Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1844)
- Date
- 1844-11-05
- Page
- Seite 346 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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346 NM - muff) als hätte man über die heiligsten Sachen mit einer gewissen Leichtfertigkeit gesprochen; da es die gewichtigen Motive der lebendigen Rede nicht vor sich hat. Doch die-Protokolle sind nun einmal gedruckt und der Streik über Verfälschung derselben - den - der Anreger begonnen und dem sich viele achtbare Männer angeschlossen, sollte, da er nun auch in politische Blatter übergegangen, im Oriente nicht mehr ausgeschlossen werden, damit wenigstens die Redaktoren'der Protokolle auch ein Organ, haben, wo .sie sich vertheidigen könnten. Ich ersuche-Sie-daherfolgende Erklärung von Dr. Frankfurter- und Dr. Salomon aus Nr. 232 des Hamb. Korrespondenten aufnehmen zu wollen. Sie lauten: „Aus des Hrn. Dr. Philippson Angriffe auf die „Protokolle der ersten Rabbiner-Versammlung" (Allgemeine Zeitung. des Judenthums Nr. 38) gebe ich, im Interesse der-Sache, nur folgende Erklä.rung:, „Die im Drucke erschienenen Protokolle sind, dem Inhalt und der Form nach, authentisch die während der Sitzungen der in Braunschweig versammelt gewesenen jüdischen Geistlichen abgefaßten, verlesenen und, nach etwanigen Reklamationen, rektificirten. Von dem Präses der Redaktions-Kommission wurde nur hier und da eine stilistische Aenderung vorgenommen, an dem Sinne der Satz e-jedoch nicht das Geringste geändert. So ist -namentlich der Passus in dem Protokolle der sieben ten>-Sitzung (pag. 39), gegen welchem Hr. Dr. Philippson zu protestiren sich berechtigt glaubt, ganz wörtlich-derselbe, wie er von Hrn. Dr. Philippson gesprochen, wie er in -der Sitzung protokollirt und folgenden Tages verlesen wurde, ohne daß Hr. Dr. Philippson gegen diese Stelle re klamirte. — Der Unsinn, der nach Hrn. Dr. Philippson in dieser seiner Aeußerung liegensoll- (und den ich auch keineswegs negiren will), ist demnach nicht auf Rechnung des Sekretärs zu schreiben. Gegen die Vorwürfe des Hm. Dr. Philippson über das Mangelhafte in der Abfassung der Protokolle mich erst zu vertheidigen, halte ich, bei den anderweitigen ehrenden Äußerungen der Rabbiner-Versammlung über die Lösung meiner Aufgabe als Sekretär, hier überflüssig und unangemessen. Hamburg, 20. September 1844. Dr. N. Fran kfürt ec, als Sekretär der ersten Rabb.-Versammlung". „Als Präses der von und in der Rabbiner-Versammlung einstimmig gewählten Ko mite zur Revision der in Rede stehende Protokolle, sehe ich mich veranlaßt, der Erklärung von Seiten des Sekretärs, Hrn.Dc. Frankfurter, vollkommen bei zu stimmen. Die Original bogen, die die Protokolle, wie sie in Braunschweig abgefaßt wurden, wörtlich enthielten, wurden von mir sorgfältig durchgefehen, und ich erlaubte mir'nur, hier und da einzelne Wörter und Ausdrücke gegen andere zu vertauschen. Es fiel aber weder den, Sekretär, noch dem Unterzeichneten ein, die Jndivi, dualität der Redner nach unserer Ansicht-modeln zu wollen-, wieich-dies auch bereitsim dem--den-Protokoll len vorausgeschickten Vorworte angedeutet habe: es sollte jeder der Redner in seiner — Rede gesehen »erben. Hamburg, den 20. September 1844. Dr. Gotthold Salomon." - Vom Herrze, 20. Oktbr. Durch den Brand in Clausthal (auf dem Harze) erlitten auch mehrere jüdische Handelsleute aus kleinen benachbarten Ortschaften, die zufällig in Clausthal übernachteten, ansehnliche Verluste.. Herr. Salomon Heine in Hamburg ließ ihnen durch Hrn. Marcus He ine mann in Osterode sogleich 10 Louisdor übermachen. Dafür stattet nun der Letztere im. Namen-der Unterstützten im Hamb) Corresp. vom 15. Oktbr. seinen innigsten Dank ab und bittet zugleich um fernere Hilfe für die Betheiligten. — Auch in Hamburg wird jetzt für die Gemeinde zu Meseritz (Groß. Posen) gesammelt. Es hat sich daselbst zur Emfammlung der Beiträge ein Komitö gebildet, dem u. A. die Herren Doktoren Rieß er, Wolffson rcangehoren. Man sollte bei dieser Gelegenheit noch einmal sorgfältig prüfen, ob es nicht hoch- und zeitgemäß wäre, nach dem Muster des Gustav - Adolph-Vereines einen Verein für nothleidende oder bedrängte jüdische Gemeinden zu errichten, gleichviel ob er, wie man im vorigen Jahrein Breslau wünschte, Mendelssohn - Verein oder anders heiße. Berlin, 22. Oktbr. Der Bericht der Akademie der Wissenschaften in Berlin von Juli und August theill über Hrn. Slonimsky folgendes mit: Hr. Slonymskv aus Bialystock zeigte zwei Rechenmaschinen vor, und machte Anwendung davon. Die erste führt die Addition und Subtraktion aus, durch Vorwärts- und Rückwärtsdrehen von Scheiben, welche den Uebergang - vonden Einheiten zu den Zehnern, Hunderten rc. durch ihren Mechanismus unmittelbar machen. Sie zeichnet D vor einigen ähnlichen dadurch aus, daß sie beide Opeav tionen hintereinander und abwechselnd, ohne daß eine Einstellung nöthig wäre, zu machen gestattet. Die zweite aus einem allgemeinen Satze der Zahlenlehre beruhend, giebt von einer vielziffngen Zahl, in einem Ueberblicke jedesmal das 2 bis 9fache° Wenn jede Zahl aus einec Walze eingestellt ist, ft zeigen zwei mit- Buchstaben Gezeichnete und auf derselben Walze befindliche Horizontalreihen, von denen die obere der vorhergehenden Zahl wit der unteren nachfolgenden übereinstimmen muß, die Stcb lung an, welche den Walzen zu geben ist, und man erhält dann unmittelbar die angeführten Produkte, welche auf den Walzen abzulosen sind. Die Uebersi'cht der beiden mit Buchstaben bezeichnten Horizontalreihen, welche stehen bleiben, sichert -vor jedem Jrrthume, der einfache