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Der Orient · 1844-10-22 · Heft 43 (22.10.1844) · p. Seite 331

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 43 (22.10.1844)
Date
1844-10-22
Page
Seite 331 (sequence 5)
Language
German
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- 331 - f fo Halle ich die jüdische Presse für doppelt dazu verpflichf tt( und^berufen, diese Bemühungen zu unterstützen. J . E. C. | Breslau^ 22. Sptbr. Ein von Breslau datirter j replicirender Artikel in Nr. 37 des Orients enthält unter | (Mrn unwahren und Thatsachen entstellenden Angaben | über die Zustande der hiesigen israelitischen Gemeinde 1 auch die Behauptung, daß der jüdische Lehr- und Leseverein nicht mehr in seiner ursprünglichen Bestimmung E fortbestehe, eine Behauptung, welche zu bekräftigen die | Unterzeichneten als „ehrenhafte KomiteMitglieder" aufß gefordert werden. Indem wir zunächst das uns wie II es scheint — in Gegensatz zu unsern Herren Kollegen j beigelegte Prädikat „ehrenhaft" mit dem verbindlichsten l Danke zucückweisen, weil wir vor den Letzteren an Ehf renhaftigkeit Nichts voraushaben mögen, sehen wir uns, wiewohl höchst ungern, genöthigt, den Insinuationen des f Verfassers durch nachstehende das Sachverhaltniß beleuchl tmde Erklärung entgegenzutreten. I Die wesentliche und statutengemäße Bestimmung des ß genannten Vereins besteht zunächst in Beschaffung derl jenigen literarischen Produkte, welche auf Leben und Wisk senschaft im Gebiete des Judenthums Bezug haben, um t dieselben einem größeren Leserkreise zugänglich zu machen. Was für diesen Zweck geschehen ist und noch geschieht, | weisen die den beiden Berichten beigefügten Bücherveri zeichnisse nach, und es ist daher von dem Verfasser entk weder gewissen- oder gedankenlos, die in kurzer Zeit herk gestellte bedeutende Bibliothek, welche von Mitgliedern und Studirenden in erfreulicher Weise benutzt wird, ein | zufälliges und äußerliches Moment in der Wirksamkeit des § Vereins zu nennen, da dieselbe vielmehr die eigentliche jf Grundbedingung seines Wirkens ist. t So wenig wir nun auch das unserm im gegenwarjj tigen Augenblicke abwesenden Kollegen, Hrn. Dr. Levy, in dieser Beziehung gespendete Lob zu schmälern beab- | sichtigen, so müssen wir doch zur Steuer der Wahrheit | bekennen, daß auch der Direktor unseres Vereins, Herr j Dr. Geiger, mit nicht minder lobenswerthem Eifer | für den in Rede stehenden Zweck gewirkt hat und noch | zu wirken bemüht ist. — Daß auch der fernem Be- § stimmung des Vereins, durch referirende und belehrende ß Borträge die Teilnahme an den Erscheinungen des jü- | Wen Lebens in weitern Kreisen zu erwecken und zu | erhöhen, genügt worden sei, geht ebenfalls aus der in j den Berichten gegebenen Ueberstcht der bis zum Mai c. f gehaltenen Vortrage hervor. Auch nach dieser Richtung I der Verein der uneigennützigen Thatigkeit seines Hrn. | Erektors, welcher die überwiegende Mehrzahl dieftr Vorf trage selbst gehalten hat, zu vielem Danke verpflichtet. E . Wenn der Verfasser ^endlich diejenige in dem Be- | dichte erwähnte Einrichtung, nach welcher im Lokale des | ^hr- und. Lesevereins junge Leute, die sich später der §.' indischen Theologie zu widmen gedenken, von mehren I Studirenden und Lehrern für höhere Gymnasialklassen vorbereitet werden sollten, mit dem gedachten Vereine in der Art identificirt, daß er nach ihren Erfolgen die Wirksamkeit des letztem bemessen will, so zeugt dies mindestens von seiner gänzlichen Unkrnnt.niß des Sachverhältnisses. Jene Einrichtung Hängt so wenig innerlich mit dem Vereine zusammen, daß es nicht einmal für statutengemäß erachtet werden konnte, zu diesem Zwecke einige Mittel aus der Vereinskasse zu bewilligen. Es war dieselbe vielmehr nur ein Versuch, den von mehren Studirenden und Lehrern armen jüdischen Präparenden unentgeldlich ertheilten Unterricht gleichsam zu koncentriren, um ihn hierdurch planmäßiger und einer großem Anzahl zugänglich zu machen. Daß in dieser Rücksicht im verflossenen Jahre manches Ersprießliche geleistet wurde, kann durch Thatsachen belegt werden , und wenn in der letzten Zeit der Unterricht in Stocken gerieth, so ist dies nur seinem Zusammentreffen mit mehren ungünstigen Umständen, namentlich dem zuzuschreiben, daß einige der hierbei Betheiligten Breslau verließen, andere durch langwierige Krankheiten und Ueberhäufung mit Berufsgeschäften genöthigt wurden, ihre Mitwirkung zu entziehen oder für den Augenblick zu beschränken, und daß es nicht gelingen wollte, neue Kräfte hierfür zu gewinnen. Auch wir bedauern aufrichtig die Unterbrechung einer so zweckmäßigen Wirksamkeit; hieraus aber dem Lehr-und Lesevereine oder dessen Oberleitung Vorwürfe erwachsen zu lassen, ist eben so widersinnig als ungerecht. Wir glauben, die vorstehende Erklärung der Ehre unseres Vereins, sowie seines Direktors des Herrn Rabbiners Dr. Geiger schuldig zu sein. Wir sind übrigens nicht verblendet genug, .um in unserem Institute ein Muster der Vollkommenheit zu erblicken, und wir würden daher selbst einen Tadel über etwa vorhandene Misstände oder Rathschläge, wie diesem oder jenem Mangelabzuhelfen sei, sofern sie aus wohlwollender Absicht entspringen, mit Dank entgegennehmm. Unmöglich aber können wir es dulden, daß unser Verein zur Folie für gehässige Angriffe benutzt werde, deren Natur wir nicht weiter erörtern mögen. D r. B. G i n s b e r g. I o s. S ch i f f» Oesterreich. Pimg, 1. Oktbr. Wenn irgend ein leidiger Umstand die Aufmerksamkeit des verbessernden Beobachters in Anspruch nehmen sollte, so ist es der hiesige Privatunterricht. — Wir sehen mit Verwunderung, welche naturgemäße Erziehung und welch' gründlicher Unterricht den Kindern bemittelter Eltern auf dem Lande zu Theil wird, während in der Hauptstadt die Kinder der Reichen entweder wahre B...... oder herz- und kopflose Schicklichkeitsmenschen , die durch die erst spater erlangte äußerst kostbare Kaffeehauspolitur in jedem konven- 43 *

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