Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 40 (1.10.1844)
- Date
- 1844-10-01
- Page
- Spalte 635-636 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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635 636 Studien. Die jüdische Che nach der Bibel. werden, hingegen ein Weib konnte niemals als Sklavin verkauft werden, sowie der Talmud richtig deutet iftpjja "MN riniPXD Exod. 22, 2.s6) Ferner sucht das mosaische Gesetz den bei den Orientalen zu allen Zeiten üblichen Handel mit jungen Mädchen zu verhindern. Der Handel mit den Reizen der Töchter, der in Babyton und andern Orten, wo Fremde zuftrömten, sehr häufig war, wird den israelitischen Eltern bei Strafe der Geißelung untersagt"). Levit. 19, 29. Ein Vater, der seine Tochter nicht ernähren konnte, durfte sie nur bis zum zwölften Jahre und zwar auch nur bei einem Israeliten in Dienste geben -'). Aber mit deren zwölften Jahre durfte sie erwarten, daß ihr bisheriger Herr oder dessen Sohn sie zum Weibe nehmen würde. Geschah dies nicht, so war sie frei und es war ihm nicht gestattet, sie wieder zu verkaufen. Exod. 22, 2 und 7, 11. Die heilige Schrift bedient sich dabei des Ausdrucks: „An Fremde hat er nicht Macht sie zu verkaufen, da er treulos gegen sie ist rc., so soll sie ausgehen umsonst ohne Geld". Ein Gleiches wird bestimmt beim gefangenen heidnischen Weibe, Deut. 2t, 14. „Und es geschehe, wenn du keinen Gefallen mehr an ihr hast, entlasse sie nach ihrem Willen, aber verkaufen darfst du sie nicht um Geld, du darfst dich ihrer nicht als Sklavin bedienen, da du sie gedemüthigt hast". 26) S. die vorhergehende Anmerkung. F. *) Nach der heiligen Schrift ist die erste Pflicht des Ehemanns die Keuschheit des Hauses zu erhalten. Er durste mit den Reizen seiner Tochter keinen Handel treiben, so wie ausdrücklich bemerkt ist: „du sollst deine Tochter nicht entweihen und ihr Buhlschaften gewähren, damit das Land nicht buhlerisch werde und voll werde von Unzucht". Wenn daher dem Vater die Beaufsichtigung oder die Erhaltung seiner Tochter schwerfällt, so kann er sie alsdann selbst in der frühesten Jugend, zur Verhütung, daß die Noth sie nicht auf Abwege verleite, entweder verheirathen oder in Aussicht eöner spätern Verheirathung sie als Magd verkaufen (Ex. .21, 7. 11). Die gehorsame Tochter ergiebt sich in das, was ihr Vater über sie beschlossen hat. Wenn nun der Gatte aus den Händen des Vaters die Heranwachsende Jungfrau empfing, so war dies ein Siegesakt für den Vater, daß er getreulich seinen ehelichen Pflichten nachgekommen ist. Dies war der Charakter lhcokratischcr Häuslichkeit. Ein gleiches /war der Fall bei der Verwaltung der innern Angelegenheiten des heiligen Staates. Wenn auch wegen des feurigen orientalischen Temperaments seiner Mitglieder die Polygamie nicht unerlaubt war, damit das Mädchen lieber mit einem Manne lebe, als im Zustande der Versuchung verbleibe, so war doch das strenge Verbot der Bordelle (Deut. 18, 19), damit die Reinheit der Nachkommenschaft und die Gewißheit der Kinder (Rousseau in seinen Bekenntnissen) den Vater zur Erfüllung der Pflichten der Erziehung und Bildung derselben antreiben solle. Diese Anordnungen bringen das Weib in keine herabwürdigende Stellung, sondern sie führen es zurück Zu seiner natürlichen Empfindvngsweise, wodurch die etwaige Untergeordcnrheit wohlthuend und zweckmäßig für dasselbe war, weshalb auch keine tiefgesunkene Würde des Weibes im monotheistischen Staate bemerkt wurde. 27) Aber auch verkaufen. S. Note 25. F. Die Verlobung ist der erste Akt der ehelichen: Verbindung, durch ihn wird die Frau an. den Mann, gebunden; aber zur vollständigen Verbindung gehört noch ein zweiter Akt, die förmliche Uebergabe der Frau an den Mann. Nicht der Trieb zur Erzeugung neuer Individuen, bestimmt die Verheirathung allein; denn dieft wäre thierifch. Die kurze Zeit der Sinnengenüffe wäre blos die Zeit der Vereinigung; ist diese verschwunden, so träte die Trennung wie früherhin ein. f Das eheliche Band ist berechnet auf Lebenszeit und gebunden; es ist eine auf Lebenszeit geschloffene Gatturigsverbmdung. Beide Eheleute unterstützen sich gegenseitig, freuen sich, dulden Z mit einander und fließen in ein einziges physisches und moralisches Individuum zusammen, indem die außereheliche Befriedigung f des Geschlechrstriebes, keine Anhänglichkeit, sondern größteni theils Zwietracht hervorbringt. Die Vereinigung beider Halsten zu Einem Leibe, zu einem Ganzen. Hierauf beziehen sich folgende Verse:! Mann und Frau machen alsdann erst einen vollkommenen Menschen aus. Diese zweite Handlung, die eigentliche Hochzeit dwjco wird in dem Brautgemache nsn in Gegenwart von wenigstens zehn Zeugen vollzogen. Jetzt ist die Frau dem Manne eigen, und tritt von dem Gesetz in alle Rechte der Gattin und bleibt zum ersten Male mit dem Manne allein. Diese j Einführung ins Brautgemach hat schon Isaak beobachtet, 1 Genes. 25, 67. „Da führte sie Isaak in das Zelt von Sara, i seiner Mutter, und nahm die Rebekka mit und sie ward (alsdann) sein Weib". Die gesetzliche Form war daher rjDH, eine solenne Form zur Schließung der Ehe, von der Offenbarung festgesetzt. Dort war die erste vertraute Gemeinschaft durch Zusammensein geschlossen; dort machen sie sich gegenseitig anheischig, einen Hausstand zu bilden und zu befestigen. Durch die Hingebung der Frau an den Mann werden Jener und diesem gleiche Rechte zu Theil. Die Trauung wird vollzogen, der Segen bestätigt den früheren Verlobungskontrakt. 5 non ist synonym in dieser Hinsicht mit ~nrv, letzteres | bedeutet als Zeitwort ursprünglich: verbergen Ezechiel 21, 29 und daher das geheime Gemach, Brautgemach Joel 2, 16?! und Richter 15, 1, dann Weibergemach, gewöhnlich eine entlegene Wohnung Hohelied 3, 4 und dann Vorrathskammer.? HDD hat eine ähnliche Bedeutung. Als Zeitwort?pn?! bedecken, beschirmen, beschützen, im Verborgenen thun, daher ) als Nennwort rjrjn Braurkammer in Psalm 19, 6 bemerkt. Sowie rjDn oft blos in der Bedeutung Zimmer ist, kommt das synonyme -nn in der Bedeutung von Brautgemach vor. Psalm 19, 6 heißts fflDriD N!*T [iTD MHl, dagegen So et 2, 16. mno;nn nsp. Sch stimme zwar dem Hrn. Dr. H. bei, daß nicht immer die Ehe in jenem Gemach vollzogen wurde, da Maimuni die rptf nDn für zuläßig hält, jedoch ist hier der Ort, wo die jungfräuliche Scham auf dem Altäre der Liebe geopfert werden soll, und hier ist es, wo der züchtige. Brautstand sein