Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1844)
- Date
- 1844-08-20
- Page
- Seite 259 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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259 f Jedenfalls ist von den Herren Landrächen in solchen t *a({en bald Anzeige zu machen. \ Gegeben den 22. Juli 1844. I Königll J^egierung Abtheilung des Innern» t Ewald. I Berlin, Ende Juli. Am 28. Juli fand in Berl lin (Hamburgerstraße 24) die Einweihung der neuen | jüdischen Allerversorgungsanstalt für jüdische Greise und j Greisinnen über 60 Jahre statt. In kleinerem Maaßsülbe besteht das Institut schon seit 1829. Bei Ge- - ttgenheit der Huldigung für den jetzigen König wurden ^dessen 30,000 Thlr. an freiwilligen Gaben zusammen- ' geschossen, zu denen die Stadtgemeinde (Kommune) noch i aus freiem Antriebe 2000 Thlr hinzusügte. Auf einen; m §etnemann komponirten Gesang folgte die Einweihungsrede des Vorstehers Dr. Veit und der Segm des Rabbinatsassessors Oettinger. — Für jetzt ’ sind 9 Männer und 10 Frauen ausgenommen. Emden, 3. Juli. Ein Emdner Blatt enthält folgende Mittheilung: Nicht in Erdengütern, nicht in Erdenmacht, Blühet dir des Lebens wahre Pracht — Nur in meinem Geiste, Erdensohn l Spricht der Herr, liegt Himmels hoher Lohn. Nach Zacharias 4, V. 6. Am heutigen Tage fand die Grundsteinlegung zu dm Neubau eines Lokals für die jüngst ins Leben getrctenc Gemeindeschule der hiesigen israelitischen Jugend statt. Die .Handlung ging nicht ohne die ehrwürdige Feierlichkeit vorüber und wurde durch die verehrliche Anwesenheit des Wohllöblichen Magistrats, repcasentirt durch die Heiden Herren Bürgermeister, der löblichen Stadtverordneten, vertreten durch eine Deputation der Herren L. van Am er e n und G. F. Holtze, die sich sämmtlich Ms der Baustatte, allwo dieselben vom Herrn Landrabbiner, dem lobt. Gemeindevorstand und der Schulkomwission, denen sich viele andere Gemeindemitglieder und verschiedene Schaulustige anschlossen, erwartet wurden, M bestimmten Zeit einfanden, zu einem wahren Akt der Herzerhebung gestaltet. — Die erste Steinlegung tvttd dem Herrn Bürgermeister Suur zu Theit, der sich bei dieser Gelegenheit in den humansten Ausdrücken und Wünschen für das segensreiche Gedeihen dieses bedeutungsvollen Unternehmens, so wie für dasjenige der Wohlfahrt der hiesigen Gemeinde im Allgemeinen aussprach. Der Herr Bürgermeister Kettler folgte seinem Hm. Amtsgenossen mit der Legung des zweiten Grundzins und vereinigte mit dessen Aeßerungen und Wünschen auch die seinigen. Unserm hochwürdigen Landrabbiner Hirsch folgten sodann die Stadtverordneten L. van ^meren und G. F. Holtze, die Herren Parnassen I. Nordheimer, S. M. Valk, I. I. Pels Jun,/ n^|t den übrigen Gliedern des Gemeindevorstandes, sodann der Präses der Schulkommission, Hrn. S. M. Leers, mit den andern Gliedern derselben, wobei ein Jeder seine feierlichsten Wünsche für die Förderung dieses edlen Strebeus zu erkennen gab. — Mit einer dem Sinne der Feierlichkeit entsprechenden Homilie, gestützt auf den imMotto angegebenen Text, Zacharias 4, V. 6, beschloß der Herr Landrabainer diesen würdevollen Akt und verfehlte auch bei diesen Kasualien nicht, durch sein rhetorisches Talent den tiefsten Eindruck auf die Gemüther aller Anwesenden zu machen. — Ueberhaupt aber muß jedes Gemeindeglied zu den dankbarsten Gefühlen sich vorpstichtet halten gegen diesen unfern würdigen Seelsorger, der in der kurzen Zeit seines Wirkens unter uns so Vieles gethan, der mit Eifer und Liebe jede heilige Sache ergreift und sie trotz der sich hier und da zeigenden Klippen, zu einem erwünschten Ziele zu führen weiß. Die Errichtung dieses Schulgebäudes, wozu die heutige Feier die freudige Veranlassung, auch dieses ist sein Werk, und muß gleich dem seines seligen würdigen Vorgängers, der das nun in Pracht stehende Gotteshaus ins Leben rief, mir lebhaften Zügen in die Geschichte unserer Gemeinde-Angelegenheiten eingetragen werden, so wie es gewiß von den spätesten Enkeln wird gewürdigt werden. — Nicht minder Dank und Anerkennung gebühren indeß unserer Wohllöbl. Ortsobrigkeit, die außer ihrer anerkannten Geneigtheit, das Wohl der israelitischen Gemeinde zu fördern, wiederum ihre ganz besondere Theilnahme dadurch bethatigte, daß sie derselben eine fortlaufende jährliche Dotation zur Unterstützung dieses neubegründeten Schulwesens bewilligte. — Möge daher dieses neuerrichtete Institut ungestört fortbestehen! Möge es aufblühen im Geiste des Herrn und stets wirken als belebender Impuls für Religion, Bildung und Eivilisation! Möge der Himmel, durch dessen Hilfe allein.es ins Leben zu treten vermochte, dasselbe zum ewigen Heil erhalten. S. Berlin, 1. August. (Schluß.) Außerdem hat der Vorstand in Betreff der 1841 von ihm gestellten Preisausgabe, deren Lösung bis jetzt nicht erfolgt war, nicht geglaubt, auf eine solche ganz verzichten zu dürfen, da eine befriedigende Arbeit der Art nicht minder für die praktische Gestaltung unserer Verhältnisse von Wichtigkeit sein dürfte, wie für die Wissenschaft) vielmehr suchte er nur die Schwierigkeit einer solchen Aufgabe zu mindern, und stellte also als neue Prcisaufgabe „Eine historische Uebersicht von dem Rabbiner- und Predigerwesen seit dein Jahre 1762. — mit einer Einleitung über die früheren Zustände und einer Darstellung der Bedürfnisse der Gegenwart. Außer dieser wurde aber noch eine zweite Preisaufgabe gestellt, durch deren Lösung einem dringenden Bedürfniß abgeholfen werden würde, nämlich die Verfassung eines, zum Unterricht für Lehrer und zur Leetüre Gebildeter geeigneten Handbuchs der jüdischen Geschichte und Literatur von Alexander dem Großen bis auf unsere Zeit.'^ Jeder gekrönten Arbeit 34 *