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Der Orient · 1844-11-19 · Heft 47 (19.11.1844) · p. Seite 367

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 47 (19.11.1844)
Date
1844-11-19
Page
Seite 367 (sequence 13)
Language
German
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welcher die Zeit der Auslebung dieser höchst nöthigen Anstalt bedachte, sandte den edeln Menschenfreund, den edeln hochherzigen und loyalen Mann, Freiherrn Krieg von Hochfelden, den Sohn unseres Landes-Prasidenten, zu unserm Kreis-Vorsteher, einen vorurtheilsfreien Mann, dem es um' wahre Menschenliebe und öffentliches Gemeinwohl zu thun ist, und in dessen edelm Herzen warme und eifrige Wohlthätigkeitsgefühle glimmen. Mit den Abstellungen .veralteter Nebeln u. zugleich mit möglichen Verbesserungen beschäftigt, richtete er auch auf das in unseligem Verfall liegende israelitische Armenspital seine Aufmerksamkeit und beschloß dessen Auslebung. Er säumte Mt, die Gemeinde auf das so unentbehrliche moralische Bedürfniß aufmerksam zu machen, und sie, mit vernünftigem Rath und edler That an die Hand gehend, zur Aufrechterhaltung dieses Gemeindespitals und Gründung eines permanenten Fondes aufzumuntern. Die Gemeinde in den jetzigen Zeiten, wo selbst in Galizien der Morgen der Kultur allmälig heranbricht, für Gutes und Vernünftiges empfänglich, ergriff mit Freuden die dargebotene Gelegenheit, und nun strebte Alles zu der -verjüngten Organisation eines für das Heil der Leidenden, für die im Herzen jedes bessern Menschen sympathetische Gefühle mächtig walten, nötigen Spitals nach Kräften Möglichstes beizutragen. — Der Fortschritt der Kultur und die allmalige Ablegung der weiten Hülle des Aberglaubens hat sich hierin mit der Anerkennung und Würdigung höherer Bedürfnisse evident bewahrt; die ersten Menschen reiften erst dann zur hohem Erkenntniß, als sie. durch den bewirkten geistigen Effekt der Wissensfrucht ihren physisch nackten Zustand in der großen herrlichen Natur einsehen lernten. Sogleich wurde eine Sammlung in der Gemeinde veranlaßt, die erzielten Gelder dem dazu aufgestellten und neuerdings amtlich ernannten Spitalverwalter zur Herstellung der in dieser Saison (1. Januar 1843) möglich zu erzielenden Reinlichkeit, zur Anschaffung aller ta|itien übergeben. Die obere Direktion des Spitals sowie das ganze Heilwesen ist von Seiten des k. k. Kreisamts dem sich dazu aus purer Menschenliebe erbo- \ lenen Herrn Dr. mech I. Seidl, k. k. Kreisphystkus, dem in seinem Kunstfache in der medicinischen Welt zugleich als Autor berühmten Manne überltagen worden. Dieser edle hochherzige Herr übernahm dem größten Eifer dieses zur Bewahrung der ihm eignen Humanität sich ihm dargebotene medicinische Feld, ^gründete die Spitalstatuten, und empfahl dem Verwalter die beste Art und Weise, wie er die nöthige Ordnung handhaben könne. — Von Seiten des löbl. k. k. Kreisamts ist mit Zuziehung des israelitischen Gemeinde- Vorstandes und der spater erfolgten theilweisen Genehmigung Seitens der galizischen hohen Landesstelle ein bleibender Spitalfond basirt worden, bestehend in a) einem halben Kreuzer W. W. von jedem in der Fleischbank für das hiesige jüdische Publikum zu konsumirende Pfd. Koscherfleisch; 1)) in einer vom Gemeindevorstande für die, im eintreffenden Sterbefalle, Hergebung der Gemeindebahre klassenmäßig verfaßten und genehmigten Leichenbahre-Taxe; c) ebenfalls in einer ähnlichen bei der üblichen Stellung der Grabsteine anwendbaren Leichenstein-Taxe; d) sind die jüdischen Schächter der Gemeinde zur Leistung eines, dem mit Tode abgegangenen Religionsweiser früher verabfolgten nun zum Spitalfond übertragenen Beitrags mit 3 fl. W. W. wöchentlich verhalten worden. Im Laufe der folgenden zwei Jahre ist das Terrain bedeutend erweitert und ziemlich verschönert worden, die Aufnahme der Kranken vom besten Erfolge gekrönt, selbst Kranke, die jahrelang auf ihren Leidenstätten schmachteten, verließen, Dank der gütigen Vorsehung und der großen Kunst des Hrn. Spitalarztes, genesen diese Anstalt und traten in den Zirkel der Ihrigen wirkend aufs Neue ein, daher ist der Andrang der Kranken zur Aufnahme immer stärker geworden und die Einkünfte konnten mit den Auslagen nicht das Gleichgewicht behalten. Auf das diesfallige Ansuchen der Spitalverwaltung um Erweiterung des Fondes ist von Seiten des k. k. Kreisamtes und des Magistrats mit Zuziehung der israelitischen Gemeindevorsteher eine Kommission zusammengetreten, und zur Ausdehnung des Spitalfonds noch folgendes erlassen, worüber die höhere Bestätigung bereits erfolgte u. 6) die in den koncentrirten Ortschaften sich aufhaltenden Individuen müssen von ihrer Schlachtung mit 20 X. EM. von einem größern und 5 T. EM. von einem kleinen Stück Rindvieh beitragen; f) die neu errichtete Fleischbank wird nach Befriedigung der Baukosten ihre Einkünfte dem Spitale zuwerfen; g) im noch fehlenden Falle wird die Stadtgemeinde im Repartitionswege das Nöthige ergänzen müssen. Im Laufe der Zeit wird sich wohl das gering begonnene Spital immer mehr ausdehnen und seine Kräfte erweitern, denn es wirkt und waltet in ihm eine schaffende Hand des energischen Fleißes und der vernünftigen Oekonomie. Durch die milde Hand des in seinem Fache ausgezeichneten dabei auch sehr humanen Herrn Kreisarztes sind schon mehre am äußersten Rande des Lebens gestandenen Kranken dem gewaltigen Arme des Todes entrissen worden, und die Gemeinde weiß diesem Ehrenmanne den innigsten Dank für dessen unentgeldliche Mühe und regen Eifer um das Wohl dieser Anstalt^ Ec besucht dieses Spital mit Zuziehung eines chirurgischen Individuums 1 oder 2 mal täglich nach Erforderniß, die Kranken genießen von ihm die beste Aufmerksamkeit und zarteste Behandlung, aber das - beste Resultat krönt dessen löbliche und menschenfreundliche That. Auch von Seiten der Verwaltung, die den Händen eines thatigen eifrigen Mannes anvertrauet ist, wird die beste Ordnung und Reinlichkeit beobachtet, so daß im Erkrankungsfalle

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