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Der Orient · 1844-08-27 · 35 (27.8.1844) · p. Spalte 559-560

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
35 (27.8.1844)
Date
1844-08-27
Page
Spalte 559-560 (sequence 8)
Language
German
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559 Kurze Anzeigen. 59) Blätter der Erinnerung. Letzte Kanzel-Vorträge im Neuen Israelitischen Tempel von Dr. Eduard Kley. Hamburg, 1844. 8. B. S. Berendson. Es liegt eine Bedeutung, eine Wehmuth in den Worten „Letzte Kanzel-Vorträge", für die der fühlende Jude nicht das paffende Wort zu finden weiß. Ist es denn schon so lange her, fragt man, daß wir hier und da einen geregelten Gottesdienst und regelmäßige Kanzel-Vorträge haben, daß man uns „Blätter der Erinnerung" bietet? Gehört die nächste Vergangenheit bereits der Geschichte an? Liegt ihr Wirken und Schaffen schon so klar zu Tage , daß das Urtheil darüber ein sicheres, gültiges sein kann? — Es ist in der That so. Wir staunen wohl darüber, aber es ist eine Wahrheit, eine Thatsache! Nur einzeln find die Fälle, weit — leider — auch die Fortschritte isolirt dastehen, und darum ist es uns auffallend, wenn ein jüdischer Prediger seine Reden als Blätter der Erinnerung giebt. Hier ist es aber einer der thätigsten und geachtesten Koryphäen, der die Kanzel verlaffen, und das ist bedauernswerth! Es giebt in Israel noch so Vieles zu stützen, die frisch gehauenen Säulen haben immer noch keinen festen Grund, da sollten die Männer nicht zurücktreten, die die Erfahrung langer Jahre, die Achtung ihrer Eben so Midrasch Schir ha - Schirim zum Vers jniNi. Dnwjn nt^pno n rfo no rfa -pninDty nJ&Dn -pt^n p afo ruw ]no im “im nion dn) lon dn) cnDD npinw 7ns dxi ü'b'D uw DmD irw. 560 Gemeinde und ganz Israels für sich haben und deren Wort darum von so größerem Gewicht ist. Der Tempel in Hamburg ist ein Muster des neuen, bessern Gottesdienstes, der Gründer desselben, Dr. Kley, dessen Reden wir vor uns haben, hat an 25 Jahre darin gesprochen und gewirkt, und nun tritt er zurück, in der Kraft seiner Jahre, plötzlich und unerwartet, und viele sind es, die Trost und Beruhigung, Lehre und Gewinn gefunden haben in seinen Worten, und die seinen Rücktritt bedauern, und mit der reinsten Achtung und Liebe ihn auch ferner noch verehren. Die Predigten dieser Sammlung zeugen von dem Verluste, den Israel erlitten, wenn es hier noch eines. Zeugnisses bedurfte; auf jedem Blatte spricht sich die Liebe aus, mit der hier das Wort Gottes verkündet ward, die Liebe zu Israel, zum wahren. Judenthum, jede Seite zeigt, daß hier ein Mann spricht, der da erkannt hat, was Israel Noth thut und der mit vollem Herzen dahin wirkte; die Abschiedsrede ist ein Bild dieses ganzen Wirkens, die wir nicht ohne Rührung lesen. „Seid einig! sagt der Redner am Schluß. Dies sei meine letzte Ermahnung. Uneinigkeit und Parteigeist haben den ersten und zweiten Tempel zerstört: werden sie auch den dritten Tempel, dessen Herrlichkeit noch größer werden sollte und könnte, zerstören? Seid einig, meine Brüder und Schwestern! seid das Bündel Pfeile, das jener sterbende Vater seinen Kindern weihte, und Ihr werdet stark^ unzertrennlich, unzerstörbar sein; Ihr werdet durch Euch selbst und auf Euch selbst stehen können, und Euch von Andern abhängig machen nicht dürfen". Dies ist der letzte Wunsch eines Redners, der von seinem Amte scheidet! Glücklich wäre Israel, wenn dieser Wunsch bald in Erfüllung ginge. L. S., Literarische Ankündigungen. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. . [91.] Bei Heinrich Hunge r in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:. Urkunden zur Geschichte der Juden. In ihren Originalsprachen gesammelt und mit einer deutschen Uebersetzung versehen. Herausgegeben von Julius Fürst. Erstes Heft. Preis 10 gGr. Inhalt des Sabbath-Blattes Nr. 34« Die Religionsparteien im Judenthum. Ein Gedicht. (Schluß.) — Der Werkeltag und der Sabbat. Von Dr. SLeinheim. (Schluß.) — Skizzen einer Reise durch das Herzogthum Posen im Jahre 1843. (Fortsetzung.) — Lese- Zimmer. Gutachten über die Eidesleistung der Juden. Von Hirsch Chajes, Kreisrabbiner in Zolkiew. (Forts.) — Die richtige Aussprache des Namens Von A. Ink. Die Juden im XIV. Jahrhundert. Eine historische Skizze. (Das Jahr 1302.) — Vermischte Nachrichten. Leipzig. Paris. Berlin. Emden. Marokko. Tanger. Holland. Wien. Brünn, j Neapel. Langer. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nage l.

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