Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 37 (10.9.1844)
- Date
- 1844-09-10
- Page
- Spalte 585-586 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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585 Studien. Literarische Amalekten. 586 gehen von feinem Geschlecht, weit er keine Söhne hat?" In den Prophezeihungen Iesaja's wird erwähnt: „Es werden 7 Frauen ergreifen einen Mann re., nur laß uns deinen Namen tragen; nimm die Schmach von uns." Ies. 4, 1. Im Hauswesen gab dagegen die Stimme der Frau den Ausschlag, obgleich der Mann rathend ihr zur Seite stand. Es war ein. Verein von verschiedenen Gewalten , wo eine der anderen Freiheit beschränkte, aber niemals gänzlich unterdrücken konnte, und wo eine jede der beiden Gewalten, wie bei den Bündnissen zwischen freien Staaten die andere zur Erfüllung ihrer Pflichten unter Androhung der Auflösung des Bundes anhalten konnte. Dieses ist die gesetzliche Auffassung der Ehe nach der heiligen Schrift, welche auch bei dem gegenwärtigen Zustande der Menschheit vollkommen zulässig ist") ”). (Spr. 24,27) mmmtryi “jnDN^b pina pn (Pst 45, 14 nD’JE) i'po ro mm b). Hingegen UNterdrückte dieses Gesetzliche in der Ehe keineswegs die moralische Tendenz derselben. Schon unserm Urvater Adam wurde der Endzweck der Ehe mit den Worten vorgehalten: Genes. 2, 23. „Und Gott brachte Eva zu Adam rc. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen und sie werden zu einem Fleische" 12). (Fortsetzung folgt.) **) Ein guter deutscher Schriftsteller bemerkt Folgendes: „auf das Oeffentliche gerichtete Gedanken und Entschließungen des Mannes nimmt das Weib Antheil, in der häuslichen Sphäre aber steht der Mann der Frau zur Seite mit wohlmeinendem Rath und treuer Fürsorge. Der Mann verliert von seiner Würde, wenn er sich mit der Häuslichkeit befaßt, sowie die Frau von ihrer Milde und Bescheidenheit, wenn sie sich nach Außen wendet^". 11) Die hier von dem Hrn. Verf. gegebene Auseinandersetzung hat sogar, als aus dem Leben gegriffen, ihre volle Richtigkeit, ob sie aber mit der biblischen Auffassung völlig übereinstimmend fti, dürfte ihm sein Gegner schwerlich einräumen. Schwerlich dürften je, besonders nach der biblischen Ansicht, Mann und Frau so schroff einander gegenübe rstehen, wie die vom Hrn. Verf. als Beispiel ange-; führten beiden Staatsgewalten, deren jede nur ihr \- eignes Interesse verfolgt und die Grenzen ihrer stipulirten l Rechte und Befugnisse auf das sorgfältigste bewachen; vielmehr soll nach der Bibel die Frau eine Gehilfin des Mannes sein, beide Eheleute sollen stets ein und dasselbe Ziel verfolgen, ein und dasselbe Interesse, von abgemessener Vertheilung der Befugnisse ist in der Bibel keine Rede und was der Verf. als eine solche ansieht, ist wiederum aus dem Leben und den bestehenden Verhältnissen gegriffen und darf, wie uns dünkt, nicht so auf die Spitze gestellt werden, daß der Mann sich gar nicht um die innern häuslichen Verhältnisse bekümi mern dürfte, was auch, wenn es der Fall wäre, in gewisser | Hinsicht von höchst schlimmen Folgen sein könnte. So gehört z. B. die Erziehung der Kinder gewiß zu den innern Angelegenheiten und da sollte der Vater gar keine Stimme haben, sollte sie dermaaßen nicht haben, daß eine Einmischung in dieselbe seinerseits, wie bei den zum Beispiel gewählten Staatsgewalten, die Auflösung des Bündnisses herbeiführen sollte? F. Literarische Analekten. Im Orient Nr. 28. LB. ist die Frage gestellt worden, wer die in Sabbat p. 53 a, (die Stelle wird gemeint in Schilte Ha-Gib. v. Abr. b. David Portaleone ok. Ugolini thes. ant. sacr. 11. p. 421) sei und ob es Zenobia sein könne. Es ist die Rede von dem wohlriechenden Holz, das zuletzt in die Hände besagter Königin gekommen sei. R. Rechaba erzählt es dem R. Iehuda nach. Es scheint nicht, daß Zenobia gemeint sei, weil die Verstümmelung, die Etwas arg ist, hier um so auffälliger wäre, da der Name doch in Babylonien so gut bekannt gewesen sein muß als in Palästina, wo er doch richtig rpDJn heißt (Terumot 2, 8;imnNta)D DD'* 1 P- 81 a. cf. Orient 1841, LB.31. p.469). Ich habe eher an die Soaemis oder Soaemia gedacht, die Mutter des Heliogabal oder Elagabal Diese Dame, die auf Münzen lat. Soaemias griechisch heißt (cf, Tillemont hist, des emper. 3. p. 144. n. 2. Eckhel doctrina nummorum J. p. 264) die von Dio und Herodian Soaemis, von Capitolinus (Macrin c. 9) und Lampridius (Heliog. c. 2) Scmia Sira genannt wird, heißt bei Eutrop und Hieronymus (Chron. Euseb. ed. Scaliger p, 173) Simia Sira. Letzterer Name wird von Scaliger für den richtigsten gehalten (Animad. ad Euseb. p. 214), indem er von dem Umstand ausgeht, daß viele orientalische Namen von Steinen und Blumen benannt seien. Er leitet Soaemis von (cf. Fürst's Concordanz p. 1291 n. 3) 12) Dieser Beweis ist schneidend. Bekanntlich werden in der heiligen Schrift Kinder -p’> ihrer Eltern genannt und dennoch stellt sie das eheliche Verhältniß als ein innigeres, als das zwischen Eltern und Kindern durchwein Bild dar, welches eben so treffend als überraschend ist und spricht zugleich den Grund des Vorzugs aus, den es dem ehelichen Bund vor dem der Eltern und Kinder gibt. Das Kind nämlich, obgleich yy seiner Eltern, ist, sobald es das Licht der Welt erblickt, bleibt, wie wohl für einige Zeit ein abhängiges, doch stets ein von seinen Eltern völlig getrenntes, für sich bestehendes Wesen, durch welches das Wesen der Eltern keinen Ersatz für etwas, was sie durch sein Dasein verloren hätten, abgeben soll; das Weib hingegen ist aus einer Rippe des Mannes gebildet und bildet fortwährend die Ergänzung eines ihm genommenen körperlichen Gliedes, weshalb der Mann erst mit dieser Ergänzung zusammen seine Vollständigkeit erhält und ein einiges Ganzes ausmacht, sie werden, sagt die Schrift, zu Einem Fleische. Gicbt es ein schöneres Bild für die Heiligkeit und Innigkeit des ehelichen Verhältnisses, wenn Gott selbst als der Werkmeister dieses so künstlichen Baues dargestellt wird? Giebt es ein klareres und sprechenderes Princip der Ehe, als dieses von der heiligen Schrift hier gegeben? Es bildet die Grundlage der ganzen folgenden Gesetzgebung für die jüdische Ehe, man müßte mit der neuesten Kritik annehmen, daß die verschiedenen Theile des Pentateuchs verschiedene Verfasser haben, d. h. daß der Pentateuch überhaupt nicht göttlichen Ursprungs sei; in welchem Falle aber jeder Streit überhaupt überflüssig wäre.