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Der Orient · 1845-01-01 · 1 (1.1.1845) · p. Spalte 1-2

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
1 (1.1.1845)
Date
1845-01-01
Page
Spalte 1-2 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. JVs 1« Leipzig, den 1. Januar 184A» Inhalt. Studien. Ueber zwei im Talmud vorkommende christliche Sekten. Von S. M. N. Mit Anmerkungen von R. K—m. — Literarische Analekten. Aussprache des verbindenden Waw. Hagadadeutungen der Neuern. Von I. Einhorn. Ein Plagiat von Abr. Farissol. Von Kirchheim. Ueber das Wort /,Eses im Midrasch. Von Rabb. A. Kohn. — Kritiken. Kurze Anzeigen. HebraischeStreitschrift gegen Holdheim. Angezeigt von Dr. Jost. — Geig er's Lehrbuch zur Sprache der Mischna. Angezeigt von Gratz. Zweiter Artikel. (Fortsetzung.) — Literarische tfnEünbigungen. Ueber zwei im Talmud vorkommende christliche Sekten. In Talmud Sabbat 116 a heißt es: R. Aba hu *) wurde gefragt, ob es erlaubt sei, die heiligen Schriften der 1) R. Abahu, an den diese Frage gestellt wurde, hat sehr häufig mit Christen polemisirt und stand bei denselben sehr in Ansehen (Ab. Sara, 4 a; Sanhedrin 39; Berach. 10; Sukka 48). Seine freieste Aeußerung gegen das Christcnthum ist ij. Laanit 5), „sp 'Ul Dwll DIN". Eine ähnliche Stelle lesen wir in der Pes. Rab. c. 21. „nx NDN “D N«n 'l 1DN d'js n'1? nd’n iiJ’N Q'n^N pn Nrron nidf? ddn’ 'n s'bs' dtq pn D’hIpn nm d’JdV' Daß unter den im .Talmud, bei polemischen Gesprächen über Religions- Meinungen gebrauchten Ausdrücken *>pm, pD, 1DV die christlichen Ketzer der ersten Jahrhunderte gemeint sind, geht mit vieler Wahrscheinlichkeit aus den in Sanhedrin 38 b von denselben für ihre Ansichten allegirten Bibelstellen hervor, wie z. B. rn hx rby p idnd ) aix nwp, die wir alle schon bei Justin Martyr in seinem Gespräche mit Trypbon finden, der aus diesen Stellen die Göttlichkeit Jesu beweisen will. Andere dorr selbst vorkommende ironische Fragen, wie z. B. ü^rhx; ntmn n'rhx n" bD'i’nwi nin au dyrihx N',n / Nin pm, finden wir beiden Gnostikern, welche den Gott Israels als ein der Leidenschaft und des Irrthums unterworfenes Wesen darstellten und mit profanem Hohne die Geschichte der Schöpfung behandelten (ct.Mosheim de Heb. Christ, ant. Const.). Mit noch größerem Spotte und höhnender Verachtung griffen sie die Israeliten selbst an, wovon wir ebenfalls Beispiele im Talmud haben (Erubin 101; Sukka 48; Joma 57; Jebamot 102; Chagiga 5). Es verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß die Anklage der Egyptev bei Alexander (nach einer talmudischen Sage, Sanhedrin 91) „urbüM 2uh f)DD in" schon von Marcion vorgebracht wurde, welche Tertullian gerade wie p WD.1 O am Sabbat vor dem Brande zu retten; worauf er bald ja, bald nein antwortete, und sich zu keiner entschiedenen Antwort entschließen konnte. Weiter heißt es daselbst: Rab ging nicht zu den p-putt 'D, viel weniger noch zu den ’O; Samuel ging zu den pro** vj, aber nicht zu den •»D’i&i 'O. Raschi erklärt, p^N ’a sti ein Versammlungsort, wo Disputationen gehalten wurden und pn\< seien ihre polemische Schritten. erklärt Raschi ganz unbestimmt mit ÜW *)♦ Aus dem Zusammenhang zurückgewiesen hat (Tert. adv. Marc. Lib. 2. cap. 20), Einige Sekten, welche eine körperliche Auferstehung läugneren, wie die Marcioniten, Valentiner und später die Manichäer, glauben wir ebenfalls im Talmud (Sanh. 90. 91) zu finden. Nur wo ein Kofer mit R. Gamliel in einem polemischen Gespräch auftritt (ibid.), kann es keiner von diesen Sekten gewesen sein, indem Marcion und Valentin, die Häupter dieser Sekten, erst unter Hadrian lebten und nur diese allein das Dogma der Auferstehung verwarfen (Tert. de Kesnrr,). Es muß daher hier unter Kofer entweder ein Saducäer oder Dessithäer verstanden werden (vergl. Geiger in Kerem Chemed V, 102), oder war dieses eine singuläre Ansicht, die bei irgend einem Individuum auftauchte. Ebenso kann auch derjenige Käfer, welcher gegen R. Gamliel die Meinung gelten machte rin NID N1? Dm N~DtP 'Q, kein Valentiner gewesen 'sein, obgleich dieser unter allen jüdisch-christlichen Sekten der Erste war, welcher die Unabhängigkeit der Materie gelehrt und das Dasein zweier Principe der Lehre des Zoroaster entnommen hat. 2) Der Name eines Götzen ND’Hib der wahrscheinlich Raschi zu dieser Erklärung veranlaßte, findet sich unter denjenigen gerechnet, welche berühmte Tempel hatten (Ab. Sara ii b): an pbp&yN'n NDny p pyinp N"y ’nn ni^on. Dieser ist wahrscheinlich die Derketo, welche in der Gestalt eines Fisches von den Syrern verehrt wurde (Creutzer's Symbolik H, 67) und zu Askalen einen berühmten Tempel hatte, dessen Reichthümer die Scythen plünderten (Herodot 1

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