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Der Orient · 1844-12-03 · Heft 49 (3.12.1844) · p. Seite 377

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 49 (3.12.1844)
Date
1844-12-03
Page
Seite 377 (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang P mmm Berichte, Studien und Kritiken | s I Das Abonnement für j titt Jahr ist 5 Thlr. I Mn abonnirt bei allen | i8M» Postämtern und | allen solid. Buchhand- ,s Jungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig« 14». Leipzig, den 3. December 1844. Inhalt. Deutschland. Königsberg. Der Mas. Russische Flüchtlinge. Gemischte Ehen. Hamburg. Dr. E. Kley. Die israelitische Freischule. Wirksamkeit derselben. Ein ausgezeichneter Schüler. Eine dramatische Bibelscene: Vetuel und Rebekka. Detmold. Der Handel en gros. Regierungsmaaßregeln. Lux emburg. Erwiderung aufDr. Frankel's Angriff auf die Rabbimrversammlung, vomRabb» Dr. S Hirsch. Schub in. Kultuswesen und Gemeindeleben. Landrath Wern ich. Vorsteher A. K oricki. Stadtrath Alexander. — Oesterreich. Prag. Materielle Stellung der Rabbinatsanalekte. Frühere und jetzt. Abhülfe. — Offenes Antwortschreiben an Hrn. M. A. Stern. vonDr.M. Gut mann. Distriktsrabbiner. (Fortsetzung). — LB. d. Or. 1 Deutschland. | Königsberg, 21. Novbr. Noch hat hier das! Gespräch über den berüchtigten Ukas zur Epilirung der | Juden von der Grenze nicht aufgehört und mit großem f JnteceJfc haben wir hier das Schriftchen „die Juden in f Rußland", das. in Ihrem Blatte so treffend und richlig beurtheilt und berichtigt wurde, gelesen; nur hat es! lms gewundert, daß der Abfasser gar keine andern Quellen benutzte, als die Zeitungsartikel und daß über den f letzten Brief, welcher über das Schulprojekt handelt, in dem Hauplblatte des Orients gar nichts gesagt wurde. § Wir können es uns gar nicht denken, daß der Schreiber j jenes Artikels über diesen Gegenstand nichts zu sagen j Wen sollte; doch vielleicht ist gerade dieser Brief für f einen zweiten Artikel aufgespart *). Von russischen Flüchtlingen, wie sie mühsam von hier aus sich nach Hamburg schlagen, um von da aus nach England und Amerika zu gehen, könnte ich Vieles berichten, allein | es ist wohl besser, über diese traurige Episode unserer j Zeit ganz zu schweigen. Doch nur soviel will ich hier 1} berühren, daß wir hier sehr viele russische Jünglinge haben, 1 bie sich ch-ils den Studien ergeben, theils ganz rathlos § ßnd. — Von Ergebnissen hier ist nichts zu berichten; | eine Geschichte, die man sich erzählt, ist alles was des | Berührens werth ist. Ein jüdischer Arzt verlobte sich | vor Kurzem mit einem christlichen Mädchen aus anstän- | *) So ist es auch in der That. diger, gebildeter Familie, ohne daß diese sein Christwerden verlangt, und der Arzt reichte bei dem Konsistorium ein, daß es die Einwilligung zu der gemischten Ehe gebe. Die Erlaubniß wurde natürlich verweigert, jedoch hat der Arzt das Recht der weitern Petition nicht aufgegeben und hat sich bereits mit dem Gesuche nach Berlin gewendet. Man ist begierig zu erfahren, ob die Regierung bei dem Principe der Unduldsamkeit und des Antichristenthums verharren wird, und sollte es so geschehen, so wird in Zukunft den Israeliten nicht mehr die Jsolirung zur Last gelegt werden können, was übrigens nach der Bestimmung des Pariser Sanhedrin und der ersten deutschen Rabbinerversammlung ohnehin nicht mehr möglich ist. Haneburg, 17. Novbr. Als unser klassischer Redner, Hr. Dr. Kley, von der hiesigen Kanzel für immer Abschied nahm, erregte dies einerseits Bedauern und andererseits Verwunderung. Man bedauerte es, daß ein Mann, dessen Predigten durch einen echt klassischen Styl ausgezeichnet sind, von der hiesigen bis in die Ferne influirenden Kanzel abgetreten sei; man wunderte, sich, daß ein allgemein geachteter Redner plötzlich einen bedeutenden Wirkungskreis aufgegeben. Bedenkt man aber, daß Hr. K. nur die Rollen gewechselt, und die Belehrung der Männer und Frauen mit der Heranbildung der Jugend vertauscht, daß Hr. K. seine ganze Thatigkeit der Freischule zugewandt hat, so muß sein Entschluß nicht nur gebilligt, sondern auch im höchsten Grade geachtet werden. Die Freischule hat bereits sotche 49 Red.

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