Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-10-15 · Heft 42 (15.10.1844) · p. Seite 322

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 42 (15.10.1844)
Date
1844-10-15
Page
Seite 322 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2360092-2360310-2360353--4667-3530711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

322 Synagogen (Mid. Chasit S. 20; Echa rab 37 6), von einem geregelten Gottesdiest, der neben dem Opferkultus bestand *). Mit vieler Wahrscheinlichkeit schreibt daher die Tradition die Einführung unserer Pflichtgebete, Sch'ma u. Lefilla, den Männern der großen Synagoge zu (Zunz.G. V. 366 ff). Die Segenssprüche des Sch'ma und die achtzehn S. sind schon in der Mischna erwähnt (Ber. 286; Nosch Ha-Schana32 a), die Form dieser Gebete ist aber nicht gegeben; was die Gebete auf Tempel und Erlösung betrifft, so war sicherlich ihre Form von der unsrigen verschieden-). Allgemein bekannt scheint die Form der 18 S. nicht gewesen zu sein, weil das Beten derselben in extenso oder in abrupto, nach der Meinung R. Akiba's, von deren genauen Kenntniß abhängt (Berachot 28 b.) — Von R. Amram Gaon (870) wurden zuerst die schwankenden Gebetformen fixirt und sein nach Spanien gesandter Siddur verbreitete sich überall. Dieser Siddur ist uns nur durch zerstreute Fragmente bekannt und so lange er nicht aufgefunden ist, bleibt eine Lücke in der Geschichte der Gebete, die durch keine Kombination auszufüllen ist. Won den im Talmud erwähnten Gebetstücken darf nach diesem Liturgisten kein Wort von den gebräuchlichen und in seinem Sidur niedergelegten Formeln abgeändert werden 3), womit er eine Einheit der Liturgie bezwecken wollte, damit nicht jeder Worbeter nach Belieben eine Geberformel einführe. Ganz durchgedrungen ist R. Amram mit der Fixirung der Gebetformeln doch nicht, denn noch immer differiren dieselben selbst in den Hauptgebeten''). 1) So erzählt im Talmud (Sukka, 53 a) R. Josua, der dem Tempelkultus beiwohnte: , vit# bw TDiTHÄI NM nbönb cm , epiD pipb cm , nbsnb wd p3 bar 3'D3b oera , nnjo nbsnb cm , )’ddid,3 D’QEy.E. S. R. G. A. S. Duran 161. 2) Duran (1 c.) drückt sich hierüber wie folgt aus: iw npüD 31',3 p^DnD uw n'PDnn 3du pso 33 nobo Timnts' pbD3D une? rran U33 j’bbnD D^pnocy D'feno j’,3 nn? , ri'c 3J3’En nnipub 'Ui HC 33 3’ Nb EM 3 3 3l3bD. Hebet andere spätere Zuthaten s. Zunz 1 c. 3) Bei Duran R. G. A. 3 Rr. 290 lesen wir hierüber Folgendes:;,D’N3JE? D3U’3 mtf ibNl b"j jlN.l D3DJ? 33 3331 DUE'DE? D'Ü/IJI DH HD1 üb CS’Dl Dl D'jnUl 3’p3p3D3 HDD JUEID UN J’N ' ubt^ JHJD1 313’E" jrUD 3DN1 ’J?bp3D ’Nl , D“’3 f>3 rOKO ]’3 31Db33 b>"i1 NE? by 3DD 3DQ3 33D31 ' IT1? JU’pbDD ’J?3 N'bl ’ND yVJ ’Dl 3333 V’ bl3.1 non : b"l,33.133 DUE'D 133^ 33N U3 b3N , 13313 '3' NS’ Nbw 3Dlb "]’3S j’N J.3JD3 31 .IHUS? '3333 33131 3b plbl3) NI,3 }’D “J3 3E0J? NW ’D *?3 innA i?N3ty’ bc 1'3"31 3113^31 IWD '333 31131 D’D33 'ui ribun b$?D im» Nim 31333 bN3E>’ bnpD ib’333bi b>N3tt?’ DJ? bbOHllb üblif nrub D’3’3S : 3DN 1'333 t))D31 ’U,3UE? D3’bj? J’bpDl 3DlDb 1313’E» 3J? 0b’333bl 333 üb übE? JHJD JjHU U’NE» ’D b3E? ,313’E?’ W baf J3JD3 .13313 ’3’ NS’ 4) Wir besitzen von Hrn. Dukes ein Fragment über die verschiedenen Differenzen in den Siddurim, aus dem wir hier Einiges mittheilen. In der zweiten Hälfte der geonäischen Periode wurden die Pij utim.eingeführt; ihre Geltung als Synagogalpoesie wurde sehr bestritten und später nur als Gebrauch bciju; behalten erlaubt3), deren Anwendung wurde aber ganz bec Willkür des Vorbeters überlassen «). Am Versöhnungstag wurde nur deshalb diese Masse von Pijutim eingeführt, um denMzen Tag bis zum Schlußgebet im Gebet zuzubringen7). Eine Synagogalreform, die a l lg e m e i n E i n g an g finden soll, muß daher aus historischem Boden ruhen; die Gebete müssen auf die Zeit und Form ihrer ersten Einführung zurückgebracht werden und dann die später» Zusätze, wenn solche unseren Zektbegriffen widerstreiten, gestrichen oder andm an ihre Stelle gesetzt werden. Gebete, die aber durch einen zweitausendjährigen Gebrauch in ihrer Integrität erhalten waren oder auf Principien ruhen, die in der Religion und Geschichte tief wurzeln, solche müssen wie eine heilige Die Worte by tsnn Ebv, welche sich in unserm Gebetbuch finden, fehlen im spanischen Gebetbuch, im Machasor von Karpentras, im romanischen Siddur und im Siddur von Avignon. Die Formel in diesen Siddurim ist dafür ub)y muh nnwo ppnn) und pan by tnh!? dina nona. Gegen diese Formel erhob sich R. Scherira Gaon, Schibulc Ha-Leket f. 4 a, lZunz G. V. 370 Anm.). Das b^W X fehlt im spanische n S., im Mach. Karp. und im S. ton Avignon. In den 18 Segcnsprüchcn fehlt im spanischen S. und im M. Karp. das ->rn ‘inb, im Machasor von AvüM ist die Formel D13D 133^ NI,3 ’3 ^>N^ 13’bn 311) l"ö C^ripl. Von dem ©cbetunJJin HDN am Ausgang dcs Sabbat giebt es in den erwähnten Siddurim verschiedene Formel». R. Amram spricht sich gegen die im romanischen Siddur v aber dennoch angenommenen Formeln aus: ro&y rfp. Das Gebet hat zwei Formeln, eine für den Winter und eine für den Sommer; s. Abudraham, S. 3!. Im port. Machasor finden sich beide, im Machasor vonAvig-' no.n aber nur die Formel für den Winter. — Statt un|it haben alle Siddurim die ursprüngliche talmudische Formel beibehalten. Statt D^n’/l haben die andern Siddurim ME"! "WNE D^TT |OT Im Gebet nm fehlt im M. Avignon Drfem pHEE 7>Epn HEDE, ebenso im M. Karpentras. Nach Suck ja bei Abud. S. 3l, bleibt im Abendgebet der erste Sütz '1JH riSE zurück und fängt mit an, welcher Gebrauch zur Zeit des Manhig in Toledo herrschte. Das Gebet sbl byi scheint jünger als die andern zu sei», Abud. S. 32 bemerkt hierzu ßn nfo'n '»pED bw 5) Am Meisten wurde gegen die Einschaltung der tim in den Segensprüchen geeifert. Wir lesen hierüber im Tanja, 8 b: thi ,3^3.3 “]133 3l3l3pl D’Dl’D 3Dll? HJIT® f)Dl’.'3 31313p,3 b]S ipbnJ 3331 'Ul 3333 nnD’Bf’0 331D3 D3’3 ,33^ , |pt,3 1,3’ b N '3 DJ? üby •3331D3 ID »31SD3 6) R. Amram (bei Abud. S. 89) sagt hierüber: lOlff! 333131 >3’3!>3! 33E? übü 33131 31 Sp 333 n!?1 , 'H' , DJ)D^> IN 3133,3b 3D1N nS3’E? 3D1 , 3138 HO' b3N , .3U1E/N3 '.13 D!J?D 333 N^N 3D1N l’N .33 Dl’,3 31313 D’D33l i1>^ 7) 37Q3 ]D1 JJU’62 3J? DU1D13) 313’bD3 Abud. 90. Individuelle Wünsche und Gebete kannLedcc« Belieben in p'^ einschaltcn (Ab. Par. 18'.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.