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Der Orient · 1844-08-27 · 35 (27.8.1844) · p. Spalte 557-558

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
35 (27.8.1844)
Date
1844-08-27
Page
Spalte 557-558 (sequence 7)
Language
German
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557 558 Studien. Anzahl der hebräischen heiligen Schriften» mit der gehörigen Modifikation für die heiligen Schriften. Und so ist es auch in der Thar. Die Griechen hatten ihren Homer in 24 Rapsodien nach der Anzahl ihrer Buchstaben getheilt und ebenso wurden nach dieser äußerlichen Symbolik die Schriften Lheophrast's in 24 Bücher getheilt. Die Büchereintheilung war an sich etwas Aeußerliches und es ist kein Wunder, wenn man dabei auf so Aeßerliches Bezug nahm. Als man die heiligen Schriften auf eine gewisse Zahl zurücksühren wollte, wählte man das hebr. Alfabet zur Norm, das 22 Buchstaben hat, und suchte alle Schriften, die man für kanonisch hielt, unter zwei und zwanzig unterzubringen, ohne daß diese Zahl, so wenig wie die jüdische Zahl vier und zwanzig, eigentlich ein Kriterium abgab, daß nur so viele heilige Schriften vorhanden sind, wie es aus dem Zusammenfassen mehrerer in eine ersichtlich ist. O eigenes sagt auch ausdrücklich (1. e.), daß die Hebräer 22 heilige Schriften haben nach der Zahl ihrer Buchstaben, und Hieronymus in seinem prulngu8 galeatus führt sogar diese Symbolik ganz nach der Weise eines Derasch aus. Wie die hebräische Sprache, sagt er, zwei und zwanzig Elemente oder Konsonanten hat, die beim Sprechen und Schreiben derselben unentbehrlich sind und gleichsam die Grundsteine bilden, eben so zählen die (hell.) Juden zwei und zwanzig heilige Schriften, die gleichsam unsere zwei und zwanzig Konsonanten unserer Fibel ausmachen. — Und nicht blos die Zahl zwei und zwanzig wurde symbolisirt, sondern sogar für das Zusammenfassen zweier Bücher in eins wurde in den Buchstaben des hebräischen Alfabets eine Symbolik gesucht. Hieronymus sagt (a. a. O.): „Die Hebräer haben fünf Buchstaben doppelt, nämlich Kaf, Mem, Nun, Pe und Zade, und darum gibt es auch fünf Bücher, die doppelt sind, nämlich Samuel, Könige, Chronik, Esra und Jeremia, das die Klagelieder in sich faßt". Der nationalen judäischen Richtung war die Annahme der Buchstaben des Alfabets zur Norm der Eintheilung der Schriften unbekannt und sie hat daher die Anordnung der heiligen Schriften in 22 Bücher entweder gar nicht gekannt oder nicht im Entferntesten berücksichtigt. In der bekannten Warajta im Talmud, wo die Reihenfolge der heiligen Bücher angegeben wird^o), findet man die Anzahl der heiligen Schriften auf vier und zwanzig gebracht 21). Eben so wird in der Ermahnung im jerusalemi- 20) Baba Batra, fol. 13. 21) Bei dieser Anzahl wird Nehemia ausgelassen, weil es als Esra 11. angesehen wird. Man findet auch in Handschriften diese zwei Bücher ohne Zwischenraum und verbunden (s. Xennieutti <1,88. gen. in V. T.), sy daß in dieser Beziehung 'die nationale Partei mit der hellenistischen einerlei Ansicht hatte. Seitdem aber nach der Vulgata, namentiich durch Daniele Bombergo, diese Bücher eigenmächtig getrennt worden (s. Elija Levita Mas. ha-Masoret, Erinnerung an den Leser), begreife ich nicht, wie man »on'jnifcfl oder Enp v-)dd Yd sprechen kann. scheu Talmud wo es heißt: Wer mehr als vier und zwanzig heilige Schriften ins Haus bringt (d. h. in den Kanon ausm'mmt), der bringt Wirrniß in sein Haüs-^)", streng darauf hingewiesen, daß ja nicht mehr als 24 heilige Schriften in den Kanon gehören. In dieser Weise wird die Zahl der heiligen Schriften, wo sie in den Talmuden und Midraschim besprochen werden, bestimmt, und aus dieser nationalen Quelle hat sich diese Zählung bei den Juden 24) erhalten. Der späte Kirchenvater Hieronymus 2S), der selbst nur 22 heilige Schriften zählt, erwähnt ebenfalls, daß die Juden, durch die Betrachtung der Klagelieder und des Buches Rut als besonderer Bücher, vier und zwanzig Bücher zählen. Es läßt sich aber schon im Voraus denken, daß wie innerhalb der hellenistischen Richtung 22 Schriften gleichsam aus einem Derasch (als Parallele der 22 Buchstaben) hervorgegangen, so auch für die Zählung von 24 heiligen Büchern eine gewisse hagadische Anschauung vorgewaltet haben mag. Und so war es auch in der That. Die nächste Symbolik war, daß die Schrift, unter dem KollektivnamenTora schon bei dem Letzten der großen Synode bekannt26), dem Tempetdienste (HTlDy) gleich sei, und mit jenem nächst den guten Werken die Pfeiler der Welt fei-7). Der Tempeldienst wurde in den 24 Tempelposten (rVnEt^p) repräfentirt und man theilte die Schrift symbolisch in 24 Bücher. Diese ältere, später fast unverständlich gewordenn Symbolik findet sich im jerusalemischen Talmud zu der Stelle in Kohclet 12, 11: die Worte der Weisen sind wie Stacheln und wie eingeschlagene Nägel (fiDEE/ft) 2S). Später kam für diese Zählung eine andere Symbolik an die Reihe. Die Synagoge ist die Braut 2‘J) und wie die Braut nach Jes. Kap. 3, mit 24 Geschmeiden geschmückt, so die Synagoge mit den 24 heiligen Schriften und als Repräsentant der Synagoge wird der Lehrer (COT "TC^n) angesehen. Nach solcher Symbolik suchte der Midrasch^) die national-jüdische Zählung zu erklären. 22) j. Sanhedrin e. ult. h. 10; Midrasch Kohelet zu dem Verse ns,iß “um 23) Wz -pnn wip 'uro nnr dodoh D^DD Nin noino. Diese Wirrniß zeigt sich auch in der That innerhalb der hell. Richtung, wo man fast gar keine Grenzscheide zwischen kanonischen und apokryphischen Schriften kannte. 24) S. Hottinger, tllesaur. phil. p. 101. 25) prol. gal. 1. c. 26) Abot c. 1. Misch. 2. 27) ibid. 1. c. 28) j. Sanhedrin c. 11. hal. 11. nttHTD O'DDn nm yjiM Dntyy nno^D no r^ro nrara □ yro: nnDtMcb) ymM ün^y D^DDn Indem man in jener Stelle das mündliche Gesetz sah, blieb diese Hagada den Kommentatoren unverständlich. 29) S. Wessely, das ethische Element im jüd. Recht. Or. LB. Nr. 34. e. 541 oben. 30) Scheinst rabba c. 41: “fon nBBOpO )T rfo HD .ansD "na rnr rov^> -ps? osn 1'v^n p iro

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