Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1844)
- Date
- 1844-12-10
- Page
- Seite 388 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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388 und als Mensch einer der populärsten Charaktere, die Hamburg aufzuweisen hatte. Er war von Jung und Alt geliebt und hochgeachtet. Als Mitglied der Gemeinde, für die er u. 21°. das neue Heinesche Krankenhaus einrichten half, als intermistischer Oberarzt (erster Wundarzt) am allgemeinen Krankenhaus, nach Fricke'sTode als öffentlicher Lehrer an der chirurgischen Lehranstalt und als intermistisches Mitglied des Gesundheitrathes, und in früherer Zeit als Mitdirektor der israelitischen Freischule hat er unvergeßliche Erinnerungen an seine vielseitige, praktische und liebevolle Wirksamkeit zurückgelassen. Ein Freund der Armen und der Jugend, von Jedermann gekannt, hat er durch Rath und That alle gemeinnützigen Anstalten kräftig fördern helfen. Obwohl der beschäftigste und renommirteste Arzt in Hamburg wußte er doch noch Zeit für die Angelegenheiten seiner Familie (er hinterkäßt einen erwachsenen Sohn und eine erwachsene Tochter), wie für die der Gemeinde (er interessirte sich namentlich lebhaft für die kräftige Betreibung der Damaskus-Angelegenheit) und die der Wissenschaft zu gewinnen. Wie er früher in der britischen Legion in Spanien als Arzt sich große Erfahrung und großen Ruf erworben, so half die früher von ihm und Dr. Julius redigirte (seitdem in Dr. Oppenheims Hände übergegangene) Hamburger medieinische Zeitschrift sein Ansehen auch im Auslande verbreiten und erhalten, was auch bei der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Hamburg deutlich sich kundgab. — Seine jüngeren Kollegen verlieren an 'ihm einen Leitstern in der Wissenschaft, einen treuen Freund und Förderer in ihrem Berufe. Alle ohne Unterschied der Konfession räumten ihm willig und freudig den ersten Platz unter Hamburgs Aerzten ein. — Möge die jüdische Gemeinde die Gelegenheit wahrnehmen, die erste gemeinnützige Stiftung, die sie mit ihren eigenen Kräften errichtet, mit dem Namen „Gersonöstiftung" zu schmücken, damit das Andenken des Edeln auch spateren Generationen nicht verloren gehe. E. C. Eleiwitz, 30. Nov. (Replik). Im Orient Nr. 46 dies. Jahres schreibt Herr Hahn unter „Gleiwitz 22. October": „Der herrliche Genuß jener geistreichen Beilage wäre mir zwar entgangen, wenn nicht der Herr Verfasser, wohlwissend, daß der „Israelit" hier nicht gelesen wird, auch hierzu Rath gewußt hätte. Die Buchhandlu ng S ig is mn n d Landsberger ward ersucht, einem jeden von ihr bezogenen Exemplare des „Orients" und der „Allg. Z. d. I." die erwähnte Beilage beizugeben. Obschon es nicht zu den Geschäften einer ordentlichen Buchhandlung gezählt wird, Annoncen zu vertheilen, vielweniger schmähende zu verbreiten, willigte dennoch der Chef jener Buchhandlung in den Wunsch des 'Autors, weil auch er stets unablässig bemüht ist, sein Scherslein zum HM und Wohl Israels beizutragen. Auf diese Weise erhielt auch ich das Geistesprodukt des Lehrer G. gratis." — Vor allen Dingen muß ich den.Vorwitz, mit welchem Sie seit einiger Zeit auf dem Gebiete der Journalistik auftreten, und den Verdruß Mancher durch Artikel erregen, in welchen sich die Wahrheit nicht frei bewegt, in die gebührenden Schranken zurückweisen. — Um Korrespondent zu fein, muß man die Stellung und Bildung besitzen , die über alle Vorurtheile erhaben ist, und in alle Kreise der Gesellschaft einführt, man muß klare Begriffe haben und diese richtig entwickeln können. In Ihrem erträglich stylisirten Korrespondenz-Artikel-zeigen Sie, daß Sie eine richtige, klare und vorurtheilsfreie Auffassung der in Rede stehenden Verhältnisse nicht besitzen. Sie sind daher auch nicht befugt, als Korrespondent aufzutreten, — Herr Goldstein hat ein, nach dem Urtheile Sachverständiger, interessantes Thema in einem recht anerkennenswerthen und sorgfältig gearbeiteten Aufsatz im hiesigen Lesevereii, zur freundlichen Besprechung vorgetragen. — Sie haben die in dieser Arbeit entwickelten Ansichten des Herre Goldstein von Ihrem Standpunkt aus falsch aufgcfaßt, Sie haben ja derselben antijüdische Grundsätze gefunden, die hineinzulegen Herr Goldstein im Entferntesten nicht gedacht hat. — Gesetzt, eg wäre so, so ist es eines Korrespondenten nicht würdig, gegen einen Mann in Amt und Brod öffentlich das „Kreuziget, kreuziget ihn, den Ketzer" auszurufen, und ihn um Beides zu gefährden. Ihr Zelotismus hat Sie so weit geführt.— Herr Goldstern hat seine Erwiederung in einer besonderen Beilage dem Israeliten beigefügt. Dies Blatt wird hier nicht gelesen; es blieb daher zur Rechtfertigung des Herrn Goldstein beim Publikum hier wie der Umgegend nichts anderes übrig, als solche den von mir bezogenen Exemplaren des hier vielw breiteten Orients und der Zeitung des Judenthums beizulegen. — Nur dadurch bekommen ja auch Sie Kenntniß davon. — Annoncen zu verbreiten, mein lieber Herr Hahn, liegt wohl in der Wirksamkeit des Buchhändlers. — Hier war durchaus kein Grund vorhanden, solches zu unterlassen. — Glauben Sie, daß ich über den Bereich meines Berufes gegangen, so stehen Ihnen ja Wege Rechtens zu, mich zu belangen, nachdem Sie vorher konstatirt, daß der Artikel de° Herrn Goldstein ein schmähender, ein injuriöser ist. Esst der Talente zu viel, die in Judäa wie giftige Pilze austnuchon, — jede Oberflächlichkeit sucht sich geltend zu machen, was in Kreisen von Flachköpfen leider imponirt. — Ich ersuche Sie, wenn Sie sich auf literarischen Fechtböden herumtummeln, meinen Namen, meine Firma nicht wieder in Berührung zu bringen. Der Buchhändler Sigismund Landsberger. Leipzig, 2. Dec. Als in der neuesten Zeit die Beschneidungsfrage so lebhaft von unseren Glaubensgenossen diskutirt wurde, brachte man auch die Gefährlichkeit dieser OP ration, namentlich wenn sie von Nichtärzten ausgeht, a111' Sprache. Aber gerade in dieser Beziehung hat unsere vielfach bewegte und schnell reformirende Zeit sehr viel zur Beseitigung dieser Frage gethan. In vielen Gemeinden habe>i die Israeliten selbst diese Operation entweder ganz in Hände dazu qualisicirter Aerzte gelegt, oder 'Aerzte wenig-