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Der Orient · 1844-11-05 · 45 (5.11.1844) · p. Spalte 709-710

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
45 (5.11.1844)
Date
1844-11-05
Page
Spalte 709-710 (sequence 3)
Language
German
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709 Studien. Melodien für Bibel und- Lalmud. Reisebefchreiber oft beschrieben 8). Man sieht, daß der menschliche Geist sich allenthalben gleich bleibt, und so kommt es, daß Asien und Europa, besonders die Juden daselbst sich im Besitz von gleichen Gebräuchen befinden, die, wenn sie auch nicht immer zu erklären sind, jedenfalls merkwürdig sind und Beachtung verdienen 9). II. Das Singen (Gebrauch einer gewissen Melodie) beim Studium der Bibel und des Talmuds. Daß die Griechen ihre Kinder singend unterrichteten ist bekannt. Auch die Juden hatten gewisse Melodien, nach welchen sie die Bibel und den Talmud absangen, und deren Gebrauch ebenfalls sehr alt, und im Oriente auch beiden Muhammedanern üblich ist. 1) Melodie für die Bibel. Die Accente der Bibel , nuU3) haben eine gewisse Melodie, deren Atter so wie die Melodien beim Gebeter(nM vergl. LS. des Orients 1843, S. 591), zwar nicht bekannt ist und sich, da diese Melodien nie schriftlich fixirt wurden, auch nicht bestimmen lassen. Diese Melodien differiren beiden spanischen und deutschen Juden von einander, und werden gebraucht beim Vorlesen der Bibel in der Synagoge. Die Hastarot (NND25!) haben wieder eine andere Melodie, die ebenfalls bei den spanischen und deutschen Juden differiren. Der Verfasser des n'Ton *)DD spricht von den verschiedenen Melodien des Pentateuchs und der Propethen und der andern heiligen Schriften (ß^nrD), und bemerkt dabei, daß man die Melodien nicht verwechseln, sondern, jedes mit seiner bestimmten Melodie absingen soll^). Die Erste ren haben sogar für das Buch Jj ob zwei verschiedene Melodien, wovon die eine für das gewöhnliche Lesen, die andere aber für das Vorlesen am 3^0 'o bestimmt ist, und worauf wir bereits anderwärts aufmerksam gemacht haben 1X). Auch die Muhammedaner haben für das Lesen des Koräns eine gewisse Melodie, deren die Scheiks in den Moscheen sich bedienen, und mit welchen Melodien die Mollah's die muhammedanische Jugend unterrichten. Europäische Reisende z. B. N i ebuhr und Ker Porter haben dieses erwähnt, und wir wollen deren Worte hierhersetzen. Niebuhr") sagt: „ich habe oftmals Scheiks ein Stück aus dem Koran lesen hören, welche mir wegen der natürlichen Musik, indem sie ihre 8) Manches Hierhergehörige findet der Leser in Hammer's Geschichte der persischen Redekünste. Wien, 1818. 9) Eine Zusammenstellung verschiedener hierhergehörigen Gegenstände werden wir bei einer andern Gelegenheit liefern. 10) Wir setzen diese Stelle hierher, b73.) wn N'b b& juj -cn"1 ,nbw oumn npnta dwüi fei uw trara bau D’arfe rrmb Dörfern trairahi Bwaafrimn *>QD) — jpino NW idd jui pwih mfe .(ata p’D. DH’Dn. 11) LB. des Orients 1843, S. 540, Note 43. 12) Neisedefchreibung 1, S. 175. 71« Stimme niemals zu hochzwingen, sehr wohl gesielt Ker Porter sagt: „Dies (der Unterricht dev Kinder'durch dre Mollah's) geschieht in einer Art von Melodie, die nicht angenehm klingt, wenn die Stimme gut ist und einen langen- Triller schlagen kann, mit welchen der Aw z-au n schließt. Die schöne Ausführung dieses macht eines derHauptstücke des Ehrgeizes bei diesen jungen Dienern der muhammedamschen Religion aus". Mit diesen Berichten stimmt auch der des Hrn. Dr« Löwe in London ein, welcher bei seiner Anwesenheit in Hamburg, auch die Güte hatte, uns ein Stück K o v ä n mit der muhamrnedanischen Melodie vorzulesen. Es hat allerdings eine gewisse Aehnlichkeit mit der Art und Weise wie die Juden die Tora lesen (*r3y?3 miD sein). Den Ehrgeiz der Mollah's, von dem Ker Porter spricht, theilen sie mit den der jüdischen Vorleser (joip),. wie ihre Kunstgenossen die Chorsänger sich oft selbstgefällig zuhören, und ihre Triller für sehr wichtige Momente in der Geschichte der Menschheit halten. Die Selbstschilderung eines mit sich zufriedenen Vorsängers, dessen Herz voll Dankbarkeit gegen die Vorsehung war, die ihm nach seiner Ansicht, mit einer vortrefflichen Stimme begabte, hat Immanuel aus Fermo auf eine höchst ergötzliche Weise geliefert, welche aber'4), wie viele Stellen seiner geistreichen M ach ber et, unübersetzbar ist. 2) Melodie für das Studium des Talmuds»' So wie die Bibel hatte auch die M i sch na ihre eigenen Accente die Heils für die Jnterpunktatl'on theils für die Melodie bestimmt waren. Aeltere Schriftsteller z. B. Tosafot und Prosat Duran lS) erwähnen diese- Accente, jedoch in der spätern Zeit sind sie ganz verschwunden. Joses del Medigo mag vielleicht der jüngste Schriftsteller sein, der a ecen tuir te Mischnijor gesehen hat^). Der Talmud erwähnt im Allgemeinen diese Melodien beim Studium und es scheint, daß er die Melodien für den Talmud im Sinne hatte. Der Gebrauch dieser Melodien wird empfoh- 13) Bibl. der Reifen B. 35, S. 556. 14) Diese Stelle mag hier einen Platz finden. Machberet Immanuel Ausgabe Berlin) S. 131. w tn nm nizmp -ow nyi uniovo bbsnN ntaw nja-r rm Dinrv nwyn to iyp3> rnnp wbm liDD }\V niD)N;) , DTO nb-M, NpN7 •03 Ppb nin’ , rpbnn 33O3 nioro N3pN in , D^.n Dn3i3i nup3 NipNi, rpyKp pn “idin t^n njni * ük , npn py b.r ran pi^b to nann , »totobt UD.^riN Nb rnuj eva-bD hn Pp3 vb& }rv>- dnt -jnTN* *TON* NbT 15) Riefe (Stelle' haben wir im LB. des Orients 1843, S. 541 (Note 43'.)- nntgetheilk. 16) Vergl. dessen jrjEDnb' p&D1 S. 10> wo er sagt, nachdem er die (oben Note 10) mitgeth/ilte Stelle aus dem nDD' vrvon anführt, fortsährt: rmwn’ Dy >33 ranb vn pi ♦ 3333 mini w"d p Zy3^ mira bw dj>n n.w tV o*m-ynD-D‘ hw mbnp hdd by — XPDytD3 pNirp 45*

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