Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 40 (1.10.1844)
- Date
- 1844-10-01
- Page
- Spalte 625-626 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meratnrblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JV£ 40. Leipzig, den 1. Oktober 1844» ' Inhalt. Literatur-Berichte. Leipzig. — Studien. Jur Kenntmß des jüdischen Hellenismus. I. Das GeschiHtskompendium und das Religionspuch. Die ersten Erzeugnisse des jüdischen Hellenismus VonDr. I. Fürst. — Die jüdische Ehe nach der Bibel. Von M. B. Friedenthal. (Schluß.) — Liter. Dialekten. Ueber das Wort Chumasch. Von Rabbiner Schott. — Literarische Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, Sept. Von neuen Erscheinungen erwähne ich: 1) I. M. A. Löhnis: Das Land und (das) Volk der alten Hebräer- - nach den in der Bibel angegebenen Zuständen. £ Thlr. (Bei Manz in Regensburg. 1844.) (Dasselbe Thema nur ausführlicher, behandeln auch Cäsar von Lengerke in seinem. „Kenaan" (Bd. I. 1844) und Ewald in seiner „Geschichte des Volkes Israel" (Bd. I. 1844). — 2) Saalschutz Schrift über Christen- und Judenthum — angezeigt in der Beilage zur A. A. Z. vom 12. Sept. (Mit einer süßsauren, de- und wehmüthigen, heuchlerischen und schlangenklugen, halben Anerkennung d^r Ansprüche der Juden auf bürgerliche und politische Gleichstellung.) i Zur Kerrntnisi des jüdischere Hellenismus. I. Das Geschichts - Kompendium und das Religionsbuch (300 v. Ehr.). Die ersten Erzeugnisse des jüdischen Hellenismus. Der jüdische Philosoph Aristobul liefert die interessante Mittheilung l), daß lange Zeit vor Demetrius von 1) Bei Eusebius, Pniep. Kräng. 13. c. 12. p. 663 —664, welche Stelle auch Clemens von 'Alexandrien, 8irorn. z. p. 410—411 anführt. Vergl.über dieseStelle: Gfrörer, kritische Geschichte des Urchristenth. I. 2. Abth. S. 111—116. Franke l, Vorstudien S. 13—20. Phalerä, ja sogar noch vor der Herrschaft Alexander's, ein Auszug oder Kompendium -) der jüdischen, vaterländischen Geschichte, worin die wichtigsten Momente der urthümlichen Nationalgeschichte enthalten waren, existirt habe. Dieses Kompendium wäre demnach die älteste biblische Geschichte gewesen, die nächst den Büchern der Chronik angefertigt wurde, und wenn wir auch in dem Ausdrucke Aristobul's: „vor der Herrschaft Alexander's", oder in der dort noch weitergehenden Ausrückung: „vor der Herrschaft der Perser", mit Recht eine Uebertreibung sehen, so bleibt doch aus seiner Mittheilung wenigstens dieses Resivuum, daß ein Geschichts-Kompendium, vermuthlich blos das Historische des Pentateuchs zusammenfaffend, das älteste Produkt des jüdischen Hellenismus war. Nächst dem Geschichts-Kompendium, sagt Aristobul daselbst, habe noch eine Erläuterung oder Auseinandersetzung des Gesetzes (ETis^ijyTiCLQ 8), das heißt derjenigen Momente des Pentateuchs, die in dem Geschichtskompendium nicht mitbegriffen werden konnten, existirt. Die E p e x e g e si s wäre demnach ein Religionsbuch gewesen, in welchem die Gesetze des Pentateuchs übertragen und erläutert wurden, also in dieser Beziehung ebenfalls die älteste Schrift des jüdischen Hellenismus. Freilich giebt Aristobul nicht ausdrücklich die Sprache an, in welcher diese zwei Bücher, die der Septuaginta vorangegangen, abgefaßt waren, aber er meint natürlich nur die griechische Sprache, da er darauf seine Meinung stützt, daß bei dem Vorhandensein dieser Bücher die griechischen Weisen manche ihrer philosophischen Lehren von den Juden geschöpft, und die 2) So ist.wahrscheinlichdie betreffende, oft genug misverstandene Stelle za re naza zrjv i^ccycoyrjv n. r. I. aufzufassen, wie schon Franz Lee in Proleg. T. NI. Bibi. Gr. Grab. 1. Praep. I.; Huet. Dem. evang. IV. 12. §. S. 33 ff. es gethan. 3) Steph. Lhes. p. 4083. 40