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Der Orient · 1844-12-03 · Heft 49 (3.12.1844) · p. Seite 378

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 49 (3.12.1844)
Date
1844-12-03
Page
Seite 378 (sequence 3)
Language
German
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378 schöne Früchte getragen, daß wir ihrem Pfleger den aufrichtigsten Dank nicht versagen können. Ein Beispiel genüge. Ein ehemaliger Schüler der Hamburger Freischule hat, obwohl ' gegenwärtig Handlungskommis zu Leer, zur Wermahlungsfeiec des Herrn Oberrabbiners Kahn zu Trier, eine ausgezeichnete dramatische Vibelscene „Betuel und Rebekka" nebst Prolog gedichtet. Wir zweifeln, ob irgend eine Schule. in Deutschland solcher Schüler, die, wie die italienischen Gondolieri, singend den Ruder des Geschäftslebens führen, sich rühmen könne. Möge Hr. K. in seinem schönen pädagogischen Wirkungskreise fortfahren, da das Bewußtsein, solche treffliche . Schüler herangebildet zu haben, die süßeste Belohnung ist. Uebrigens wird, wenn wir nicht irren, das „Sabbath-Blatt" die erwähnte Bibelscene veröffentlichen und sie einem größer» Publikum zugänglich machen. Detmold, im Novbr. Seit dem 13. März 1843 ist den Schutzjudm hier gestattet, nach einer ausdrücklichen Regierungs:Verordnung, mit Oel und Branntwein en gros Handel zu treiben, und es ist bis jetzt kein Beispiel vorgekommen, daß von Seiten der Juden diese Gestattung irgendwie übetschritten worden ist. Aber trotz der Behutsamkeit der Juden ist es diesem kaum 1-^ Jahr alten Recht nicht möglich gewesen, dem Brodneide zu entgehen. Einige Glieder der Kaufmannschaft haben wegen Beeinträchtigung Klage geführt, vorgebend, daß die Israeliten ihre Vefugniß, en gros zu verkaufen, dadurch überschritten, indem sie auch an Konsumenten verkaufen. Zwar machten die Juden der Regierung bemerklich, daß en gros nach dem Gebrauche in der Handelswelt nicht darin bestehe, daß nur an Händler verkauft werde, sondern darin, daß in großen Quantitäten der Verkauf geschehe. Jndeß die Negierung nahm auf diese richtige Bemerkung der Israeliten keine Rücksicht, so sehr sie es auch einsah, und um den Bürgern gefällig zu sein, verordnte sie in diesen Tagen, daß sie unter Handel en gros nur den Verkauf der Waaren an Händler und nicht an Konsumenten wissen will. Jedoch mag die Regierung mit dem Branntwein recht haben; dieser Unglückshandel für die Juden sollte aus Selbstgefühl schon von selbst aufhören; wenn der Israelit auch en gros verkaufen wird, so wird es immer heißen, er verderbe durch dieses Gift die Sitten des Landes. Luxemburg, 22. Nov. (Erwiderung auf Herrn Dr. Frankens Angriff gegen die Rabbinerversammlung, von Dr. Sam. Hirsch.) So eben kommt mir das achte Heft der Frankel'schen Zeitschrift für die religiösen Interessen des Iudenthums zu Gesicht, in welchem der Herr Redakteur gegen die im Juni zu Braunfthweig stattgehabte Rabbinerversammlung mit einer Bitterkeit auftritt, die sehr schmerzlich auffällt. Herr Dr. Frankel verkündigt der Welt am Schluffe seines Aufsatzes, daß diese Versammlung eine verfehlte gewesen, und thut das unter einem Scheine des Schmerzes, dem indeß die Schadenfreude nicht undeutlich anzusehen ist. geben in einem gewissen Sinne das Herrn Dr. Frankel zi, ja wir gestehen, daß mit UnterzeichneteR gewiß viele seiner Kollegen in dem Bewußtsein nach Braunschweig gereist m daß diese erste Versammlung eine gewiffermaaßen verfehlte werden müsse! Nicht alle der in Braunschweig anwesend Gewesenen sind wie Herr Dr. Frankel ^pekuniär gut gestellt M kaum Einer von ihnen hatte, jemals Aussicht, Oberrabbiuer in Berlin zu werden. Die Entfernteren erfuhren den Del und die Zeit der ersten Versammlung kaum zeitig genug, um die nöthigen Vorbereitungen machen zu können. Sie unternahmen die Reise mit für sie sehr schweren Opfern; der Ztch enthalt in Braunschwelg, der für Jeden, t r o tz dergroj: .artigen Liberalität der Braunschweiger Gemeinde, doch sehr kostspielig war, konnte nur sehr kurz sei,,. Wie sollte sich Jemand da eingeredet haben, daß in dieser kurzen Zeit schon alle Fragen gelöst und bedeutende Resultate erzielt worden? Daß Mitglieder, die sich größtentheils hier erst kennen lernten, sich in dieser kurzen Zeit über bedeuteck Resultate einigen würden? Daß eine erst ins Leben treteck Versammlung schon die Haltung gewinnen würde, die nSthkz ist, um sich wirklich das nöthige Vertrauen und die nothtz Autorität zu erwerben? Und doch kamen diese Männer, hm trotz aller Opfer, kamen im Gefühle, daß sie sich Blößen gkben würden, die nicht unbenutzt gelassen bleiben — obgleich gewiß Niemand einen solchen Angriff von einem Manne M Herrn Dr. Frankel erwartet hatte — warum? Weil sic nur davon, daß diese Versammlung ins Leben trete, jährlich siatlsinde, eine Heilung der Uebelstände im Iudenthum erwartete». Diese Männer setzten sich in Verlegenheiten und gaben mit vollem Bewußtsein sogar ihren guten Ruf preis, damit mt ein Anfang gemacht würde, sicher, daß die Erfahrung mit k Zeit auch die Fehler vermeiden lehren müsse und dafür gtbührt ihnen Dank, nicht aber Angriffe auf ihre Persönlichkeit, wie ein anderes Blatt sie brachte, noch gereitzte Ausfälle wie die des Herrn Dr. Frankel, der in seinem langen Aufsatz nicht einmal ein Plätzchen für den Wunsch gefunden hat, diese Versammlung möge doch wieder Statt haben, natürlich m Besseres als das erste Mal zu leisten. . Herr Dr. Frankel fühlt es, daß er am AllerweriW berechtigt ist zu einem solchen Ausfälle; er glaubt aber mit einer hochmüthigen Phrase durchzukommen. Warum P Herr Dr. Frankel sein -Wort nicht gehalten und ist persönlich erschienen? Kann man ja so leicht von Dresden nach Braunschweig kommen! Herr Dr. Frankel sagt, er sei Niemanden als sich darüber Rechenschaft schuldig. Dvä) so, lassen wir Sie nicht durch, Herr Dr! Jemand, der st Vieles zu sagen weiß über das, was die Versammlung hätte thun und lassen sotten; der die Anforderungen, die mau eine solche Versammlung und an jedes ihrer Mitglieder f stellen das Recht hat, so haarscharf jetzt aufzählt; der noch weiß, wie diese Versammlung und die Meisten der Mitglieds' keiner einzigen dieser Anforderungen zu entsprechen Lust oder

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