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Der Orient · 1844-11-26 · Heft 48 (26.11.1844) · p. Seite 371

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 48 (26.11.1844)
Date
1844-11-26
Page
Seite 371 (sequence 5)
Language
German
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Verein zup Unterstützung der israelitischen Ackerbauer M Handwerker in Baiern seinen Jahresbericht veröf-! ftntlicht und somit einen indirekten Beweis geliefert,! M die allgemein geglaubte Neigung der Juden zum \ Kandel endlich nicht mehr geltend gemacht werden kann, \ da das Verhaltniß der jüdischen Ackerbauer und Handjj werkec zur Bevölkerung fast dem der christlichen Stadtel hewohner gleich ist. In diesem Sinne hat der Verein I m dem Berichte eine tabellarische Uebersicht des Betrie-! bes der Handwerke und des Ackerbaues gegeben, insofern | es die Israeliten Baierns betrifft, und man erhalt da- | durch das erfreuliche Resultat, daß der Zudrang zu den I Handwerken und zum Ackerbau bei den Israeliten in | den letzten 10 Jahren sehr bedeutend war. Baiern zahlt § an Israeliten 61,000 Seelen, da aber nach Abzug der I Flauen und Mädchen, der Greise und Kinder, des Lehr- und Wehrstandes kaum- 10,000 Personen zu zäh-, len sind, so ist es erfreulich zuerfahren, daß unter diesen 10,000 sich 1,200dem Ackerbau und 4,700 den Handwerken-gewidmet und also etwa nur 4000 übrig bleiben, die noch dem Handel anhangen-, was in Bezug auf die ganze- Bevölkerung übrigens durchaus kein Mismhaltniß ausmacht. Ich hoffe, daß Sie selbst einige Auszüge aus diesem- Jahresberichte machenwerden -). Es siagt sich nun, ob nachsolchen Resultaten' eine baierische Scandeversammlung nocsi sagenkann,: daß man mit der E-mancipatiom solange warten muffe,- bis die Israeliten größtentheils^ dem. Ackerbau, und den-. Hand--, merken sich zuge.wendet, da diesem Periode' nun völlig! ein-- getreten. BreslE, 10. Novbr. Es had vor Kurzem einemschelmischen Korrespondenten gefallen, die hiesigen Stu-. deuten, bte. bie, jüdische Theologie zu ihrem Beruf gewählt,, im „Israeliten"- aufeine lügnerische. Weise.- zu schmähen,, und der Redakteur jenes- Blattes hat. wahrscheinlich er? fahren, daß diese: noch-, nicht. Israeliten des. neunzehntem Nh.chunderts. sind- und den - Schimpfworten seine. Spat-: ten geöffnet.. , Wenn allerdings ein. solcher Korrespon--- ^P.t.mcht-wKrd.ig:.jst, daß in diesem- Blatte, über ihm V ^sprachen, werde-, wenn. aus, seiner, geistlosen^ Widerle--!3lln3 wie. aus dem trivialen Bildern deren, er . sich'. bedient, wohl . zu. erkennen ist, wessen Geistes Kindß ist, si-. halte, ich es - doch für Pflicht, .eine«; solche- | düge, womit nicht eineinzelnes Individuum.,-sondern | ein ganzer Stand Verla umdet erscheint, nichtungeahndet- E lassen, und. diesem die. Wahrheit zu sagem Wie. in jedem Streite der Plebs niemals auf die- Gründe der ^Gegner eingehr, sondernviel lieber den-Gegner mit. *) Ich habe ihn bis Dato nicht erhalten. Ich wünsche, einer meiner- Freunde/ der sichfür die Verbreitung'histor-ifchee Ergebnisse.interessirt, mir die Jahresberichte diefcsVereins uub eines kurze -Wizze über die Entstehung desselben zukommen lGn möge. Red. Schimpfreden ansällt, ja selten mit der Persönlichkeit der Gegner allein sich begnügt, sondern am liebsten deren Familie und das Land, wo sie geboren sind, in Verdacht bringt, so hat es auch diesmal jener Res. gemacht. Er, in der Vermuthung, daß der Berichterstatter im Orient ein Theologe aus dem Posenschen sei, hielt es mit Recht leichter, statt jenen zu widerlegen, seine Person anzugreifen; da er aber seinen Gegner durch seine Angriffe nicht verwunden konnte, glaubte er, es sei das Beste, alle der Theologie Beflissenen aus dem Herzogthum zu beschimpfen. Und das konnte ec ohne seinen eignen Nachtheil chun, weil er das Glück hat, in, einem ob erschle fischen Dorfe geboren zu sein. — Allein der 91 ff. scheint für seine Anonymität gefürchtet zu haben, und spricht spatervon ,,15 Jünglingen, die jüdische Theologie zu studiren vorgeben";. denn da kaum 6 aus dem Posen'schenhier find, die dem Studium der jüdischen Theologie obliegen, so konnte er mit Sicherheit rechnen, daß man ihn und seine' Landsleute dazu zahlen wird, um die angegebene Zahl herauszubringen, wodurch er' am Besten seine Anonymitätgesichert glaubte. Und wirklich Hab jeder hiesige Leser bei den Worten „die jüdi- - sche- Theologie zu studiren vorgeben" zuerst an Res. ge-; dacht; denn wer giebt es mehr als- Res. selbst nur vor, ' Theologie zu studiren, der,- alser bei seinem Abiturienten-; Examen gefragt wurde, warum er die hebräische Arbeit nicht mitmache, zur- Antwort gab,- er sei nicht im Stande, die hebräischen Verse grammatisch zu analysiren? Wer; si'mulitt mehr jüdische Theologie-,, als ein schon stark be-; bartetet Mensch,- der' noch nicht, hebräisch konjugirem und - dekliniren kann? — Und selbst der Tadel-der Manieren ^paßt wohl am besten aus den Res., denn wenn er auchmit so glücklichem Talente ausgestattet ist, daß er ungeachtet des Jahre langen Hockens im Bet h.a-Midrasch,- vom Talmud doch Nichts begriffen hat,- und daher mit Stolz- und Verachtung auf dieherunter steht, welche! so unglücklich sind, neben einer klassischem Bildungtüch-! tige Kenntnisse' im- Talmud zu. haben, weiß-' doch Jeder, wie viel Nächte er hinter dem Osem in Betha-Midrasch geschlafen und wie er ein Famulus der legitimen Bachurim gewesen ist. Es-ist daher nicht das Verdienst des Res., wenn er nicht mit jenem von ihm Verläumdeten über Literatur und- Wissenschaft zu urcheilen wagt, es ist nichtseine- Bescheidenheit,- es ist blos die Schuld der . Beschränktheit. Doch würde Jeder mit mir, Ausdrücke wie. „vorgeben, bacherische Manieren" ihm verziehen haben, weil Res. vielleicht glaubte,- durch seinen Artikel Dankbarkeit gegen. Manchen seiner Wohlthäter an Tag zu legen und die Gunst mancher und ihre Stipendia dadurch sich zu schaffen. Wenn er aber sagt, daß-die der Theologie Beflissenendie hiesige Gemeinde quälen, hatte er wohl überlegen sollen, wer zu Badereisen der hiesigen Gemeinde zur Last fällt? Wer im Bade von den - Wohlthaten der Breslauer lebt? Posnec oder 48 *

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