Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 48 (26.11.1844)
- Date
- 1844-11-26
- Page
- Spalte 763-764 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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768 Studien. I. Lrigla-nd's Abhandlung über die Karäer. 764 so UM das geliebte Bild herumkoquettiren. Wie jener große Philosoph/ sehe ich ein halbes Jahrhundert gelassen auf das Treiben der armen Menschen, welche die Tinte nicht haltenkönnen, und werde endlich auf den Ruf einer großen Macht mit dev Philosophie der Offenbarung Jona's hervortreten, um alle gelehrten Zeitgenossen total anonym zu machen. Nur dann und wann will ich ein mehr wohlthatig reizendes, als zündendes Bli-tzchenschleudern, um die Untergeordneten auf ihren Standpunkt aufmerksam zu machen! Sie, meinen alten Kameraden von dev Donau, warne ich, und sage: Beglücke mir Gelehrsamkeit Chajjug, Und sprich auch meinetwegen Ben Karisch *)♦ Doch Hab an dreizehn Männern auch genug! Mußt Ungeheuer, böser Meeresfisch Du mich denn auch noch um mein Liebstes bringen? Mußt Haifisch Du den Jona noch verschlingen? Adieu! Bei Philipikka sehen wir uns vierzehnfältig . wieder! Le brecht. Jakob Trrgiand's Abhandlung über die Sekte der Karäer. (Im Auszuge übersetzt und mitgetheilt.) (Fortsetzung.) Kap. 8. Geschichte Anan's und der Ausbreitung der von ihm wiederhergestellten Sekte der Karäer. Nachdem wir die Geschichte der Karäer bis auf Anan verfolgt haben, müssen wir das GeschlechtAnan's, sein Vaterland und Absicht kurz untersuchen.. Er lebte um das Jahr der Welt 452A, nach Christo 763, Gebürtig'war er aus Bet-Zur, einer kleinen Stadt oder Festung, die durch die Makkabäischen Kriege berühmt geworden war, und er-soll aus der Familie David's abstammen. Morin und Simon schenken in Betreff seiner einer Erzählung Glauben, die sie bei R. Abraham Ben David und R. David Gans in der Chronologie gefunden haben, welche heftige Feinde von ihm sind. Wir wollen die Anklagen der Rabbaniten und seine Vertheidigung durch seine Anhänger aus den Handschriften der Karäer vorführen. Neben Alles berichtet uns der Verfasser des Buches Chilluk. Anan hatte nach der Erzählung der Rabbaniten einen jüngeren Bruder Chananja, der ihn an Kmntniß des, Gesetzes sehr nachstand, aber frömmer und tugendhafter als er war, die Weisen machten deshalb statt keiner den .Chananja zum Oberhaupt. Da regte sich Haß sowohl bei Anan als auch bei Allen , die etwa von den Anhängern des Zadok und. Baithos noch vorhanden waren, und sie machten heimlich den Anan zu ihrem Vorsteher. Auf Befehl des Königs, dem dies hin- *) Statt Koreisch, oder Korsisch. tmbracht worden warsetzte man ihn nun gefangen,, um ihn als Rebellen gegen den König aufzuhängen. Zufällig war er iiy e.i n e m GrfängnU mit einem Jsma.elitew, dc-p au demselben Tage gehängt werden sollte, weil er sich der Lehre Muhanirned's widersetzt hätte.. Dieser gab ihm den Rath, sich durch ein Geschenk, das er dem Vicekönig gäbe, Zutritt zum Könige zu verschaffen, und diesem dann auseinander zu setzen, daß er und sein Bruder nach verschiedenen Gesetzen, nicht nach einem und demselben regierten. Anan erzählte nun vorher seinen Anhängern, daß ihm Lm Traume Elias erschienen sei und ihm als des Todes schuldig erklärt habe, weil er von dem, was im Gesetz geschrieben stehe, abgewichen sei; dann verschaffte er sich durch eine große Geldsumme Zutritt zum Könige, und sagte diesem: die Lehre meines Bruders geht nach der Rechnung und der Einschaltung der Tekufa, meine aber richtet sich nach dem Mondwechsel und nach der Einschaltung, die von der Reife der Aehre abhängt. Da nun in der Religion des Königs ebenfalls die Festtage nach dem Monde und den Aehren bestimmt wurden, so gefiel das dem Könige sehr, und, er war alsbald versöhnt/ Wir wollen nun erfahren, was die Karäer aus diese Beschuldigungen, antworten. Die ecste gebt auf Frechheit und Abfall von der Furcht Gottes. Dem widerspricht, daß Anan mit den Seinigen nach Jerusalem ging, dort in. voller Demuth und mit allen Bußgebräuchen zu Gott flehte, daß er die Wohnungen Wiedergabe denen, die über Zion und Jerusalem trauerten; dann das Zeugniß des Königs Cozar, ihres Feindes, welcher die Karäer für sorgfältiger und eifriger in - der Verehrung Gottes erklärt als die Rabbaniten. Daß er aber den Aberglauben und den selbsterfundenen Gottesdienst b r Rabbinen für nichts achtete, wurde ihm schändlicher Weise für Mangel an Gottesfurcht ausgelegt. Gegen die zweite Beschuldigung wegen der Ansprüche, die er auf das Rektorat erhob, entgegnen die Karäer, daß er sie. nicht aus Neid, sondern aus Eifer für das göttliche Wort und Gesetz gemacht habe; da übrigens die Ankläger selbst bekennen, das Anan an Jahren und Gelehrsamkeit wei- : ter vorgeschritten gewesen sei als sein Bruder Chananja, so fallt die Anklage auf Neid und Ehrgeiz vielmehr auf diesen und auf die Rabbaniten zurück, die Einen, der ihnen folgte, vorgezogen vor dem Manne, den Kenntnisse, Verdienste und das Gesetz der Erstgeburt verlangten. Und eben so wie ihm ist es den besten und gelehrtesten Männern jener Zeiten gegangen. Das Dritte, was sie ihn zum Vergehen aurechnen,! ist, daß er den Statthalter des Königs bestochen hat, damit ihm ein Gespräch mir dem König mögliche würde. Hier fragen die Karäer zuerst, woher er und seine Anhänger Geld bekommen haben zu einem Geschenke, da es doch bei den Rabbaniten nicht vorhanden war, deren viel mehre waren. Ferner, sagen sie, sei es keine unerlaubte Sache,, sich zu einer ge rechten Vertheidigung die Gelegenheit zu verschaffen, vorzüglich bei den Orientalen, wo ohne Geschenk bei den Mächtigen nichts ausgerichter wird. Eher seien die Rabbinen anzukla- _ gen, welche jenes königliche Dekret, durch welches der jüngere