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Der Orient · 1844-08-20 · 34 (20.8.1844) · p. Spalte 535-536

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
34 (20.8.1844)
Date
1844-08-20
Page
Spalte 535-536 (sequence 4)
Language
German
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541 Studien. Literar. Ztnalekten. Manne das Weib seiner Jugend , der Quell des Segens, die Gazelle der Liebe, die anmuthvolle Gemse, deren Liebe ihn immer berauscht-o). — Sie ist der schönste Theil seines Lebens, und der Gewinn aller Mühe, wofür man sich mühet unter der Sonne * 2 *). Sie ist das Gut, das . man nur durch die Gnade Gottes erlangt22); sie erhält die Ehre des Mannes23), ist seine Krone, ist seine Lebensgenossin, das Weib seines Bundes2^), ein fruchttragender Weinstock23) im Innern seines Hauses. — Das süße Gefühl beglückender Liebe war es, das selbst den Patriarchen Isaak über, den Verlust seiner Mutter tröstete2 3). — Wo die Propheten das Verha'ttniß Gottes zur israelitischen Nation schildern, unterlassen sie es fast nie, in ihren Schilderungen das Bild treuer Gattenliebe anzubringen. Es ist der Eifer verletzter Gattentreue, mit dem sie den Abfall von Gott züchtigen; die Erinnerung warmer Jugendliebe, in der sie die versöhnende Gottesgnade ankündigen, und die völlige Hingebung der Gattin an ihren Gatten, in der sie das zur festen Treue an Gott wiedererwachende Gottesbewußtsein darstellen. Liegt in solchen Zeugnissen nicht die klarste Anerkennung der hohen und wichtigen Bedeutung der ehelichen Lebensgemeinschaft? Wo die Ehe Polygamie ist, da ist das Weib dem Manne hingegeben, nicht aber der Mann dem Weibe, und das Weib steht nicht viel höher als die Magd. -- Wie ganz anders bei den Hebräern. Die Gattin ist im.- Verhältnisse zum Gatten nach ihrer physischen Kraft die schwächere ihm untergeordnete; die sich ihm hingebende , aber nicht die Hingegebene; die von ihm angezogene27), aber nicht die seinem sinnlichen Begehren unterworfene, hingegen in ihrer sittlichen Würde ist sie ihm gleichgestellt, die gleich berechtigt^, das ist, Bein von seinem Bein, Fleisch von seinem Fleische23); er ist der Mann sie ist die Männin ni^N29). Die biblische Mythe von der Schöpfung des Weibes aus der Rippe des Mannes, so wie die spätere traditionelle Sage von dem Doppelgesichte, mit dem Gott den ersten Menschen geschaffen, verkörpert die Idee von der Einheit zweier Wesen, in welche die Menschheit, die in das männliche und weibliche Element, auseinander gefaltetest, sich wieder frei zusainmenschließt, und darin dem Einzelnen die Vollendung, Ergänzung seines Wesens in einem andern Wesen gicbt. Die durch die Ehe begründete Personeneinheit zwischen Mann und Frau galt für eine so innige und sich wechselseitig 20) Prov. V. 18. 19. 21) Koh, 9, 9. 22) Prov. 18, 17. 19, 14. 28) Prov. 11, 16. 24) Malegchi 2, 14. 25) Ies. 54, 5. 6. — 61, 10. 62, 5. Ierem. 31—32. — 3, 14. — 2, 2. 32. Hosea 2, 14. — 2, 28. Maleachi 2, 14. 26) Gen. XXIV. 67. 27) Gen. 111. 16. 28) Gen. II, 23. 29) Wie vira von vir und ptvdgis von avirjg. 542 ganz durchdringende, daß beide zu einem Leib, oder wie die Bibel sich ausdrückt, zu einem Fleische wurden, und in der Persönlichkeit des Mannes die des Weibes mitbegriffen ist. Daher wird, wo von der Theilnahme an den festlichen Freuden gesprochen wirb, des Sohnes, der Tochter, wohl auch des Knechtes und der Magd, nicht aber des Weibes gedacht, an die gewiß nicht wäre vergessen worden, wenn nicht die herrschende Ansicht von der Unteilbarkeit der in der Ehe liegenden Personeneinheit eine besondere Erwähnung des Weibes überflüssig gemacht hatte, da das Weib als in dem Manne enthalten vorgestellt wurde, und man kein häusliches Glück, kein Freudenfest ohne die Gattin, die treue Theilnehmerin der inneren und äußern Lebensentwickelung des Gatten und der ganzen Familie denken konnte. Sie war die Säule des Hauses (rron rnpy), auf der das Glück desselben ruhte, und in der sich die Gesammtheit des Familienlebens, des ganzen Hauses koncentrirte, daher Haus und Frau von Talmudisten als identische Begriffe betrachtet werden3"). Ihre Ehre sollte dem Manne mehr als die eigene gelten3 l), und wo es ihre Ehre galt, da war er, selbst zu einem seine Vermogenskräfte übersteigenden Aufwand angewiesen32). (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. Poetische Kleinigkeiten gesammelt von Leopold Dukes. I. ' 22N ^W’Vr CH V : TfTini netto "‘prty ck ' VN Vi2 7^ '2 : 7]T2 rnn n'ip2 njrn Dieses Gedichtchen findet sich anonym in einer alten Ausgabe des pjpn In einer später?. Ausgabe haben wir dasselbe nicht gefunden. Gelegentlich mag hier bemerkt sein, daß alle Gedichtchen , die sich im pjprj finden, bis auf dieses einzige aus den Machberot des Immanuel aus Fermo entnommen sind, welches beweist, daß der Verfasser des jüvi ntf ursprünglich diese Gedichtchen nicht iir sein 30) nmx ir rra. 31) Baba Mezia Bl. 84 a: -pHT Nr? lHn hm imn "pro.p^D nrro iw , wx TO33 THttW Jebamot Bl. 62 ht DN DHiNn ubw v nyrnDiN airon ify? »miß "IN? »TirDßm 1OM T’PHN. 32) Schabbat Bl. 84 h: nrw DIN h mw dö3 noDrw Boiw h mm nm niriD mw HDD m vom.

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