Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 37 (10.9.1844)
- Date
- 1844-09-10
- Page
- Spalte 587-588 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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587 Studien. Literarische Analekten. 588 und nennt sie oder n'DW die Sw/lns; das Sira stellt er als nvi'Q dar, ae^viz von -,i-O dem Mond. Diese Frau, deren Ehrgeiz so groß war, wie man sagt, (Tillemont 3. 145) daß sie ihm ihre Ehre nachsetzte, gehört unter die merkwürdigen Frauen des römischen Kaiserreichs, die Lust und Kraft zum Herrschen hatten. Sie ist aber Eine von denen, die das orientalische Princip im römischen Weltreich vertraten, die, indem sie orientalische Sitte und Pracht nach Nom brachte, den Kampf dieses Principes mit dem römischen erst recht erwecken, mußte. Und dem Kampfe eben (und im Interesse dieses Kampfes werden uns die Nachrichten über sie überliefert von den Römern, den Feinden des Orientalismus) müssen wir das Dunkel zuschreiben, daß das Verhältnis; des Orientalismus in Rom während der Negierung der Severe umgiebt. Daß durch dieses gewaltvolle Eindringen des vorientalischen Lebens in Rom auch die Verhältnisse der Juden berührt worden sein und die Königin Soaemis, von der Heliogabal ganz beherrscht wird (Lampid. Heliog. c. D, für die Juden eine merkwürdige Gestalt geworden sein mag, ist wohl kein Zweifel und die Vermuthung wird also wenigstens vom Schein des Wahren nicht entfernt sein, wenn an ihren Namen obige Tradition angeknüpft wird. Von Alexander Severus erzählt bekanntlich Lamprid. (vit. Alex. c. 29), daß er zugleich mit Christus und Orpheus auch Abraham verehrt, obschon der Kaiser seines Syrerthums sich schämte (e. 28) und einen römischen Stammbaum schuf. Daß er Christus habe einen Tempel bauen wollen, erzählt Lamprid. (43) dem christlichen Constantm; es war aber nur eine Nachahmung der hadrianischen Tempel ohne Bildsäulen. Bei Orosius I. 18 findet sich sogar eine Notiz, daß seine Mutter Mamwaea Christin geworden wäre unter Anleitung des Origenes, eine Notiz, die schon Grubitz für ein Gloffem hielt, dem auch Moerner beistimmt (de Oros. vit. et scriptis p. 64. n. 40). Also ähnliche Traditionen auf Seiten des christlich-orientalischen Elements. — Aber andere Notizen in den Analekten des Hrn. Chajes enthalten Ungenauigkeiten. Er schließt aus einer Stelle in Bereschit Rabba, wo es heißt, es seien die \!D von Edom gefürchtet worden, daß diese Stelle ein Zusatz sei, durch den bewiesen werden könnte, daß das Buch erst im 6. Jahrhundert zusammengestellt sei, d. h. einer Zeit, in der Gothen und Vandalen durch ihre Einfälle ins römische Reich die Römer erschreckten, was aber erst im 6. Iahrh. geschah, da die früheren unter Aurel um Diokletian gescheitert''. Gesetzt man gäbe zu, daß obige Söhne der Barbarei die Vandalen sind, wie kann erstens das römische Reich erschreckt werden, da es keines in Italien mehr gegeben/ die Ostgothen und Langobarden nach einander regierten und mit dem Todesjahr des Gcnserich (er starb am 25. Januar 477 cf. Papencordt, Geschichte der Vandalen p. 107.) die Geschichte der vandalischen Raubzüge abgeschlossen war. In dieselbe Zeit aber gehört die Invasion Odoaker's, die erste bedeutende wieder von Germanien aus seit langer Zeit. Eben so ist der Schluß falsch, der gemacht wird, daß unter Mailand zu verstehen sei, in dem Diokletian regiert, „weil seit Konstant, die Residenz der Kaiser in Mailand war". Weil seit Const. die Residenz in Mailand war, muß Divcl. dort regiert haben? Was ist das für ein Schluß? Aber wo steht, daß alle Kaiser seit Constantin in Mailand regiert? Constantm selbst war doch in Byzanz,- daß aber Diocl. je in Mailand resrdirt, ist auch unbekannt. Er hielt sich in Nicomedia auf, während Maximin sein Mitregent in Mailand lebte. Aber Magdiel ist gar kein Stadtname, sondern der eines Mannes und zwar hier blos anspielender Weise. Die Stelle m Bereschit Rabba c. 83. p. 72 b ed. Anist. heißt: „An demselben Tage, an dem Luteinus zur Regierung kam, träumte R. Ami, heute ist Magdiel zur Negierung gekommen. Denn nur ein König noch wurde gefunden in Edom." So dunkel die Stelle ist, so klar ist die Bezeichnung auf Genesis 36, 44, wo Magdiel der Vorletzte Aluf in Edom genannt wird. Vielleicht ist Luteinus Licinius, der letzte Aluf vor Constantin? Selig Cassel. Anti-Kritik. In der Kritik zur Beschneidungsfrage von Dr. B ergson Orient LB. Nr. 27. S. 123 will Recens. den vom Vers, (in Frankens Zeitschrift S. 106 ff. die Epoche des Makkabäerkampfes und die heutige Zeit. Eine Parallele), Luzzatto und Zunz (an einem andern Orte) angeführten Grund für die besondere Heiligkeit der Beschneidung, ihres hohen Alters wegen, nicht als solchen anerkennen, weil alsdann die noch viel ältern Noachidischen Gebote *) und das Sabbatgebot einen viel gegründetern Anspruch darauf hätten. Daß die Noachidischen Gebote den ältesten Stempel aller Gebote tragen, und viel älter sind, als das Gebot der Beschneidung, hat ein für alle Mal seine Richtigkeit; daß ferner — ich erlaube mir einen Schritt weiter — kein Gebot, positiver oder negativer Art, in der mosaischen Lehre so oft wiederholt wird, als die Noachidischen, namentlich: , fy COI nvny", während Moses der Beschneidung (als Gebot) nur ein Mal-) erwähnt, und daß endlich die drei 1) Daß Recens. sich nicht einmal die Mühe nahm, die Stellen (Sanhedrin 56 a), wo die Noachid. Gebote aufgezählt werden, nachzulesen, erhellet schon daraus, weil sonst Recens. daselbst gefunden haben würde (I hid. 65 b u. 59 b), daß drei dieser Gebote (nach Andern sogar die ersten sechs) schon Adam und seinen Kindern gegeben worden sind, demnach nicht nur ein mit 292, sondern mit 1018 Jahren älteres Gepräge tragen, als das der Beschneidung; eine Differenz, die wahrlich ein Recens. bei Kritiken derlei Art, wo es sich um das Alter handelt, beachten muß. 2) Die Ursache der nur einmaligen ausdrücklichen Erwähnung der Befchneidung ist, gelegenheitlich gesagt, entweder oder; entweder weil sie schon Sitte seines Volkes war, als ein heiliger Gebrauch in ganz Israel eigesührt, so daß Moses