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Der Orient · 1844-11-26 · Heft 48 (26.11.1844) · p. Seite 370

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 48 (26.11.1844)
Date
1844-11-26
Page
Seite 370 (sequence 3)
Language
German
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- 370 - (S. 53) geßagt rpird. Dkese^MaM, der soeben ein Gedicht über die Unsterblichkeit der Seele zu Gunsten der Waisenhäuser veröffentlicht, ist' der letzte der MitarbeM der. M0M./ auch. Verfasser des. zu seiner Zeit wohlthäti'g wirkenden DniD1? rvttw? und ist zwischen 90 und 100 Jahre alt. Täglich sehen die Berliner zur bestimmten Stunde einen kräftig , gebauten Mann mit Hilberlo.cken. rüstig durch die Linden schreiten.; es ist der an; Gemüth, und. Verstand noch ungebeugte hundertjährige Ljudau,r d.e.r: ande.r<-Schwelle der Ewigkeit noch zartsi'nnig dichtet. GiebL es einen schönern Schwan engesang, als im höchsten Alter von der Unsterblichkeit zu singen? Breslau, 4. Nov. (B. Z.) Heute ist der Ministerialbescheid, der die Verhältnisse der hiesigen Judengemeinde ordnet, unterzeichnet von den Ministern des Innern, und des Kultus, von. Arnim, und Eichhorn , an dM FHerv.orstcherkollegium der Gemeindo. eingegangeln- Die Verfügung bestätigt die Wahl des Dr. Geiger als. ersten. Rabbiner von Breslau und bezeichnet die Wahl des Hm. Tikcin als illegal, da: dieselbe nicht vom Obervorstehe.ramt, welches die. einzig, kompetente Behörde ist,., ausgegangen sei. Ferner: ist das Obervorsteheramt, bei der Notwendigkeit eines zweiten Rabbiners, erwachtigtigt worden, eine neue Wahl vorzunehmen. Ein anderer Punkt der Verfügung sagt, daß die Statuten, welche die' Mitglieder der Gemeinde-unterschreiben-, umdie- Mitgliedschaft zuerlangen, für' alle-bindende Kraft hatten, und-zwar solange, bis'- das -neue Judenreglementwelches dem Staatsrathe jetzt vorliege, diebestehenden' Verhältnisse geordnet' habe.- Auch' von der Anklage , dievon einer gewissen Seite - beim - Ministeriumerhoben ist, daß-die- Vorsteher-einen neuen Kultus-im-großen Tenm pel eingeführt haben, sind' dieselben als^ in ihrem Rechte befreitwordenda' man keinen Judenzwinge, einen bestimmten Tempel zu besuchen. Änxewbnikg, 14; Novbr. In Ihrem geehrten^ Blattewurdeder- Wünsch geäußert, daß' Ihnen vom allen jenen- Gemeinden aus-', woschon-; im verflossenen Jahre - das- Köl-Nidre abgeschafft' wurde, Nachricht ertheiltwerdenmöge;- Da sich - auch ' unsere Gemeindezu denselben-zahlet-, so - rechneich es-mir zur- Ehre , Ihnen" hierdurch'- den - gewünschten kleinen Diensteiner Berichterstattung leisten zu können-.- Anstatt des Kol-Nidrewurdedas von - Leopold-- Stein gedichtete Lied- ,,O'' T'ag - des Herrn", dem die alte Gesangweise des'Kol-N'idrezur- Melodie dient, abgefungen. — Diese und noch"manche andere -Reform zur Hebung des Gdttesdienstes/ sowie auch manche höchst erfolgreiche Umgestaltung unserer Kömmunalzustande sind binnen kurzer Zeit-durch das verdienstvolle Streben unseres geistlichen Lehrers -' vereint mit dem thatigsten Beiständedes intelligentem Theils Hiesiger Gemeinde einerseits, und der kräftigsten Unterstützung Seitens der Staatsbehörden andererseitshervorgegangem Was in letzterer Beziehung geschehen , ist nichts Geringeres, als das aüß i>m herbeizufühcenden" Ruin eines -sogenannten Chedecs eine geregelte Elementar- und Religionsschule gegründet wurde, die unter dem Schutze der städtischen Schul- Kommission stehend, alte den Schulen anderer Konfessionen zukommenden Gewahren theilet, der Art, daß sogar ein Theil des Gehaltes für den Israel. Lehrer aus der Stadtkasse bezahlt, wird. Ich sagte: „auf den Ruin eines Cchetzers"; dennvorekK mußte die bisher bestehende Unterrichtsanstalt aufgehoben, vorerstmußte auch die provisorisch besetzte Vorsangerstelle zu einer definitiven umgeschaffen werden, um aus der Vereinigung beider eine anständige Stelle für einen Lehrer und Vorsänger zw erzielen. —- Dieses Alles ist nun geschehen, und jene Stelle bereits seit dem 1. Septbr. a. c. mit Schreiber dieses besetzt. Daß bei dieser Einrichtung auch manche harte Kampfe unvermeidlich waren, erklärt sich daraus, daß jene beiden Individuen, deren eines als quasi Religionslehrer, der andere als Ehasan fungirte, durch Hch rath mit Hiesigen in Verwandtschaft getreten waren, welche auch nichts unversucht ließen, die Entlassung jener zuverhindern. Wenn sich deshalb zur Zeit auch noch manche Spuren von Gehässigkeit hie und-da bemerkbar machen, so reduciren sich diese doch meistentheils nur auf die Betheiligten, ohne im Allgemeinen den Charakter einer Störung des Gemeindefriedens anzunehmen. - Dieser kann nur angerühmc werden, um so mehr, als unsere Gemeinde, welcheso zusagen, noch immer erst imm Entstehen ist, größtentheils aussich'- einander frinü dem Elementenzusammengesetzt ist, die ausverschiebend Theilen - der Umgegend ' hierherkamen, und ’ nun erstzum Bewußtsein-des-gemeinschaftlichen Zusammenwirkens grlangen-sollen.- H. Oberdörfer. H'nmburg> 16* Novbr. Im September voriM Jahres^ hatte unser- Senat über einen Plan zur Ermterung der Rechte der hiesigen Israeliten zu entscheide gehabt, und'wie man zu jener Zeit-allgemeinglaubte, soll derselbe auch'zu Gunsten einer Annäherungder völlige Emancipation entschieden habem, und nur unsere demkratische Verfassung soll es allein gewesen sein, welche die Absichten des- Senats vereitelt habe/ Die-Entscheidung des Senats soll um jene Zeit bereitsan bi*' Kanzlei abgegangen gewesen sein, damit der Bürgerkonvent darüber entscheide, aber eine vorwaltende Meinung gegen die Entscheidung; des Senats/ die-sich plötzlich kündgab, veranlaßteden Senat, seine Entscheidung zurückzunehmen. Im diesem Augenblick soll derselbe Vorschlag, und zwar in noch - ausgedehnterer Weise vom-Senate beschlossen sein und soll, bereits-beim Oberalten liegen, um-beim nächsten Bürgerkonvrnt in Berathung gebracht zu werden/ Wie weit diese hier verbreitete Nachricht wahr ist- und obüberhaupt -jetzt ein Erfolg erzielt melden-wirdlaßt sich'vorläufig noch gar nicht bestimmen. München- 10. Novbr. Vor Kurzem Hai dec

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