei christliche Sekten im Talmud. der dortigen Stellen, wo auch dEv^ (Evangelien) genannt werden \b\\ pN np TND '->) aber deutlich hervor, daß unter pv^ und nur Christen geweint sind (ek. Buxtorf k. L. sud v., der aber auch diese Leiden Namen nicht zu erklären weiß, ebenso Jost G. d. I. IV, S. 22 l). Ferner kommt der Name p^^r ''ü noch zweimal im Talmud vor. In Sabb. 152 a) heißt es: ^ok p'^tt ^b nm' xb ü*d mm p yucnrp hb iDp rvb 'til An ->w rr6 ‘TON. Der Kaiser (Hadrian) fragte N. Iosua, warum er die 'pvjN nicht besuche. Er antwortete: Der Berg ist mit Schnee bedeckt, die Abhange mit Reif rc. . N. Elieser ben Preta wird (im T. Aboda Sara, 17 b) unter fünf Anklagpunkten auch diejenige vorgelegt, daß er die p'HN ''I nicht besucht habe, wogegen er sich auf gleiche' Weise, wie R. Iosua, durch sein vorgerücktes Alter verteidigte (Ypvi jpnrp idn, p^N ^b nw t*bd'o b hon Dihim ^iDpnn NDW N^nm). In diesen zwei Stellen kann unter p^N keine christliche Zusammenkunft verstanden werden, indem, bei den grausamen Verfolgungen, welche die Christen unter der römischen Herrschaft vor Konstantin erdulden mußten, kein - Kaiser einem Juden deshalb zur Rede gestellt haben würde, ihre Versammlungen nicht besucht zu haben, viel weniger noch dies zum Anklagepunkr zu machen. Raschi erklärt auch deshalb hier: die ■ pv^, va seien eine Art heidnischer Mysterien, was aber ebenso wenig sprachlich wie historisch gegründet ist; da-die Verfolgung der Zuden in den hadrianischen Kriegen nur eine politische Ursache hatte und sie zu keiner Art von Götzendienst gezwungen wurden. Diese Schwierigkeiten und Widersprüche zu heben, glauben wir in der erwähnten ersten Stelle, in Sabb. 116 a, statt und p'QN,-W3K:Unb lesen zu müssen. Die Talmudisten haben vielleicht diese Namen absichtlich korrumpirt, oder, weil nach Hiob (tcoD^ blü "DW ntON dx) |rn\x mit synonym ist, den letzteren Ausdruck vorgezogen. Wir hätten sonach hier die zwei in den ersten christlichen Jahrhunderten, Ln Palästina sehr verbreiteten Sekten, die 1, 105). Im Talmud sind aber die GLtternamen so korrumpirt, daß nur sehr wenige in ihm erwähnte zu erkennen sind, wie z. B. Serapis oder Apis (dexv (Ab/Sara 43); Aphrodite (ibid. 44; Jerus. Schebuot 19 b); Joves )öm (Pesach 87); Aurora (Jerus. Berach. 9), in Midrasch zu Samuel (S. 58) steht dafür ONN1 Won anderen hingegen ist der Name schwer aufzusinden; z. B. Dnjnn, 1DJ Sara 1F (Sanhcdrin 63 b). Einige in der Bibel vorkommende Götzen erklärt der Talmud auf eine seltsame Weise; z. B. b.'HJ (2 Kön. 17, 30), welcher der Planet Mars ist, den auch die Sabier unter dem Namen jpTJ verehrten (Winer s y.), ist nach Talmud Sanh. 63 ein Hohn und nach dem Talmud Jerus. Ab. Sara 12 zwei Füße (rr6jlv*n Dpy>1 sp'H); NVD erklären beide Talmude (!. o.)mit „Henne" (rfrhirin), während solches weit richtiger mitTöchrerhlitten zu übersetzen ist (Winer 11, 629.) Ebioniten und die ' Nazaräer 3). ‘ Beide Sekten hatten sich ' dem Judenthum entfremdet und hielten noch , streng das jüdische Gesetz. Die Ebioniten unterschieden sich nur darin von den, Nazaräern, daß jene Jesus für den in den Propheten verheißenen Messias hielten, ohne ihn jedoch göttlich zu verehren, diese aber ihm auch göttliche Attribute beilegten. "Weil nun-diese zwei Sekten den Juden so nahe standen, wollte R. Aba hu nicht geradezu ihre Schriften verdammen. — Hierdurch ist uns auch nachfolgende Stelle in Baba Kama, 117 a, erklärlich, wo ebenfalls die Ebioniten Vorkommen und zwar in der Nähe von Raba, der, nach T. Sabb. 116 a ihren Umgang verpönte. Die Stelle lautet: -p ^,-j '-) rrt 1DN, Wf! iTDp^ NTIN , 'Jl'DN 'D1? J^p'N mi!T 'l.n 7T1? N3 HtyyD M. Huna scheint sich nämlich darüber betrübt und es sich zur göttlichen Strafe angerechnet zu-haben, unwillkürlich bei Ebioniten eingekehrt zu sein, er konnte sich aber keiner Ursache erinnern, welche dieses Vergehen als Strafe ihm zugezogen haben sollte, bis ihn Raba auf einen begangenen Fehler aufmerksam gemacht hattet). In den beiden andern erwähnten Stellen, glauben wir statt p'rin, pv^t (welche' Leseart auch die ‘ Frankfurter Talmudausgabe hat) oder piin, nach Sab. 94 b und Aruch s. v. lesen zu müssen, worunter der Cirkus und das Amphitheater, wo Thierkämpfe und sonstige Volksbelustigungen stattfanden, zu verstehen ist. Von den römischen 'Machthabern wurde nämlich sehr oft durch solche blutige Spiele die Aufmerksamkeit des unzufriedenen Volks von seiner eigenen Noch abgelenkt r die Feinde der Regierung mieden daher diese Spiele, welche noch außerdem die Kräfte des Staates verschlangen. Wer daher diesen Spielen nicht beiwohnte, stand im 3) Der Stifter dieser Sekte hieß nach Tertullian Ebina; nach andern Kirchenvätern wurden sie spottwekse, wegen der vorgeblichen Arinuth ihrer Rcligionskenntniffe, so wie ihrer Lage, nach dem hebräischen Worte so genannt. Sie hielten streng die mosaischen Gesetze und die rabbi Nischen Vorschriften und Gebräuche (Iren. 1. adv. haeret. c. 24 citirt von Mosheim de Rebus Ch. S., 332), die Nazaräer jedoch nur das mosaische Gesetz, weshalb auch Samuel den Umgang der Nazaräer aber nicht den der Ebioniten gemieden hatte. Sie hatten auch ein eigenes hebräisches Evangelium (Hieronym. Com. ad-Math. VI.), welches bald Evangelium dcr Hebräer (Eus. 3, 27), bald Evangelium des Matthäus (Iren. 1. c.) genannt wird. (Auch Raymund Martin citirt in Rüg. Fid. S. 772 Stellen aus Matth, hebräisch). — In Talm. Erubkn 80 a werden bei einer Kontroverse zwischen Rab und Samuel, über Aschera ebenfalls die 'OIL) genannt .10-120 'ON 'IDn ’J.I “ICK )V'DN tun cmn'pinisaunö auch hier ist cs nicht unwahrscheinlich, daß Samuel die von den Nazaräern gefeierte Agape, mit der das Abendmahl verbunden war, meint, und daher auch hier statt ö« lesen ist. 4) Wir können dieser Erklärung nicht unbedingt beistimmen, da der Ausdruck -p^ jo nwyo Dfo, wie in Beza 9 b eine gewöhnliche Erkundigungsphcase ist, sowie wir sagen: Gab's was Neues?

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