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Der Orient · 1844-09-03 · 36 (3.9.1844) · p. Spalte 573-574

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
36 (3.9.1844)
Date
1844-09-03
Page
Spalte 573-574 (sequence 7)
Language
German
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573 Kritiken. Kurze Anzeigen. 574 und die Lehren Mosis, also gleichsam denPentateuch vervollständigen und die Propheten beschließen (der letzte der Propheten, schließt daher mit -npj; Höto nnin und mit der Verheißung nrr rriN run); und jet*der'beiden Abhandlungen heiße (eigentlich und zwar die Bücher Josua, Richter, Samuel und Könige NTOrlj? NFjJS^N/ die Bücher Jesaja bis Maleachi ... , ... Eerlin, August 1844. Dr. I. Heinemann. Kurze Anzeige«. 60) ^f^yo sive Compendium Docfcrinae Ethicae, auctore Al-Ghazali Tusensi, philosopho Arabum clarissimo, de arabieo hebmiee conversum ab Abrahamo bar-Chasdai Barcinonensi, Über argumento lueulentissimus et oratione dulcissinuis, nunc primuni ex tribus codicibus yetustis ßibliuthecae 8enatus Amplissimi Lipsiensis editus liebraeicisque prolegomenis instructus a J. Goldenthal, Philosophiae Docfcore AA. LL. Magistro Rahbinatusque Candidato. Auch unter dem hebr. Titel: nvdlN en “pran f)iD n ran pns otnd isd n n n 3 n 'n rann ray^ ran ptypo ip'nyni Pn 3py' mtwi OM nt niN^ wiNmn ndn ra 'PNnDJynpNJ. Leipzig, 1839. Gr. 8. Gebhardt u. Reisland. Es wird vielleicht den einen oder den andern Leser befremden, daß ein vor''5 Jahren erschienenes Buch jetzt zur Besprechung komme; in einem noch höhern Grade vielleicht,, wenn ich hinzufüge, daß von Schmölders (essai sur les ecoles philosophiques chez les Arabes. Paris, 1842) bereits der, philosophische Theil, sowie von Dukes (Notiz über Dunasch den Librat, Or. 1843) die zerstreuten Gedichte in dem zu besprechenden Werke benutzt worden. Es genüge aber die bloße Bemerkung, daß jüdische Bücher, wie alte Jungfrauen, die an ihren Mann kommen, oder deutlicher, daß das jüdische Publikum zur jüd. Literatur, wie die deutschen Journale zu den Interessen Deutschlands, sich verhält. — Bevor ich nun die Leser in das Innere dieses Werkes einführe,. wellen wir ein wenig beim Titel desselben verweilen, zumal Hr. Goldenthal diesem Punkte weniger' Aufmerksamkeit geschenkt. Von el-Ghazali wird es ausdrücklich blos (COIND> vergl. S. 7 d. W.) genannt; Abraham bar Chasdai nennt es in seiner Vorrede S. 3) 0’KtjJb.i ’JTND, also JUfcilt ^luyo wie bei Wüstenfeld'); im Epigraph der Handschrift heißt es J**Jt *) Hr. G. umschreibt, nach seiner in der Vorrede zum tmb demgemäß ruyj/on "»JtND, welchen Titel der Herausgeber gewählt, obwohl der von A. b. Ch. und W. angeführte richtiger und passender ist; der hebräische Uebcrsetzer des ursprünglich arabisch geschriebenen Buches endlich hat es, biblisch,. p-pjj •oind genannt, indem er (S. 4) den Grund: VD -nDN b p-iäD *0angiebt. Der Inhalt des Werkes, das aus 32 Kapiteln besteht, ist zumeist ethisch. Wie die aristotelische praktische Philosophie als ethische Glückseli gkeitsle h r e auftritt; wie bei Aristoteles die svdca^ovia der TtUog ist, fo wird auch, hier die an die Spitze gestellt, ist sie das letzte Ziel, das angestrebt werden muß. Die vier Kardinaltugenden : ßocpLU, ecvögicc, GcocpQOGvvrj und dmcuoovvT] treten auch hier im 16. Kapitel als oncy rOBH nnDH riDfi* •wn? nrppnni nmin? no^nn auf. Ich sagte, der Inhalt sei zumeist ethisch; indem der Vers, zuerst das Wesen der Glückseligkeit definiren muß, die im Wissen und Handeln jJjCI ncyynni no^nnj besteht (K. 3), was ihn dann in das psychologische Gebiet, in die Bestimmung des Verhältnisses der Seelenkräfte zu einander re. führt (K. 4 und 5).. Das Interessanteste an dieser Erscheinung ist aber, daß eine von einem muhammedanischen Gelehrten geschriebene Ethik von einem Juden in's Hebräische — und von Abraham bar Chasdai mit ausgezeichnetem Geschick — übertragen wird und die Belegstellen aus dem Koran und andern arab. Schriften durch Bibel- und Talmudstellen ersetzt werden. Es gehört dies mit zu jenem eklektischen Faden, der sich durch die ganze dogmatisch-philosophische Literatur der Juden hindurchzieht. Wollte man nur diesen Punkt des Eklekticismus scharf sixiren, so könnten viele Misgriffe unserer Zeit vermieden werden. — Ich wende mich nun zu dem Herrn Herausgeber. Hr. , Goldenthal — in der philosophischen Literatur der Juden ganz heimisch und das schwerfällige arabisirte Idiom genau kennend — hat nach drei Handschriften der hiesigen Rathsbibliothek einen korrekten Text hergestellt und dem Werke eine XXXII S. starke Vorrede vorangeschickt, die in einem guten hebräischen Style — nur fiel mir gleich auf der ersten Seite die Konstruktion rp"Dy nDKO-Wn auf— abgefaßt ist. Er liefert zuerst eine ausführliche Biographie des Verfassers el-Ghazali und ein Verzeichniß der Schriften desselben mit Übertragung der arabischen Titel ins Hebräische, woran ich einige Bemerkungen knüpfe. Nr. 12 wäre richtiger mir niyn als mit'rWQN übersetzt. So übersetzte auch Je hu da Jb n-Tibb on diesen Plural in dem Titel rnyni niJlDN des Saadja'schen Werkes. Nr. 22 ist richtiger — wie Mose Narbonne — entwickelten Theorie, Ich würde Hrn. G. fragen , warum er nicht seinen Namen statt schreibe, wenn es nicht bekannt wäre, daß die Theoretiker' gewöhnlich nur Andern ihre Lehre empfehlen; sie selbst aber sich nicht danach halten.

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