Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 33 (13.8.1844)
- Date
- 1844-08-13
- Page
- Spalte 523-524 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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523 524 Studien. Geschichte der Israeliten in Hohenzollern-Hechingen. Israelite tröstet sich so gerne mit den Worten: „Ihr habt cs böse gemeint, Gott aber hat es gut gemeint." II. Von dem Kirchenwesen. Dasselbe entsprach dem Zeitgeiste. Unter den ersten, diesseits ansässig gewesenen Israeliten war ein Rabbiner, welcher einzeln in dem Dorfe Steine wohnte. Als sich die Gemeinden vermehrten nahmen sie im Jahre 1745 R. Netanel Weil,") Appellanten in Prag, zum gemeinschaftlichen Rabbiner des Schwarzwaldkreises auf. Er hatte seinen Wohnsitz Ln Mühringen. Aber schon 1751 wurde er zu Baden-Durlach ausgenommen. Hierauf wurde R. Simon Flehingen ") einstimmig gewählt. Er war ungewöhnlich beliebt und genoß eine ausgezeichnete Verehrung. Er erhielt einen Ruf nach Darmstadt, welchen er annahm. 14) 1770 folgte ihn R. David Dispeck, ") früher Handelsmann und dann Rabbinats- Beisitzer in Fürth, im Amte nach. Er hatte eineZzahlreich besuchte Schule, und hielt sehr viele gelehrte und witzige Vorträge in den verschiedenen 12) Laut des Nachwortes zu seinem in Karlsruhe (1755) herausgegebencn Werke: plp 502 S. in fol. Er stammte von R. Jakob Weil in Nürnberg ab. Sein Großvater wurde mit seinen Söhnen und andern Glaubensgenossen aus Stühlingen, einer an der Donau und dem Schwarzwalde, zwischen dem Vreisgau und Nellenburg in Vorderöstreich gelegenen Landgrasschaft, vertrieben. Darum wurde er der Deutsche genannt. Das Werk enthält Scholien zu dem über 14 Talmud-Tractate aus D'tWl, IjflO'D. 3« bemerken dürften die Lesearten noch sein, deren er auf der vorletzten Seite gedenkt. Er las nämlich im Targ. Onkelos zu Mos. 3, 26, 6: ppiNn ])TJP N5? , statt: N1? , weil sonst der Segensspruch ein Fluch sek. Diese Konjectur fand er auch zu seiner Freude in einem mehrere hundert Jahre alten handschriftlichen Pentateuch zu Pfersee bei Augsburg bestätrigt. Dort fand er auch einen auf Pergament geschriebenen Talmud, Tr. Berachot 34 a die Leseart:;rn NDDPn Nl'in m Nropn ^nn 'DN Diese Leseart scheine auch Raschi vor Augen gehabt zu haben, da dessen Interpretation auf keine Weise mit der Leseart in den gewöhnlichen Ausgaben: n"TI N.mvn in Uebereinstimmung gebracht werden könne. Nach seinem Tode wurden aus hinrerlassenen Papieren zwei kleinere Schriften von seinem Sohne Simon Hirsch herausgegeben : D^n DVtf (Fürth 1779, 46 S. in 4.) enthält critische Scholien des?u) tf'o zum;n"N, und nnn (Fürth 1795, S. 102) 1 Absch. R^ G. A. 2 Absch. Mittheilungen aus Vorträgen über die Wochenabschnitte des Pentateuchs. 12) Gewöhnlich: Flegenheim (wie er sich Unterzeichnete), Name eines Dorfes bei Breiten in der bad. Pfalz. 14) Als Grund wird angegeben: ein Metzger, dem er nicht einen Bescheid nach Verlangen ertheilte, ging ihm mit dem Messer zu Leibe. Er entsetzte sich und legte öffentlich das Gelübde ab, nicht mehr acht Tage im Orte zu bleiben. Nach drei Tagen wurde er nach Neustadt berufen. 15) Name eines Dorfes bei Neustadt an der Aisch. Synagogen seines Rabbinats-Bezirkes.") Er zog als Klausrabbiner nach Metz.; Sein Scheiden hinterließ große Zwietracht. Die Gemeinde in Mühringen kannte seinen von ihm als Nachfolger empfohlenen Schwiegersohn N. Jacob Samuel aus Fürth nicht an. 17) Daher wurde er nur in Nordstetten, ") in Mühringen aber R. Abraham Veil, 10) und in Hechingen, wo ein Privatmann, R. Abraham Epstein, zu funktioniren bisher ermächtigt war, R. Löb Aach, -°) als Rabbiney ausgenommen. In Buttenhausen versah ein Vorsänger den Dienst eines Rabbiners. In Buchau sollen immer selbstständige Rabbiner gewesen sein. Aach war, nachdem er die Schule des R. Ezechiel Laydau in Prag verlassen hatte, 21) Caulla'scher Hauslehrer geworden. Er unterrichtete aber auch andere Jünglinge stpie z. B. meinen Vater Wolf Mayer und Aron Liebmann, später k. k. östreich. Hoffactor, 22) die er veranlaßt, zu Fuße auf die Hochschule nach Prag zu reisen. (1783.) Solche Umstände müssen hervorgehoben werden, um zu zeigen, mit welcher Genügsamkeit und Anstrengung unsre Väter dem Studium der Theologie sich ergeben hatten. (Fortsetzung folgt.) 16) Gesammelt nach den Wochenabschnitten in dem von ihm zu Baiersdorf als Baireuther Landrabb. heraaögegebenen Werke: (Sulzbach 1786 S. 488 in Fol.) Der gute Mann beantwortete so viele über aufgeworfene Fragen und Bemerkungen, als Tage im Sommerjahre sind. Eine talmudische Dissertation und ein R. G. A. von seinem Schwiegersöhne, nebst einem von seinem Enkel Moses bei Gelegenheit seiner Verehelichung in Fürth gehasteten Vortrage, sind dem Werke beigedruckt. 17) Wegen unbesonnener, hochmüthiger Aeußerungen der Schwiegermutter, in Gegenwart der versammelten Vorsteher der Gemeinde. 18) Er wurde später Krabbfelder Krelsrabb. zu Burgpreppach, und starb als Privatmann bei seinem genannten Sohne Moses Schwärzwälder in Fürth ifl sehr hohem Alter. 19) Sohn des Rabb. Tiah zu Karlsruhe, also Enkel des R. Netanel Weil. Er starb als Rabb. zu Pfalzburg im Großh. Baden. Ihm folgten: 1) R. Abraham Ris, der als Rabb. zu Lengnau in der Schweiz starb) 2) mein gewesener Schwiegervater R. Gabriel Adler, jetzt in Oberndorf, und .3) mein Freund, Herr Dr. M. Wassermann. 20) Name eines Dorfes in Rheinpreußen. 21) Auf die von ihm an R. Ezechiel Landau aus der Kasuistik gestellten Anfragen wurden einige Gutachten abgegegeben und in dem rnirps yi).) mitgetheilt. Auch in der neuen Folge (Prag 1811) befinden sich zwei auf den Grund seiner Relationen v. R. Samuel Landau abgegebenen Gutachten (Th. I, Nr. 82, und Th. 11. Nr. 22.) 22) Bei seiner Anwesenheit in Wien widmete ihm Ben- Seeb den zweiten Theil des tyrTN.