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Der Orient · 1844-10-01 · Heft 40 (1.10.1844) · p. Seite 311

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 40 (1.10.1844)
Date
1844-10-01
Page
Seite 311 (sequence 13)
Language
German
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$aj$ ein Gott ist. L. Wodurch offenbar? K. Durch die Natur und durch das Gewissen. L. Hierzu kommt bei uns die vollständige Offenbarung des göttlichen Willens. K. Durch die heilige Schrift. L. Und wie beseligend ist für den Menschen der Glauben an das Dasein Gottes! Ich erinnere euch hier nur an eine frühere Unterredung, wenn ich sage, daß der -Mensch ohne Gott höchst unglücklich wäre. Was sollte ihm. Geduld und Trost in Leiden, was ihm dann Mnth in Gefahren, was ihm dann! Kraft zur Bekämpfung und Ueberwindung des Bösen geben? Wo gäbe es dann eine lautre Tugend? Ms hielte dann noch vom Laster zurück? Was hielte die Guten auf dem Wege der Tugend und was bewahrte die Lasterhaften vor Verzweiflung? Ihr schaudert bei diesen Gedanlliu Wohl euch! euch wird Niemand euren Gottesglauben rauben. Wenn ein Mensch, gebildeter Nation, euch sagte, daß kein Gott sei; wenn er dies, was ihr voraussetzet, gegen sein besseres Wissen spräche, wie würdet ihr seine Aussage nennen? K. Eine Lüge. L. Wen leugnet.er? K. Gott. L. Deßwegen nennt man ihn einen Gottesleuger. Warum? K. Weil er Gott leugnet. L. Was heißt das? K. Er spricht gegen sein besseres Wissen, daß kein Gott sei. L. In welcher Absicht er dies thut, wird euch bald einleuchten. Mas würdest du, Min C., dem, der dir sagte: Es ist kein Gott.'antworten? C. Es ist ein Gott. Und du? F. Dasselbe. L. -Und so jeder von; euch, und so jeder vernünftige Mensch. Also überall findet er j Widerspruch, so wie er durch seine Behauptung Allen wider- : stricht. — Ihr werdet in eurem Leben noch Menschen kennen i lernen, welche das Eigne aber nicht Nachahmungswürdige an : sich haben, oft gerade das Gegentheil von dem zu behaupten, : wrö von den Gliedern der Gesellschaft erzählt und als wahr anerkannt wird. K. Ja, sie dünken sich klüger als die Andern. L. Du hast Recht. Durch scharfsinnige Beweise wollen sie der Gesellschaft ihre Klugheit, ihren Verstand zeigen. Doch nun zurück zum Gottesleugners. Er gehört wohl auch -ll dieser Klasse von -Menschen? L. Allerdings. Denn, wie ihr vorhin erkannt habt, findet er überall Widerspruch, überall erregt er Aufsehen, und was wird wohl zunächst seine Ab W gewesen sein? K. Nur die, Aufsehen zu erregen. L. Was will er dadurch erreichen! (Wofür soll man ihn anerkenneu?) K. Man soll ihn für einen vollständigen (scharfsinni- Menschen halten. Nun stehen wir an der Quelle, aus welcher die Gottesleugnung entspringt. Welchen bezeichnenden Flamen kannnst du ihr geben? K. Den Namen Ruhmsucht. Der Gottesleugner will von Andern als klug anerkann. fön: erreicht er seinen Zweck? K. Nein, man hält ihn für dumm. L. Weßwegen? K. Weil er das nicht einschen will, was der einfachste Verstand sehr leicht begreift. L. Bevor wir das Urtheil der Bibel über die Gottesleugner näher bedachten, juchen wir noch eine Quelle der genannten Sünde auf> Ihr wisset, daß ein Gott ist, der das Gute belohnt, das (§. Oder: Vergleichet den Gottesleugner mit diesen? K 1 gehört auch zu dieser Klaffe von Menschen. Bose straft. Welchem Menschen wird der Gedanke an diesen Gott ein angenehmere sein? K. Dem guten Menschen. L. Warum? K. Weil er von Gott nur Gutes (Lohn) zu erwarten hat. L. Was wird aber der Böse 'wünschen! K. Daß es keinen Gott geben möge. L. Warum? K. Weil er sich vor der Strafe Gottes, (L. vor seiner strafenden Gerechtigkeit) fürchtet. L. Vielleicht geht auch einst sein Wunsch in Erfüllung? K. Das ist nicht möglich, denn Gott lebt ewig. L. Ich erinnere hierbei an den Spruch, Psalm 102, 28, den ihr früher gelernt habt. K. Du bleibest wie du bist und deine Jahre nehmen kein Ende. L. In wiefern paßt dieser Spruch hierher? K. Es wird in demselben auf die Ewigkeit Gottes hingewiesen. L. In welchen Worten? K. Deine Jahre nehmen kein Ende. L. Betrachte die Anfangsworte unseres Verses! K. Du bleibest wie du bist. L. Was sagen diese Worte? K. Daß Gott unveränderlich ist. L. Wie du von Ewigkeit warst, so bleibest Du, Herr, in Ewigkeit: ein gerechter Gott! Schreckensgedanke nur für den, der auf seiner lasterhaften Bahn immer weiter schreitet. Was nun kann ihm Verzeihung für seine Sünden und Gnade be.i Gott verschaffen? K. Dies , daß er sich aufrichtig, bessert. L. Und dies fordert auch sein Gewissen von ihm. O daß er dann nicht wie Kain ausriefe: „Meine Sünden sind größer, als daß sie mir vergeben werden könnten," o daß er nicht sein Gewissen einschläferte und ferner sündigte. K. Doch wird es wieder in ihm erwachen. L. Zur Schreckenszeit erwachen; zu einer Zeit, da er umso mehr jede Hoffnung auf eine bessere (fettige) Zukunft aufgiebt; in welchem Gemütszustände wird er sich befinden? K. Er wird verzweifeln. L. Oder einen noch verzweifelteren Ausweg wird ihm sein Verstand zeigen. Wenn es keinen Gott mehr gäbe, was gäbe es alsdann auch für den Sündernicht? K. Es gäbe keine Strafe. L. Die Strafe für das Verbrechen, die schrecklichen Folgen seiner Lasterhaftigkeit — sein Gewissen malt sie ihm lebendig vor. Er zittert vor der Strafe und vor dem strafenden Gotte, den er nicht mehr als liebenden Vater kennen will. Nein, es giebt keinen Gott, keinen Gott und also keine Strafe. Erst leise spricht ers in seinem Innern, dann immer lauter, bis er sich selbst als Gewißheit dies überredet. Wen leugnet er? K. Den lieben Gott. L. Wodurch ist er zum Gottesleugner geworden? K. Durch seine Lasterhaftigkeit. L. Wodurch der Erstere? K. Durch seine Ruhmsucht, durch sein Streben, Aufsehen zu erregen. L. Ihr kennet nun die Gottesleugner. K. Sie sind entweder höchst ruhmsüchtige, oder sehr lasterhafte Menschen. L. Darum beide gefährliche Glieder der menschlichen Gesellschaft. Wie spricht in Bezug darauf unser Vers von ihnen? K. Sie Laugen nichts. L. Weise das an dem Lasterhaften nach! K. Er schadet durch seine lasterhaften Thaten sich selbst und Andern. L. Fraget ferner euren Verstand, was jener Ruhmsüchtige zum allgemeinen Wohl oder zum Wohle des Einzelnen thun wird, sobald seine Ehrsucht nicht auch einigermaßen dabei befriedigt wird, also sobald er nicht auch seinen Vortheil dabei sieht? Urtheile weiter! Wer

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