Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 40 (1.10.1844)
- Date
- 1844-10-01
- Page
- Spalte 627-628 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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627 Studien. Zur Kenntniß des jüdischen Hellenismus. 628 griechischen Philosophen doch nur diese Sprache verstanden haben *). Es wäre auch in der Lbat ungereiint , behaupten zu wollen^), daß der Geschichtsauszug und die Epcxegest's, da nur die Wahl zwischen egyptisch und griechisch sein kann, in egyptischer Sprache abgefaßt gewesen war, denn es kann Aristobul gar nicht eingefallen sein, uns glauben machen zu wollen, daß die griechischen Philosophen das jüdische Gesetz und die ältere jüdische Geschichte aus einer egyptischen Bearbeitung erlernt, zumal aus der Geschichte hinlänglich bekannt ist, daß in Egypten die griechische Sprache seit Alexander vorherrschte. Aber nicht blosgAristobul gedenkt dieser Arbeiten vor der Septuaginta, dieser ältesten Erzeugnisse des jüdischen Hellenismus, sondern auch Aristeas weist ausdrücklich darauf hin, und bei aller Sagenhaftigkeit seiner Darstellung ist doch -kein Grund vorhanden,, seine Mittheilung zu bezweifeln. In den Worten, welche er Oemerrius zum König sagen läßt, heißt es: „Die Gesetzbücher (der Pentateuch) der Juden sind in hebräischer Sprache und Schrift abgefaßt, und nur nachläßig und unzureichend, nach dem Urtheile der Kenner, verdeutlicht". Freilich liegt in dem Ausdrucke des Aristeas etwas Unbestimmtes, da man nicht weiß, ob er von einer Uebersetzung der Tora vor der Septuaginta, die nachläßig und unzureichend war, oder von einer Bearbeitung im Sinne Aristobul's spricht, aber es wird wohl nach der Aussage des Aristobul Niemand mehr zweifeln, daß er das Kompendium und die Epexegesis meint, die eben eine Verdeutlichung des Pentateuchs und inclusive eine , Übersetzung enthielten. Diese zwei Bücher waren also, nach Aristeas, unzureichend, wie am Ende jeder Auszug, und nachläßig, wahrscheinlich wegen einer mangelhaften Kenntniß des Hebräischen, abgefaßt, und waren daher bei den Kennern sehr schlecht angeschrieben. Das Tatsächliche über diese hellenistisch-literarische Erscheinung v o r der Septuaginta, wie es der jüdische Philosoph Aristobul gegeben, und die Unzureichenheit und Nachläßigkeit derselben , wie Ln der Mittheilung des Aristeas vorkommt, vereinigt die talmudische Sage, wenn auch in unbestimmten, unklaren Ausdrücken. Es wird nämlich dort berichtet4 5 6), daß fünf7 * *) Gelehrte den Pentateuch in griechischer Sprache bear¬ 4) So hat es schon richtig Viger in seiner Uebers. des Euseb. 1. c. aufgesaßt. 5) Frankel, 1. 1. S. 16. 6) Soferim c. 1. 7) Daß die Zahl fünf hier nicht genau zu nehmen sei, hat schonAsarja de' Rossi in seinem Meor Enajim S. 75b eingesehen, der den Satz p-ipno 'nb nONft nennt, obgleich seine Erklärung, daß dieser Ausspruch sich auf dieUebersetzungen des Aquila, Symmachus und Lheodorion beziehe, ganz und gar unrichtig ist. Daß die Sage hier eine Arbeit vor der Septuaginta bespricht, hat noch keiner bezweifelt» Es ist aber auch möglich, daß fünf Gelehrte diese Bearbeitungen gemacht, wenigstens ist nichts Erhebliches dagegen einzuwenden. S. Anm.33. beitet hatten, aber diese Arbeit so schlecht und ungenügend ausgefallen wäre, daß jener Lag, der 8. Lebets), demjenigen Lage gleichgeachtct wurde, an welchem die Israeliten das goldne Kalb zur Anbetung gemacht, ja dieser Unglückstag wurde sogar später als Fasttag verzeichnetIO). Diese frühere nachlässige Arbeit, die man mit dem allgemeinen Namen Largum belegtewurde ln derselben Talmud stelle streng von der spätern der Siebziger geschieden, die nicht nur als eine andere'-), sondern sogar als eine bedeutsame, ja inspirirte angesehen wurde *3)* Die Arbeit der Siebziger wurde gerühmt und gepriesen, nicht nur von den jüdischen Hellenisten, sondern sogar von der jüdischen Nationalpartei, und zu dem Ruhme der Siebziger-Uebersetzung gesellte sich die Hochachtung für die griechische Sprache'*). Unter allen fremdländischen Sprachen hielt man die griechische am Besten zu einer Uebersetzung geeignet'^) , durch ihre Vollkommenheit hat sieden Vorzug erlangt, daß .nur in diese Sprache übersetzt werden durfte und nächst der heiligen Sprache nahm die griechische den ersten.Mrenplatz ein'7). Diese Hochachtung der griechischen Sprache war aber erst ein Abglanz der Ueber- 8) Es steht bei dieser Erzählung zwar der Ausdruck: für den König Ptolemäus ^bn ^bcb, aber dieser Ausdruck ist entweder aus der später besonders folgenden Erzählung über die Siebziger, die mit ntS^D IM eingeleitet wird , herüber genommen, oder er bezieht sich auf einen Ptolrm., der vor dem der Septuaginta gelebt. S. Anm. 25. 9) Nach einer Tradition in Megillat Laanit, Ende; vgl. Tor Orach Chajim hil. Laan. Ende. Asarja de' Rossi l. 1p. 71 b hat diese Lesart aus dem Siddur des Rab Amram und aus Halachot Gedolot bestätigt gefunden. 10) Meg. Taanit 3. e. Auf diese Bearbeitung und auf diesen .Unglückstag spielt auch der Pajtan an, wenn er in einer Selicha zum 10. Lebet sagt: N7)b 37!^^ PH, was er von der Septuaginta, die man sogar für eingegeben durch den heiligen Geist erachtete, gewiß nicht gesagt haben würde. 11) Der Name DÜin und das Verbum BTlfl wurde in weitschichtiger Weise gebraucht, wie schon einige aramäische Targumim beweisen, die nichts weniger als Uebersetzungen sind. 12.) Die erste Sage -beginnt mit nwyD, wo die fünf Gelehrten im Vordergründe stehen; die darauf folgende Erzählung von der Septuaginta beginnt mit wo die Verschiedenheit bezeichnet und •»ob -jbn als Hauptperson erscheint. 13) Es heißt nämlich daselbstb .2^3 »bp»! JDJ Bergl. Meor Enaj. 3. e. S. 72 b. 14) j. Meg. e. 1: man untersuchte und fand, daß nur in der griechischen Sprache das Gesetz vollkommen übersetzt werden konnte (b amb rhu* minn jw. insöi ipna N‘b Vgl. b. Megilla e. 1. „Nur Ln griechischer Sprache war die Uebersetzung der heiligen Schriften erlaubt, weil die Sprache Iafets so ausgezeichnet schön ist: bw inD'O' rw n!?n onso rrvnn b 15) j. Megilla 1. c. 16) b. Megilla I. e. 17) Baba Kamma a.Merubba.: ptb in Knpn Jltb IN nor.