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Der Orient · 1844-10-01 · 40 (1.10.1844) · p. Spalte 629-630

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
40 (1.10.1844)
Date
1844-10-01
Page
Spalte 629-630 (sequence 3)
Language
German
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629 630 Studien. Zur Kenrttniß des jüdischen Hellenismus. setzung, die man für göttlich hielt; der Rahm der Septwaginta ging auf die Sprache über und in dem Maaße als man diese Uebersetzung rühmte, verwarf und verabscheute man das Kompendium und die Epexegesis, welche vorhergegangen waren. Der Schlußtag der Anfertigung war ein Tag der Trauer und des Fastens, weil das heilige Gesetz (in der Epexegesi's) nicht, wie es Noth that, wiedergegeben wurde ")• Aus diesen Zeugnissen geht nun wenigstens soviel hervor, daß lange vor der Uebersetzung der Siebziger unter Pto. lemäus Philadelphus, nicht lange nach dem Tode Alexanders des Großen, es zwei Bücher in griechischer Sprache gegeben habe, welche den Pentateuch für den Gebrauch auszüglich darstellten und daher als unvollkommene und schlechte Bücher angesehen wurden. Diese zwei Bücher bearbeiteten fünf Gelehrte für die hellenistisch sprechenden Juden. Das eine war eine Art biblische Geschichte, worin aber nur der älteste Theil auszüglich behandelt war, wie der Auszug aus Egypten, die Eroberung Kenaan's rc. Das andere war eine Art Religionsbuch, worin der nomokanonische Theil des Penrateuch's zusammengestellt und erläutert war. Diese zwei Bücher, ’Et-ccycoyr} und ’EnE&yriöis genannt, haben nach Natur und Wesender Volksschriften, Uebersetzungen, Paraphrasen und Erläuterungen des Pentateuchs enthalten und die Gebrechen, welche sie nach der talmudischen Sage in dm Augen der Traditionsmänner so tief herabsetzte, mögen theils aus einer ungenügenden Kenntniß des hebräischen Originals, theils aus zu geringer Berücksichtigung der Überlieferung hervorgegangen sein. Ein nicht unwichtiges Jeugniß für diese Schriften giebt uns aber die Septuaginta selbst, wenn wir uns zu einer genauen kritischen Anschauung derselben Herbeilaffen, und dieses Zeugniß mit den frühem zusammengenommen machen das Vorhandensein derselben unzweifelhaft. Der Text der Septuaginta, namentlich zum Pentateuch, hat eine Anzahl Glosseme, die offenbar aus einer ältern Bearbeitung entnommen, alte Bemerkungen zu schwierigen Stellen, die in diesen Text zusammengetragen und zu einem Ganzen verbunden worden sind"). Bald finden sich zu manchen schwierigen. Wörtern doppelte Uebersetzungen 20), zu manchen dunkeln Versen doppelte Versionen, die dann konfundirt wurden 21), bald auch erklärende und verbeffernde Einschaltungen za), glossirte Stellen, in denen die Differenzpunkte in der Kritik liegen 23). Und da dergleichen Gloffeme schon sehr früh als ächte Theile angesehen wurden und auch Spuren ihres hohen Alters an 18) Soferin u c. nns to cnnnb rto nrpn 19) Frankel, Vorstudien S. 20. 20) Z. B. -zu ■nnx Gn. 24, 5; zu jnq Ex. 22, 16; zu rflVopD 26, 5; zu TDn Id. 38, 8; zu HDD1? työ Rum. 31, 16. 21) Z. B. zu Dt. 23, 18. 22) Z. B. zu Gn. 23, 13. Ex. 11, 2; id. 22, 3» Deut. 16, 7. 23) I. B. zu Richter 6, 5. sich tragen, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Vorarbeiten dazu beitrugen 2»), wenn nicht schon die ganze Arbeit an sich ein Zeugniß wäre, daß sie nur nach Vorarbeiten erscheinen konnte. Auf die Zeit, in welcher diese zwei Schriften abgefaßt worden sein mögen, weist die oben erwähnte talmudische Sage hin, da sie einen Ptolemäer nennt2 5); und die Zweifelhaftigkeit, unter welchem Ptolemäer es wohl gewesen sein mag, wird aus einer andern talmudischen Stelle klar. Es war unter Pto lemäus Lagt, der von 323—284 v. Ehr. regierte, also circa 300 2 6) vor Chr. und ungefähr ein Vierteljahrhundert vor der Zeit der Septuaginta. Wol unter diesem Ptolemäer hat in diesen Schriften sich wahrscheinlich die Aenderung von DDplN in nyyw *7)/ welche der jeruf» Talmud 2») und die Mechilta als die zehnte und der babyl. Talmud") als die fünfzehnte Aenderung erwähnen, aus Rücksicht seines Vaternamens Xayog (Hase) a0), gefunden, was die später fließende Tradition, die beiden Begebenheiten ineinander werfend, zu den andern Aenderungen fügte. Ptolemäus Lagt eroberte bekanntlich 321 v. Chr. Jerusalem, elf Jahre nachdem Alexander der Große als der Held des Abend- und Morgenlandes in Jerusalem war3*), und eine große Anzahl Juden wunderten als Gefangene nach Egypten, so daß sie die früher dagewesenen Kolonisten ansehnlich vermehrten. Im Jahre 311 folgte eine andere Kolonie, aber diese freiwillig 3i)+ Dieses Anwachsen einer ansehnlichen großen jüdischen Bevölkerung in Egypten, das Aussterben der nationalen Sprache aus dem Leben der Masse und das vielfache Bedürfniß eines religiösen Zusammenhalts mögen diese Schriften für die egyptischen Juden vorzüglich veranlaßt haben, und Aristeas hätte also wenigstens in einer Beziehung recht, daß den Griechen schon vor der Septuaginta eine Einsicht in das jüdische Gesetz offen war. Die Behauptung Aristobul's (1. c.), daß schon zu Alexanders Zeit, ja schon zur Zeit der Perser, dergleichen 24) Frankel 1. 1. S. 77. 25) Soserim 1. c. wo 'törb steht. S. Anm. 8. Frankel'sAnsi'cht über diese Stelle (1. 1. S. 60 Anm.) ist eben so irrig, wie der von vielen christlichen Gelehrten daraus geschloffene Haß der nationalen Palästinenser gegen die Siebziger. 26) Um 306 usurpirte Antigonus zum ersten Male den Königstitel, Ptolom. Lagi nahm ihn erst 301 an, als er Palästina-dem Antigonus, welcher es ihm seit 314 weggenommen, wieder eroberte, und da die talm. Sage -j ß rj 'tbrb hat, so kann es vor 300 nicht gewesen sein. 27) So ist für C'bjT) zu lesen, wie schon Tychsen (Tentamen, p. 52)' meint, was auch noch durch Lev. 11, 6 tov dcicvTtoda bestätigt wird. 28) j. Meg. 6. Mechilta zu Ex. 12, 4 a. 29) Meg. p. 9. 30) Die Sage hat zwar layo$t an die weibliche Form von niTitf denkend, für den Namen der Mutter gehalten; aber das kann von einer palästinischen Sage kein Wunder nehmen. 31) Josef's Alterthümer XII, 1. 32) ib. ib. 40*

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