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Der Orient · 1844-10-29 · 44 (29.10.1844) · p. Spalte 693-694

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
44 (29.10.1844)
Date
1844-10-29
Page
Spalte 693-694 (sequence 3)
Language
German
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693 694 Kritiken. Beitrage u. s. w. von Ewald und Dukes. Beiträge zur Geschichte dev ältesten Auslegung und Spracherklärung des alten Testaments von H. Ewald und L. Dukes. . Stuttgart, 1844. 8. Verlag von Adolph Krabbe. (Von K —m.) (Schluß:) 1)) Exegetische Werke. Zum Beweise der Echtheit der uns in den Polyglotten erhaltenen Uebersetzung Saadja's, werden von Dukes alle zerstreuten Bruchstücke, die wir von S. bei I. E. und anderen' Kommentatoren finden , zusammengestellt, die sich aber auch in den Polyglotten wiederfanden. Besonders wird auf die Eigenthümlichkeit Saadja's aufmerksam gemacht, daß er die Eigennamen von Menschen, Ländern, Städten und naturhistorischen Gegenständen^) dem arabischen Idiom gemäß wiedergebe z dieses wurde zwar von I. E., im Vorworte seines Pentateuchs-Kommentars, tadelnd erwähnt, aber richtig bemerkt, daß S. hierin dem vorangegangenen Beispiele der Largumim und Midraschim gefolgt sei. Ueber das Verhältniß S's zur Masora hat D. eine lehrreiche Abhandlung, wozu wir nur bemerken, daß es wohl nur im Plane S's gelegen haben mag, seine Verständniß der Schrift bei seinen jüdischen und eine größere Verbreitung derselben bei seinen arabischen Zeitgenossen zu bewirken. Seine Absicht war daher nur, den richtigen Sinn und die zunächst liegende Erklärung, unabhängig von den masoretischen Punktationen und Accenten zu geben. Ueberhaupt ist von Saad. Übersetzung dieselbe Charakteristik, wie von den chaldäischen Largumim zu geben: (Luzzatto in Philox. r^j/j >6 DiJnnn niwinn nnjn bnx , cfcrjnn nnjn). Daher ist es auch zu erklären, daß S. selbst zuweilen von seiner Uebersetzung abweicht. D. führt nämlich zum Beweise an, daß S. von den recipirten Accenten abweicht, weil er in der Stelle ',1 'n das erste 'n zu top'-'i hmaufzieht; nun wird aber von I. E. sin deri 2 Vers, zur St., eine Stelle Saadja's citirt, in der er , bei der Aufzählung der 17) Zu den naturhistorischen Wörtern fügen wir noch die Erklärung S's von hinzu, der solches mit aofcOl (Camelopardalis, Girafa) übersetzt. Kimchi s. v. führt diese Erkl. im Namen G'anach's an, welche aber Saadja angehört, denn S. Duran rrwähnt solche in Magen Abot S. 46 in dessen Namen, wie folgt: *Op3 nnx pD.nrrD W) arm .Diron .ipt »tijjd 'm ddto .rnno rpn wm KSNU nfrtuD''. Üeto.rMTy, welches S. mit übersetzt, welchen Vogel I. E. für ein fabelhaftes Lhier des Alterthums (Gryps) hält, ist Bochart Hieroz. II. S. 812 zu vergleichen, der Anka für einen (Kömgs-)Adler hält. „In Dam Ire Dp^dl, aquilae species, alio nomine dicitur NpJJJ, an^a occidentis“. Es ist merkwürdig, daß Jonaran und das jerus. Largum mW mit übersetzen, welches das transponirte gryp.s ist. 13 MiddoL auch das erste mitzählt, auf welchen Widerspruch I. E. aufmerksam macht. (Vergl. Rosch ha-Schana 17 b und die Los.). — Die Aufstellung der 10 Wibelstellen (NUN)- die S. gegen die gewöhnliche masoretische Stellung trennt und verbindet, von denen sich die meisten in.der Barajta von R. Eleasar befinden,, beweist gerade, daß größtenteils, wo er gegen die Masora übersetzt, er.die Autorität des Largums oder eines Midraschs für seine Abweichung hatte. Diese 10 Bibelstellen citirt der Verf. des Ohel Josef aus S's Uebersetzung' des Abschnitts Mschpatim, womit Dukes Anmerk. 5 zu S. 85 zu berichtigen ist. — Zu den aufgezählten Uebersetzungen S's ist noch hinzuzufügen, daß R. Eleasar ben Natan in Eben Ha-Eser 119 eine Erkl. S's zu den Sprüchen erwähnt. Ueber den Geist und die Auffassung der Saadjanischen Uebersetzungen hat Dukes in gedrängter Kürze eine charakteristische Darstellung gegeben, die mit der gleichzeitigen Arbeit Geiger's zusammenfällt. Wir wagen kein. vergleichendes Urtheil über die Arbeiten dieser beiden Gelehrten zu fällen, um etwa den Einen auf Kosten 'des,, Andern zu erheben, da Jeder in seinem Fache excellirt; Geiger's scharfe Kritik und große linguistische Kenntnisse und Dukes mit seinen reichen Schätzen geistigen Materials bringen mit ihren verschiedenen Mitteln gleiche Resultate hervor. Sie mögen sich daher noch öfterer auf diesem' Felde begegnen und gleiche Untersuchungen auf wissenschaftlichem Gebiete anstellen; der Wissenschaft kann es nur Gewinn bringen, wenn das Unbekannte von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. - Nach dieser großen Abhandlung über Saadja erhalten wir noch kleinere Notizen über Adonim ben La mim, Jehuda benKoraisch, Menachem ben Saruk, Gabirol, Samuel ha-Nagid, M. Chiquitilla und Ben Balam. Nach einer kurzen Darstellung der grammatischen Ansichten des M. b. S. erhalten wir die Vorrede zu seinem Wörterbuche, so wie auch einige Artikel aus dem Wörterbuche selbst (M , ru , DU , JIVN ,18 UN, LNtt). Von Dunasch ben' Librät wird das Eigenthümliche seiner sprachlichen Ansichten und sein grammatischer Standpunkt überhaupt hervorgehoben, ähnliches von Jehuda Chajug', dessen drei Bücher NM nitfilN , fettl und up)n 'D ob genanntem Werke, unter dem Litel Uv pI"IpN '"12D „Grammatische Werke des R.' Jehuda Chajug'", beigegeben ist, und zwar in der Uebersetzung des Jbn-Esra. Die Einleitung der ersten Abtheilung des NUN 'D ist auch in der Uebersetzung des R. M. Chiquitilla mitgetheilt, wodurch so manche unverständliche Stelle der J^ Esra'schen Uebersetzung erst erklärlich wird. Hr. Dukes bedauert mit Recht nicht die ganze Abschrift dieser Uebersetzung, oder sonst eine Handschrift zur Vergleichung besessen zu haben. Denn das Münchner Manuskript, nach der diese Herausgabe veranstaltet wurde, ist nach der von Dukes genommenen Abschrift zu urtheilcn, sehr unkorrekt. Der Herausgeber mußte daher mit den Emendationen äußerst vorsichtig sein, 44 *

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