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Der Orient · 1844-10-15 · Heft 42 (15.10.1844) · p. Seite 325

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 42 (15.10.1844)
Date
1844-10-15
Page
Seite 325 (sequence 9)
Language
German
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325 legt. Wo dieser Gebrauch zuerst aufkam ist uns unbekannt, ,vir finden aber schon das Qirp t£”1p als etwas längst Bekanntes in einem handschriftlichen Siddur vom Jahre 5087 a'wähnt. Wir können daher unserm Rabbiner keineswegs beistiinwen, diesem mystischen Aberglauben, den man entweder bekämpfen oder wenigstens nicht modernisiren sollte, noch durch die neue Formel dieses Kaddischgebets einen neuen. Haltpunkt gegeben zu haben. Wir konnten uns ebenso nicht mit der neuen Idee einer Seelen-Feier am Versöhnungstage befreunden, wovon man bis jetzt in unserer Gemeinde nichts wußte und die auch ganz antijüdisch ist. In mancher Gemeinde, wo dieser Gebrauch bestand/ wurde er abgeschafft, wie z. B. von Geiger in Breslau. ' Man darf überbaupt das Gefühl nicht zu sehr auf Kosten des Verstandes bevorzugen, was man besonders bei allem neu Einzuführenden berücksichtigen muß, denn die Kritik hat das Recht hier viel strenger als bei dem alten Daseienden zu verfahren. Der Sabbat' wird eingeleitet mit zwei Psalmen aus dem nü")J und statt des antiquirten v-|n riDp-Liedes erhielten wir eine deutsche Kantate, die aber nicht gefällt und deren Abschaffung allseitig gewünscht wird.. Den raty b&cniDTD mitirt der Rabbiner mit dem Chor. Das Gebet po, welches nach dem Talmud (Sab. 24 b) nunmehr abzuschaffcn wäre, wurde beibehhalten, ebenso das Kid du sch, obgleich solches zur Zeit seiner Einführung sehr viele Gegner hatte lS. Abudraham 46 b. Ed. Prag). Befremdend war es anfangs, daß unser Rabbiner in der Synagoge Funktionen übernahm, die nicht zum Rabbinerwesen gehören, wie z.B. das Kidduschsagen, den ersten Monatstag ausrufen, letzteres in deutscher Sprache. Weit paffender wäre es gewesen, wenn man das Neumondausrufen gänzlich kassirt hätte, denn solches datirt von einer Zeit, Ln der es noch keine gedruckte Kalender gab, und man daher den ersten Monatstag öffentlich bekannt wachen mußte, welche Notwendigkeit bei uns nicht vorliegt"). Das p-pB mp*» und wurde in ein deutsches Gebet umgewandelt, das immer etwas zu lang ist, so wie überhaupt bei allen Gebeten, welche die Gemeinde nur anzuhören und nicht mitzubeten habe, die Aufmerksamkeit nur durch eine präcise Kürze erhalten werden kann; man sollte nur immer die kurzen hebräischen Gebete zu Muster) netzen 15). Das Y-)t£w wird in Responsen vorgetragen, diese Vortragsweise sollte in unserem Gottesdieste häufiger angewendet werden, denn wir haben die Bemerkung gemacht, daß bei der lautlosen Stille, die nunmehr in unserer Synag'oge herrscht, und wo die Gemeinde so wenig Lhätigen Antheil 14) Auch die Griechen und Römer ließen durch einen Aus rufer den Lag des Monatsanfanges ausrufen, woher auch de Name Kalender, vom griechischen Xuleio. 15) Bei einer Syn. - Reform müßte man überhaupt vo dem Princip ausgehen, den Kultus abzukürzen aber nich M verlängern, man müßte.daher Alles ausscheiden, wa ein notwendiges Element des Gottesdienstes ist. an dem Gottesdienst nimmt, nur der recitative Vortrag mit Responsen die allgemeine Andacht fördert und.erhält. Der Sänger-Chor sollte überhaupt den Vorsänger vertreten, aber nicht die Gemeinde, was besonders bei den Pflichtgebeten, njynp und ^'p, hätte berücksichtigt werden sollen. Die Choralgesänge beim Aus- und- Einheben der Lora sind ergreifend, da wird Jeder von dem einstimmigen Sch'ma-Israel hingeriffen und stimmt mit begeisterten Gefühlen in das "j'CPbV 'n ilD'lp ein. Mit dankbarer Anerkennung wurde das für uns neue Gebet pN, mit dem Schlußsatz ü'bm'v dot m ruun jpb hn ‘■pisro rp^n ausgenommen denn wir erhielten hierdurch die moralische Garantie, daß unser Rabbiner der Beibehaltung der Messiasidee in den Gebeten nicht entgegen ist. — Die Predigtlieder machen keinen erhebenden Eindruck, und sind nur dem Präludiren des Künstlers vor einem musikalischen Vortrag zu vergleichen, sie spannen die Aufmerksamkeit des Zuhörers und bereiten ihn .vor auf das was folgt. — Die Gebetordnung an und n'S erhielt eine bedeutende Abänderung durch das Ausscheiden vieler Pijutim, wie aus nachfolgendem Programm zu ersehen ist. .inS) rn1? nuoiiBm nSenn hd ' .(nnD hin) .n'S :nv Psalm 121.— Gesang, ChissukHabajit S.2. Predigt. .man dt6 “w noto ,'DI vll .n'Si 'k 'v nnntv nm .Ni Vt* IV ‘pi?D'> .in Din i'v'vn ■prA» iv 11.11 hn •I'pd iv nbyn i? pn — .nttnip , nnn (Predigtlied wie gewöhnlich.) .?)D)D .bab n^nw ij; “i/D’ .(HDD Sin) Anmcrk-: Die Pijntim in der Keduscha fallen aus. .EU nt£ON .D'PIV 511.1 Din .USDNn D1M /a '-r> nnntv .SlN 11112 .idiiü iv “pirf’ 'N'5id! .NI bis' IV 1^0' pba unSN ihn n IV "fra (Anm.: Sn dem Gebete U'IN wird die Stelle mpj weggelaffen). (wie am ersten Lage) /v, rjpih ninJl .HDD dvS nmv Psalm. 103. — An die Stelle des „Kol Nid re" tritt der Gesang Chissuk Habbajit S. 81.— Predigt.

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