Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 52 (24.12.1844)
- Date
- 1844-12-24
- Page
- Spalte 829-830 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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829 Studien. I. Lrigland's Abhandlung über die Karäer. 839 rechte, Antigonus Sochäus, Josef Ben Joüser und Josef Ben Iochanan, Nittai von Arbela und Jehoschua Ben Perachja, Iehuda Ben Labbai und Simeon Ben Schetach, der letztere verließ die h. Schrift, aber Jehuda Ben Labbai blieb ihr treu; Jehuda's und Simeon's Nachfolger waren Schemaja und Abtalion, auf Abtalion folgte N. Hillel, von denen die nbup PyD kommen; auf Schemaja dagegen R. Schammai, von welchem die 1^2. Dem Schammai folgten Cahana, Simon, Iochanan, Zadok, Ezechiel, Achitub, Ieschua, Netiel, Heman, Oni, Zefanja, Natan, Cahana, Mar Sutra, Choni, Chafnai, Zefanja übergab seine Lehre dem Schemarja, Ehafnai dem Chaninai, dieser dem Bostanai, und dieser dem Chasdai. Schemarja übergab sie dem Suta; Chasdai dem David, Suta und David dem Anan, dem Wiederhersteller der fast ganz verdunkelten Wahrheit. Auf ihn folgten Saul, Iosia, Benjamin Haondi, Daniel Hakkomzi, Jizchak ha.-- BoZeri, David Ha-Mekamez der Proselyt der Gerechtigkeit, Noa, Schalmon, Josef Ben Noa, Jakob Ben Jizchak. Zu ihrer Zeit lebte Saadja Gaon Ha-Piromi, der Schüler des Schalman Ben Jerucham. 2(uf sie folgten David Ben Boaz, Abruvali, Josef der Seher, Jakob Ha-Kirkezeni, Salomon, Aharon Abakul Pirga, Abraham Hurseleni von Babylon, Jehoschua Ben Eli, Jefet ha-Levi, Jisrael, Bozeri, Chasdai Ben Chiskia, Aharon Hehitai, Jefet Ben Aair, David Bozez Haddemit, Boaz Ben Schelomo. So hat vomAnfang an bis auf 300 Jahr vor seiner Zeit die Lehrer angegeben, nach R. Jefet, der R. Moses Beschizi in dem berühmten Buche HDD, Alle zusammen von Moses an bis auf Boaz geben eine Summe von 55 Generationen. Will man nun mit den Rabbinen den Karaiten vorwerfen, daß dieser Katalog eine Erdichtung sei, so reicht eine solche Beschuldigung, wenn keine zureichenden Gründe hinzukommen, nicht hin, um ihm das Gepräge der Unechtheit aufzudrücken. Wir glauben den Rabbaniten, wenn sie ihre Lehrer aufzählen, warum nicht ebenso den Karäern, bei denen die Lehrer so großer Ehre genießen? Man laste also die Echtheit des Verzeichnisses auf sich beruhen, bis aus andern Schriften der Karäer und aus der Uebereinstimmuag der Geschichte ein größeres Licht daraus fällt. Zudem ist es in Egypten gemacht, wo die Juden immer in größter Ruhe lebten, und Moses Beschizi, der die hebräische, arabische, griechische, spanische Sprache verstand, und Assyrien, Chaldäa, Palästina und Egypten durchreist, alle Gemeinden der Karäer hier besucht und alle Bücher erforscht hat, um den Ursprung und Grund des Schisma's zu entdecken, verdient wohl, daß wir ihm einigen Glauben schenken. Zudem werden einige der genannten Lehrer, wie R. Saadia Gaon und R. Schalman Ben Jeruchem, auch bei den Rabbaniten erwähnt. Als hochberühmte Lehrer müssen wir übrigens jenem Verzeichnisse noch hinzufügen, den R. Jehuda Ha-Ebel, Verfasser des bDPN “iECD, den R. Eliahu Beschizi, Verfasser des ypbtt rvrk\', den R. Aharon, der für einen großen Weisen und göttlichen Philosophen gilt. Moses Beschizi sagt, daß er eine Erinnerung an etwas, was zwischen R. Elieser dem Großen, und Rabban Gamaliel, dem Sohn des altern Rabban Hillel vorgegangen sei, gefunden habe. Dieser Elieser war der Schüler des R. Iochanan und gehörte zue Schule Schammai's; cs ist daher kein Wunder, wenn zwischen ihm und Gamaliel Streit war. Ein anderes sehr altes Buch ist mir zur Hand, das den Titel führt: \snp DP1JD W31 nbpP mJNH DM nüTO nobn nnw pnn rpnyo 'n Mn obpyb. Ich dachte sogleich an den Aquila, den Uebersetzer des A. T» zur Zeit Hadrian's, und weder Rabbaniten noch Karäer konnten mir einen Andern dieses Namens nennen, später aber entdeckte ich, daß er einer viel fpätern Zeit angehort und daß der R. Saadja, bei dem dieser Aquila war, derselbe ist mit dem R. Saadja Ha-Pitomi, der Gaon heißt; er hat im neunten Jahrhundert gelebt. Ein sicheres Zeichen der spätem Abfassung ist, daß nicht nur der Mischna, sondern des ganzen Talmud Erwähnung geschieht, dessen Verwerfung durch den Messias gehofft wird. Mit großem Vergnügen habe ich den R. Schalmon Ben Jeruchem gelesen, der mit Saadja so vortrefflich disputirt hat. Derselben Zeit gehört R. Josef der Weise an, der ebenfalls gegen Saadja ein Buch geschrieben hat, Ha-Maor betitelt. Den Schluß mache R. Aharon der Aeltere, Sohn Josef's, mit dem Beinamen 'n PNp, ein Arzt gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Er hat viel vortreffliche Werke geschrieben, unter andern das berühmte nrDß, einen kurzen Kommentar zum Gesetz, und pnpn nDDPl 1DD iDV» b'bs NlpJH ttmpn welches mit den gewöhnlichen hebräischen Grammatiken zu vergleichen gewiß sehr nützlich sein würde. Die vielen übrigen Schriften der Karäer übergehen wir jetzt. Nur darüber muffen wir uns noch rechtfertigen, daß wir oben Kap. 4, wo N. Elieser mit Gamaliel disputirend eingeführt wurde, die Abbreviatur rf3 einige Mal für bbn DV3 genommen haben. Zwar kann an vielen Stellen dieses Zeichen auch nbupn oder nbspn ^2 bedeuten, aber daß ich es sehr oft für bbn rYO genommen, kommt daher, weil der Streit oder das Schisma, wie wir auseinander gesetzt haben, vorzüglich gegen das Haus Hillel's entbrannt ist. Buxtorf beweist, daß in der alten Zeit bei den Juden und im ganzen Talmud rl'i und xra nirgends Bene ha-Kabbala, sondern immer Bet Hillel bedeutet. Die Schule der späteren Weisen, die mit ihm einer Meinung waren, wurde, wie Maimuni sagt, bbn fPD genannt. Endlich betrifft der Streit mit rn oft Dinge, die nur, als der Tempel noch stand, Bedeutung hatten, zu welcher Zeit der Name bbn TO täglich gehört wurde, aber der nb^pn *03 noch nicht in Gebrauch war. Noch wollen wir etwas über den h. Codex der Karäer bin zu fügen. Sie bekennen, daß ihre Bibel mit der der Rabbaniten übereinstimme, weil die Reeension der letztern von Esra gemacht worden sei, unter dem es noch kein Schisma gegeben habe. Die Punktation verwerfen sie zwar nicht, folgen ihr aber anch nicht in blindem Triebedenn wo Aberglaube oder thörichte Geschäftigkeit der Punktatoren oder Masoreten im Spiele gewesen ist bei Fi-