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Der Orient · 1844-10-22 · 43 (22.10.1844) · p. Spalte 675-676

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
43 (22.10.1844)
Date
1844-10-22
Page
Spalte 675-676 (sequence 2)
Language
German
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675 676 Kritiken. Beiträge u. s. w. von Ewald und Dukes. Kunstausdrücke, welche nur in jüdischen Schulen entstanden sein konnten und dort eine lange Geschichte durchlaufen haben müssen, bevor sie so wie hier erscheinen konnten. Wir glauben aber, daß gerade diese Kunstausdrücke erst mit Chajug' begonnen haben, indem man vor ihm zwar schon eine traditionelle grammatische Lehre hatte, die im Laufe der Zeit getrübt und ungewiß wurde, von eigentlichen grammatischen Kunstwörtern aber finden wir keine Spur. So hat-, ten die Talmudisten, denen eine Kenntniß des innern Sprachbaues nicht wohl abzusprechen ist, nicht einmal für die verschiedenen Grundformen der Zeitwörter eine Benennung, auf die doch so häufig Bezug genommen wird, wie z. W. (Schebuot 47), jnp und jry> (B. Mezia 31) b'DW und (Pesachim), wodurch auch zuweilen das richtige Auffassen ihres Deruschs sehr erschwert wird, wie z. B. die Stelle rpro (Ketubot, 69 b); bn mm man, rh (Ser. Rosch Ha-Sch. 8 a), womitnach R. S. Aderet (R. G. A. 527) angedeutet werden sollte, daß das Verb. rjiW im Hitp. eine ganz andere Bedeutung habe, nach dem Kommentar Korban Eda aber auf die Verwechslung des Pron. rh für nhy t ebenso wie DH1? rre für hingewiesen wird. - So wird auch das Dagesch im Tulmud nicht genannt und die Talmudisten sich auf die Aussprache, unter der Formel rvo np verlassen mußten, wie z. B. bei der.hagadischen Erklärung der Worte (Erubin, 18 b) und (Sota 35) 9). R. Jona oder Abu'lwalid Mervckn Jbn- Mannach. Ueber die noch unbekannten sieben Schriften dieses Gelehrten giebt uns Ewald sehr ausführliche Nachrichten. R. ,„'j mnn ’D^Brv •' pinoi jnDD pn1? mpnD^ bN-ian D^nn WllD)* Daher auch die Schulen getrennt waren und Talmudschuten und Bibelschulen im Talmud oft als zwei nicht zu verwechselnde Lehrhäuser genannt werden. rb nrpii nnx fei D'^n’n m rwDJo td do ,(d''rbm mm N-ipob “idd rpn (np nimrD) □nDlDTni NDIIQ TO. Diese Bibellehrer und Grammatiker erhielten den Namen Soferim von der mikrologischen Genauigkeit, mit der sie die Buchstaben der heiligen Schrift zählten (Kidduschin 33; Meg. 15; Tanchuma 33); daher auch vielleicht unter ^pnp“7 (Megilla 19) grammatische Regeln verstanden sein kann,' ähnlich dem ftlpft DnDID und onDD liD;; (Nedarim 37). Die Soserim scheinen besonders viel bei der Zerstörung Jerusalems gelitten zu haben, (niHEo Nnsio dd^d by arnoy )cp ira 'n iTJ^n rh\)D DIp^D) und man daher wegen der besonder» Wichtigkeit ihres Wirkungskreises, den göttlichen Schutz und Segen für die Uebriggebliebenen in'den 18 Segensprüchen erflehte (cnnD<D TUj6d by))> Diese Ueberreste der Soferim ließen sich in Liberias nieder, aus deren Schule die Masora, die Punktation und die Accenre hervorgingen, welche letztere man daher auch -»nrnD "npj nennt (Vgl. K. Chemed IV, 203; Chajug' 197). 9) Vergl. S. Norzi in St., dessen Erklärung mit Geiger (Zeitsch. V, S. 416) wörtlich übereinstimmt. Jona selbst führt die Ordnung derselben an, die sich alle erhalten haben, aber noch der Erlösung aus ihrem Dunkel entgegenharren. ■ Er schrieb seine Werke in arabischer Sprache und nach Ewald's Meinung schöner und besser als Saadja. Seine Hauptaufmerksamkeit widmete er Chajug"6 Schriften, deren Einzelheiten er nicht immer mit Recht bekämpft. R. Samuel Ha-Nagid, ein Schüler Chajug^s , trat als Vertheidiger seines Lehrers gegen ihn auf (Parchon in der Vorrede), der auch wahrscheinlich der anonyme Verfasser der Schrift NDWN rusTD „das Buch der vollen Zahlung" ist, gegen die R. Jona seine zwei Sendschreiben „der Ausmerksammachung", hebr. mx.N.a 'd u. ywrbx n^S‘D") „der Ausgleichung", hebr. herausgab. R. Jona selbst erwähnt nur seine anonymen Gegner, wenigstens führt Ewald in seinen Mittheilungen den Namen derselben nicht an. Sein frühestes Werk ist das Mustalchik „der Ergänzer" hebr. rwnn;D, in der Gestalt von Zusätzen und Verbesserungen zu Chajug's Buch „von den ruhenden Buchstaben" (Ewald S. 127; . Dukes 170). Als Beispiel theilt Ewald den Art. DU mit, worin er Chajug" widerlege, der das DU2 (Jes. 30 , 16) auf die Wurzel zurückführt (Chajug' S. 82), was nicht mit dem Zusammenhang der Rede passe. Dieser Einwand wird aber von Kimchi R. DU 10) zurück'gewiesen (S. Dukes S. 171 Nr. 6). Auch das Targum stimmt mit CH. überein und übersetzt du mit pnyi. Aus R. Jona zweiter Schrift die er zur Vertheidigung genannten Werkes gegen die Angriffe seiner Gegner herausgab, werden uns schöne Auszüge sprachlichen Inhalts mitgetheilt, die wir zum Theil anonym bei Kimchi finden, z. B. daß das Verbum bwi eine transitive und intransitive Bedeutung habe; daß vonnnsJO (Jes. 14, 17) die Wurzel nt£0 nicht stk; daß dH von non abzuleiten sei (wobei er bemerkt, daß er diese Meinung von einem Manne habe, auf dessen Urtheil in grammatischen Dingen er viel halte) und der Pl. jdA, sei Milel wegen des Sakef. Auch stimmt Kimchi der Ansicht Chajug's bei, daß Ernn«1 der Hithp. und das Ales die erste Person sei, die abweichende - Meinung von R. Jona, das Alef stehe hier für He, erwähnt er anonym. Außer dieser Vertheidigungsschrift verfaßte er noch ein Sendschreiben gegen Chajug", malet el-takrib w’el-teshil „zum Näherbringen und Erleichtern (hebr. arppn '□)♦ Aus dieser Schrift werden sehr interessante Auszüge mitgetheilt. Wir erfahren daraus, daß Jbn-Esra's allegorische Erklärung der Vokale (am Anfang des Zachot) aus dieser Schrift abgeschrieben ist, ebenso gehört die Zurückführung der 10) Heidenheim führt hier in einer Randglosse die Einwendung C/annach's wörtlich an, wir wissen nicht aus welcher Quelle. Sie heißt: rw vn dVnI DT3 nfe mm pDun p fe -idn nw rasa 1'fe -idn bp fe nnnp m pn nn,, m>yb rrw no nnfe Dsn’2 ife' tfei i^p’ ja fe".

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