Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1844)
- Date
- 1844-11-05
- Page
- Seite 345 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für sasN°nnemm^M Mische Geschichte und Literatur. Mn abonnirt bei allen Al. Postämtern und Herausgegeben alte solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. von Br. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. K4S. Leipzig, den 5. November 1844. Inhalt. Deutschland. Hamburg. Das Verhältnis; des ,,Orient" zur Rabbinerversammlung. Das Urtheil der Redaktion. Erklärung der DD. Frankfurter und Salomon. Vom Harze. Feuersbrunft. S. Heine. Hamburger Sammlung k ßx die Gemeinde zu Meseritz. Aufforderung. Berlin. Bericht der Akad. der Wissensch. über Sl onimski. Celle. Synagogend »vesen. Dr. Eller. H a m b u r g.' Mügge über die Juden in Schweden. Berlin. Rabb. O e t t i n g e r. Slonymski. Dr. ^Wehrend. Leipzig. Dr. Lowositz über die schlesischen Weber. Die Aufregungen gegen die Juden. (Schluß.)— Oesterreich. - Aus Ungarn. Zur Gesetzgebung. Brodp. Die Realschule und die Normalschulen — Polen und Rußland. Warschau. | Genfuvproben. Zersker-Atheopos, der Scheeremneifter. — Personalchronik und Miscellen. — LB. d. Or. Deutschland. Hamburg, 10. Oktbr. So zufrieden die Leser des „Orient" auch sonst sein mögen, wenn jede Ankämffmig gegen die A. Z. d. I. vermieden wird, und so erfreulich es allgemein war, als wir aus dem Oriente chhen, daß die gegenseitige Achtung zweier im Dienste des Judenthums rüstigen Redaktoren den Raum der frühem' Feindschaft eingenommen, so hat es uns doch sehr befremdet, daß dieser Fciedensstand sich auch auf Berichte und Urtheile über die Rabbinerversammlung in Bcciunschweig ausgedehnt. Die Rabbinerversarnmlung, Mn auch von dem Herausgeber des rivalisi'renden Blattes zunächst angeregt und zur Ausführung gebracht, lvar ein so seltenes, merkwürdiges Tagesereigniß innerhalb des so tief bewegten Judenthums, daß eine eingehende Beurtheilung in einem Blatte, wie der Orient, der die geschichtlichen wie die literarischen Erscheinungen M Judenthum der ausführlichsten und schärfsten Erläuterung und Prüfung unterwirft, allgemein erwartet wurde, ^iese Erwartung hat sich sogar in der Versammlung ^dst, wenn auch , in feindlicher, Weise, ausgesprochen, ^och mehr aber in den vielen Zusendungen von angesehenen Männern, wie die Redaktion es selbst angezeigt, und wenn man es auch allgemein bedauerte, daß die Ankündigung eines Beiblattes gegen die von Ihnen erwärmten Angriffe etwas Verletzendes hatte, so hatten Sie keineswegs sich dadurch abhalten lassen sollen, eine Er- -a zu ignoriren, deren Bedeutsamkeit, wie ich jetzt sehe, Sie selbst m begeisterten Worten so schön ausgesprochen. In dem September-Hefte der Biedermann'schen Monatsschrift lese ich soeben von Ihnen einen großen Aufsatz über diese Versammlung, der offenbar wahrend des Zusammenseins der Rabdinen in Braunschweig niedergeschrieben und dem Drucke übergeben, worin Sie diese Erscheinung mit historischer Unparteilichkeit würdigen, so daß Ihr Verhalten den Lesern des Orients gegenüber uns um so befremdender Vorkommen muß. Diese Zeilen, Hr. Redakteur, sollen auch weiter nichts sein, als eine Anfrage und ich erlaube mir die Bitte hinzuzufügen, die Protokolle dieser Versammlung wenigstens als literarische Erscheinung der Prüfung zu unterwerfen. Es ist dies um so nothwendiger, als die A. Z. d. I. selbst als Partei aufgetreten und dem Publikum weiter kein würdiges Organ übrig ist, .'worin dieser Gegenstand, unparteiisch geprüft werden kann. Man fühlt es allgemein, daß der Abdruck der Protokolle, über die gegenwärtig die Mitglieder jener Versammlung nun selbst in zwei Halsten zerfallen oder richtiger sich gegenseitig in die Haare fallen, ein sehr unglücklicher Gedanke war; ein Protokoll kann nur schwach andeuten, was in einer Versammlung ausführlich und motivict gesprochen wurde, und ist seiner Natur nach nur ein Denkmal für die Glieder, welche Theil genommen, keineswegs aber für das Publikum. Bei so wichtigen, heiligen, alle Leidenschaften aufregenden religiösen Fragen ist das Protokoll eine Entweihung, ein Verbrechen, so es veröffentlicht wird, da es dem Publikum, welches die Versammlung danach beurtheilt, schei- 45 2943