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Der Orient · 1844-10-22 · 43 (22.10.1844) · p. Spalte 685-686

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
43 (22.10.1844)
Date
1844-10-22
Page
Spalte 685-686 (sequence 7)
Language
German
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685 Studien. Liter. Nachrichten und Miscellen 686 Machasor sich selbst abschrieb und da die Unwissenheit noch nicht eingeriffen war, so genügte das vollkommen; jetzt aber ist es anders; fast bei Niemanden findet sich ein vollständiges Machasor und das was sich geschrieben findet, ist im schlechtesten Zustande. Es war daher ein glücklicher Zufall, daß der weise und fromme fpD HTO Mose Ko kos (b. Jakob) die Geldmittel verschafft torjHDD U'chlDZ "inDH D'D~r6 NDp, d. h. so vollständig es in früherer Zeit war. Ferner erzählt er, daß in früherer Zeit diese Gemeinden alles von ihren Brüdern den Sefardim erhalten haben und auch Drucker von dorther zu ihnen gekommen. Von allem frühern ist aber 'jetzt keine Spur, weder von den Sefardim noch aus Polen können wir'Drucker erhalten, so daß wir ganz isolirt dastehen. Den Druck und die Besorgung hat ein Pole Perez ben Abraham in Mohilow übernommen. — Früher hatten es schon die Sefardim einmal in Konstantinopel als ein gedruckt, so daß diese Ausgabe die zweite wäre; allein diese Ausgabe ist durch Zusätze und Aenderungen schon so umgestaltet, daß sie eine erste genannt werden kann. Zusätze ganzer Partien, durch die polnischen Drucker und Herausgeber veranlaßt, sind: 1) aiTO TiD 'di P^ddi nws rou hwd -rojmD ONK; 2) jipn msn j 3) ]lpn; *) das kabbalistische )lpn, mit den kabd. Liedern; 5) NU1O1 Mnpi DU L7Np W; 6) die extravaganten 5,2^ ^pri mit den dazu gehörigen Liedern und Gebeten. Alle diese Zusätze sind lediglich nach dem chasida'ischen Ritus. Das eigentliche Ritual beginnt erst p. 28 b (die Pagina's sind oft falsch) mit der Ueberschrift: KD^ p'p .IDID hw Nic^p2 TID. Eigentlich neue und schöne Lieder sind wenig zu finden, und der hauptsächlichste Gewinn für die Geschichte der Liturgie dürfte wohl die hier eigenrhümliche Gestaltung der uralten recipirten Lefillot sein. So, um nur ein Beispiel zu erwähnen, ist es gewiß sonderbar, daß im täglichen Morgengebet vor VP, das und n^niN wie bei uns an riS, vorangeht. An dergleichen Sonderbarkeiten ist dieses Siddur, has kein Machasor ist, sehr reich. Möge Hr. Dr. Zu nz, dem dieses Siddur gehört, über die innere und äußere Gestaltung bald etwas Ausführliches mittheilen. * * Die Erklärung eines Wortes im Midrasch. In Nr. 33 Ihres geschätzten Blattes stellt Hr. Dreyfuß die Konjektur auf, daß das im Midrasch vorkommende griechische Wort C0N von £710$ herzuleiten sei und daß das in den Psalmen gebrauchte ddnH Held bedeut?. Das Gedrängte und Unzulängliche dieser Konjektur ist wohl einleuchtend, denn erstens finden wir nirgends snog in der Bedeutung Held und es würde auch das darauf im Midrasch folgende nN"l HDD DDK 1kl 1K unverständlich sein; zweitens ist das Gedicht der Debora kein Epos, es ist vielmehr eine Ode, und letztens wurde im grauen Alterthum eine Epopee nicht mit den Namen Epos benannt und Ttoiricig nennt Herodot (in vita Homeri) die homerischen Epopeen. Wohl kann man das Lied der Debora Epos nennen, und wenn nicht in der Bedeutung Epopee, so doch wenn wir £7tog mit Gedicht erklären und zwar als gleichbedeutend mit rmy. Es ist aber meines Erachtens unmöglich, daß unter diesem Epos die rniT ffW verstanden werde, indem p-Q selbst der Sänger dieses Landes ist und der Kommentar des Midrasch ganz unverständlich bleibt. Es . soll, wie mir scheint, dieses vDk das griechische 01p (Gesang) bedeuten und nicht etwa das Lied der Debora darunter verstanden werden, sondern die Gesänge, mit denen man den heinckehrenden Sieger beehrte, und daß dies bei den alten Hebräern üblich war, können wir vom 1 Samuel K. XVil! entnehmen- Das psälmische L>OKN aber soll von oipeco (komme spät, verweile) herzuleiten sein und der Sinn folgendermaaßen r&W DDNH» Sßtrb sich denn seine Gnade ewiglich verspäten? Das O2K 1K1 im Amos soll auch „verweilen^ bedeuten und zwar im imp. Dies meines Erachtens; indessen non Jiquet. B. aus Brody. Literarische Nachrichten und Miseellen. Das Wort Gewöhnlich wird der Vorbeter (Scheliach Zibbur) Chasan genannt, aber noch Keiner hat dieses Wort ordentlicherklärt. Im Talmud heißt 'pp} Lehrer der Kinder, z. B. Sabbat, 11 a jDT Nk'l pNN ppip nipü’nn, der Ehasan sieht nach, wie die Kinder lesen; oder Gerichtsbote (Schliach Bet Din) z. B. Sabb., 56 a, wo es heißt pH nYD pN und Sanhedrin, 17 b, wo in dieser Bedeutung vorkommt ’ppn W/ oder auch der Wächter der Stadt, daher jtfnb"! pH Baba Mezia 93 b, in allen liegt die Grundbedeutung von nin oder vielmehr K1N zum Grunde. Daß aus diesen Bedeutungen auch die von „Gemeinde-Bote", ähnlich der von „Gerichtsbote" werden kann, indem der Vorderer als der Abgeordnete der Gemeinde angesehen wurde, ist möglich, aber zum Wesendes Vorbeters paßt diese Benennung noch nicht ganz, so sehr auch die aramäische Form pn auch grammatisch richtig ist. Ich glaube, daß, wenn man pH schreibt, man dieses Wort besser erklären kann. In der talmudischen Periode, wo die Vorbeter noch keine Gebete und Pijutim hinzusetzten, nannte man den Borbeter blos “|!)22 HW, i-p’Fin ’jöS Tll’, aber als in der geonäiscken Periode die Vorbeter auch Pijutim hinzufügten, hießen sie QDTN, wie sich Immanuel auch nennt. ' Zn der Volkssprache konnte das Resch assimilirt worden sein, und zwar deshalb, weil das Volk schon das talmudische pn fand. Daraus ist es auch erklärlich, warum man gewöhnlich pH aus spricht. M. und F. Berichtigungen zu Dukes Mittheilungen. Im LB. des Orients Nr. 29 theilt Hr. D. das Seder Aboda

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