Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1844)
- Date
- 1844-11-05
- Page
- Seite 347 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mechanismus erleichtert folglich für den, der dessen be- [ darf, die Ausführung der Operation, bei denen diese viel- [ fach in Anwendung kommen; auch ist eine Einrichtung I damit verbunden, welche die etwas zusammengesetztere! Operation der Art von Division, wie sie bei dem Aus- 1 ziehen der Quadratwurzel vorkommt, erleichtert. — Der 1 Mechanismus bei beiden Maschinen ist einfach und wird um so leichter für einen Mechaniker auszuführen sein, als schon diese beiden von Hrn.S. zusammengesetzten Ma- I schinen, obgleich sie.noch nicht mit den genaueren Hilssj Mitteln der Mechanik ausgeführt sind, das Erforderliche j leisten." Celle, 27. Oktbe. Gestern hielt der als Lehrer mGans'schen Fideikommisse*), angestellte Dr. M. Eller, dem die hiesige Gemeinde das Amt eines Predigers mit übertragen, seine Antrittsrede. Kräftig und gediegen, frei von Floskeln und Bildern, wie die wahre Erbauung es wünscht, sprach sich der Redner über seine Stellung und die Anforderungen der Zeit aus, was bei dem größten Theil der Gemeinde um so mehr Anklang Den mußte, als ein geregelter Gottesdienst und ein deutscher Vortrag, wie es der des Dr. Eller zu werden verspricht, schon langst ein frommer Wunsch Vieler gewesen. Wie wir vernommen wird der Hr. Dr. nicht blos cm besonderen -Sonnabenden und Festtagen -wie das bislang geschehen, sondern alle 14 Tage predigen; käme hierzu noch der -Gesang, wie er längst schon einzuführen beschlossen ist, dann würde unserem Gottesdienste die wahre Weihe und Erbauung nicht fehlen, es würde dem leider auch unter uns um sich greifenden Jndifferentismus ein mächtiger Damm entgegengeschoben, und unsere weiblichen Mitglieder würden nicht wie bislang nur an hohen Festtagen, sondern auch des Sonnabends das Gotteshaus aufsuchen. Hamburg, 3. Oktbr. Ein großer Theil Ihrer Leser erinnert sich gewiß noch mit Vergnügen zweier Stellen aus Theodor Mügge's „Skizzen aus dem Norden" (Bd. I. und II. Hannover bei Kius 1844), welche ich vor einigen Monaten dem „Orient" mittheilte. Der eine Passus handelte über den in neuester Zeit viel besprochenen §. 2 des norwegischen Grundgesetzes, der andere sprach sich mit großem Ernste und Eifer gegen die Art und Weise aus, wie die Einwohner Bergens der Abschaffung jenes Paragraphen, demnach dem Gebote der Humanität, widerstrebten. Mügge läßt nicht ab, den Volksvormtheilen gegenüber die nackte, derbe Wahr- ') Ich weiß nicht, ob diese für die Nachkommen des Testators, sowie für die hiesige Gemeinde so segensreiche Stifallgemein, wie sie es verdient, bekannt ist; sollte eine genaue Beschreibung derselben gewünscht werden, so würde kf» nicht ermangeln, eine solche rnitzutheilen*). *) Der Hr. Korr, wird darum ersucht. Red. heit muszusprechen. So finden sich nvieder in cher eben erschienenen Fortsetzung jenes Werkes, welche den besonder» Titel führt: Schweden im Jachre 1843 -(Zwei Bände. Hannover, Kius 1845), .und zwar auf S. 100 — 102, des zweiten Bandes folgende trefstiche -Bemerkungen : „Die Juden haben in Schweden mehr Rechte als nn Norwegen. Sie werden wenigstens geduldet, doch nur in den vier großen Städten*) des Landes. Kleinhandel dürfen sie nicht treiben, nicht umherziehen. Ihre Zahl ist unbedeutend, es sind Höchstens 1200 Individuen- Karl Johann wollte 1838 Ihr Loos verbessern. Ec ertheilte ihnen das Recht, überall wohnen zu können, das menschliche Recht, sich frei und ungehindert zu bewegen, und Staatsbürger zu sein nach dem gerechten Grundsatz, daß, wer gleiche Lasten tragt, auch gleiche Vortheile davon eben sowohl ziehen muß, wie jeder Andere, unbekümmert, was seine Religion sei. Die Neichsstände billigten dies anfangs. Der liberale Theil ihrer Mitglieder sprach dafür, auf Frankreich und England weisend, wo man von den traurigen Vorurtheilen zurückgekommen i.st, das Bürgerrecht nach dem Glauben .zu messen. — Was hat der Staat mit dem Glauben zu thun? Glauben ist Sach e der Gew i ssen und kein aufgeklärter Staat soll sich hineinmischen. Es ist unsittlich zu sagen, wechsele deinen Glauben, wenn du Antheil an Bürgerrecht und Freiheit haben willst; inan führt dadurch zur Lüge und Demoralisation. Es ist eine schmachvolle Kette der Geisterunterjochung , deren mansich^zu alle r Zeit und da am stärksten bedient hat, wo die meiste .Rohheit und der größte Fanatismus war. Die Judenemancipation in Schweden, die nicht einmal vollständig war, denn von Ectheilung politischer Rechte war keine Rede, brachte das ganze Land ln Bewegung. Adressen von allen Städten gingen ein, man entsetzte sich vor dem Gedanken, daß ein Jude in Amea oder Gesie wohnen könnte. Es mußte so bleiben, wie es Jahrhunderte gewesen, wenn Schweden länger bestehen sollte; denn die lächerlichen Befürchtungen gingen so weit, daß man glaubte, aus allen Theilen der Welt würden nun die Kinder Israels kommen, um auf dem unwirthlichen Boden zu wohnen. Am Ende sah man sich genöthigt, das Judengesetz zurückzunehmen und beschränkte sich auf einige unbedeutende Besserungen ihrer Lage. Man kann daran sehen, welche Macht die religiösen Meinungen hier baden, wie tief die Wurzeln des Vorurtheils liegen und *) Stockholm, Gothenburg, Carlskrona und Norkjöping. Anm. d. Res. 45 *