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Der Orient · 1844-12-17 · Heft 51 (17.12.1844) · p. Seite 394

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 51 (17.12.1844)
Date
1844-12-17
Page
Seite 394 (sequence 3)
Language
German
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394 dep ch-e u tMM Juden rm Interesse^ dev- Gegenwart und mit besonderer Rücksicht auf-Volkserziehung"besprochen von Dr. Anton Ree. Hamburg, Verlag von Hermann, GoWt^ 1844^ V^. und 146 S.. 8. Man kann von-diesem-Büchlem -sagen,-daß es wie Wenige das- Prädikat des Neuen an sich trägt. Man mochte es für mehr als für einen bloßen Zufall erachten, daß der Verleger, ein erst. seit Kurzem etablirter jungem Buchhändler, — .dieses Merkchen das zweiteunter seiner Firma erschienene,^ dex,.Verfasser ein zum ersten Male vor das Publikum, tretender. Gelehrter (Dr. Anton Ree; bekleidet nach Hvn. Dr«. Kley die erste Lehrecstelle an der Hamburger israelitischen Freischule), und das Produkt selbst' ein solches ist, das einen noch nie behandelten Gegen-, stand, eine r68 intacta — um es kurz zu sagen, das Mauscheln, zum . Vorwurfe, erwählt, hat. Endlich, tritt de^ Autor, als Mitglied einer (erst zu bildenden) neuen Partei, des jungen Israel, in die Schranken. Er läßt die Reformer und die Emancipationisten, den Radikalismus, und den politischen..Fortschritt, zur Seite (vielleicht in der Idee zu weit hinter sich^ liegen und proklamirt eine, sociale Revolution in.der jüdischen Pädagogik. Man thäte aber dem Verfasser Unrecht, wenn man ihm einen Kampf xro Äomo sua.im gewöhnlichen, materiellen, egoistischen Sinne zuschriebe; er kämpft vielmehr contra domurn suam, indem er als letztes Ziel seiner-Anstxengungen paritätische Schulen mit bloßer Sonderung des Religiösen, chas außerhalb.cherselben, und. neben ihnen gelehrt werben., sollte , im-Auge -hat, demnach )dre partikuralistisch-jüdischen Lehranstaltensammt.ihren Lehrern, geradezu negirt. In einem anderen, höheren Sinne kämpft' er allerdings xio äomo sua, wenn man darunter das Haus Israel, die jüdische Familie, den jüdischen Gottes-. glauben . versteht. So neige * er sich sichtlich-dem Alten, - Altehrwürdigen , soweit dieses. noch in der O.rlhodoxie hervortritt, mehr als dem, neulich so. passend getauften Rationalismus vu1gari8 zu. Es ist darum ein Glück zu nennen, daß,' -wenn , auch'.das, Ocli profantun yulgus et arceo nicht draußen auf dem Titelblatte des Buches steht, doch der Inhalt desselben in allen denen, die etwa ihr Heil im bloßen Beschimpfen desselben suchen möchten, eine heilige Scheu erwecken, und.das Feld denjenigen überlassen werden, die .eine -ruhige Besprechu ng, eine rein auf/die Sache eingehende Polemik zu unternehmen geneigt undbefähigt sind. .Denn-ist schon Form und Gedanke - der Schrift an sich alles Lobes würdig, so handelt essich obendrein noch um ein grammatisch - philologisches und philosophisch-pädagogisches Objekt, das die höchste Beachtung aller Denkenden verdient. Am meisten hat uns das über Sprache, Mundart, Patriotismus und Nationalität Gesagtemngesprochen. — Wir setzen zum Schlüsse dieser kurzen-Andeutungen noch das Jnhaltsverzeichniß der Schrift hierher. Nach einem kurzen Vorworte folgen: I. V o r l ä uff i g e E rck l ä r u n g e n. II. Jntev-esse der Gegenwart an dev jüi bischen Mundart (Bisherige Vernachlässigung. — Extreme Parteien. — Vorurtheile. — Reformatoren und | Emancipationisten. —■ Socialer Zwiespalt. — Standpunkt einer freien Bildung.— Bedeutung der Sprach l aus diesem Gesichkspunkte). III. . Bedeutung der jüdischen Mundart? für das Leben. (Materielle Gründe gegen Beibehrltung der jüd. Mundart. — Ideale Grunde dafür. - Idealer Grund dagegen.) IV. Eigenthümlich keiten der jüdischen Mundart nach ihren Ursachen.; Weateures zur Theorie der jüdischen [ Mundart. (Sociale Verbreitung. Geographische Ver» r breitung. -— Einheit der Mundart.— Aussprache des | , Hebräischen-.. Rechtfertigung des Namens Mundart, f — Nationalitat der Juden,) | VI. Verfahrungsweise gegen die Mund- W a r t. Den Preis, geistreicher und aus tiefen AbstrM-W nen geschöpfter Anschauung scheint uns das vierte & ■ pitel davonzutragen, Aber auch die übrigen Abschnitte »8 zeugen sämmtlich von richtigem Takte, klarer Erkenntnij M und philosophischer Durchbildung. Die portugiesische Alsf spräche, stellt der Vers, nicht so hoch, wie es in de» W letzten -30 - Jahren meist geschehen. Interessant sind dir M öfteren Beziehungen auf die gegenwärtigen Spracht»- W kämpfe , und auf bie holländischen Juden.. E. E. M Altenmuhv, Novbr. Von.dem. bekannten Volks- M schriftsteller Krämer ist so eben folgende Einladung i zur Subskription erschienen, die von allgemeinstem ZM-! esse sein dürfte: „Güte, zeitgemäße, unterhaltende VM und Jugendschriften sindein so tief -gefühltes Vedürfch wie^es anerkannt ist - . daß. wir Israeliten an derartiW Schriften für unsere Zeit großen Mangel, haben. Dl Unterzeichnete hat sich , nicht ohne Glück auf diesem Gebiete versucht. Dies bezeugen sowohl die überaus günstigen Urtheile aller unserer öffentlichen Blätter überfeine Volksschriften und ihre Aufforderungen zu fernerer Tätigkeit in diesem Fache, als auch der Beifall, welchen sie bei den Lesern fanden. Aber unser jüdisches Publikum ist klein und: kauft selten derlei.Erzeugnisse der Literatur, weshalb sich Verleger von solchen Unternehmungen immer mehr zurückziehen. Darum , wende ich mich M mittelbar.an meine Glaubensgenossen!-und lade sie ff Subskription auf meine: neue Volksschrift„Bilitt aus dem jüdischen Volkslebensbetitelt, ein. Essind, dies-d r ei-Erzählungen^ in ^welchen .-jüdische Sitte und jüdisches Leben mit ihren BerührungspunkM des Sonst und Jetzt also in Familiengeschichten dE stellt sind, wie . sie-.in unserer. Zeit von unseren Ständen gern -und mit- Nutzen .gelesen, werden dürften. Än"' kannt mrtheilsfähige. Männer, welche das Manuskript durchgesehen, gaben-Ihnen dies Zeugniß. Tendenz und

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