Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1844)
- Date
- 1844-08-13
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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hach, ging das Direktorat von Hrrrn Dr. Zunz auf mich, Üc Protokollführung von mir auf Herrn Dr. Berend und > das Kassireramt von Herrn Geheimrath Meyer auf Herrn >' Seemann über, während die Aemter des Sekretairs, des L Bibliothekars und Kassenkontrolleurs in den Händen der Her- : rm L e s s e r, Rebenstein und C. H e y m a n n verblieben. Der so konstituirte Vorstand versammelte sich im Laufe \ des Jahres 14 Mal in Plenarsitzungen, von denen jedoch 2 unvollzählig blieben, und daher nur durch nachträglichen Beil tritt der ausgebliebenen Herren Vorstandsmitglieder beschluß- | Mg wurden. Außerdem waren 26 Kommissionen zur Be- | nchterstattung über die eingegangenen Gesuche und Anträge | beschäftigt, indem überhaupt 26 Gesuche eingingen, von denen I 5 ohne Wahl einer Kommission erledigt wurden, während f noch 5 Gesuche aus dem vorhergegangenen Verwaltungsjahre | crst in dem zuletzrverflossenen ihre Erledigung fanden. || Von diesen Gesuchen wurden vollständig oder vorläufig Mlckgewiesen 14, und zwar:; 3 um Herausgabe von Manuskripten, ö von jungen Malern und Lithographen um Unterstützung zur Fortsetzung ihrer Studien, 4 von Autoren, um Abnahme einer Anzahl Exemplare von ihren Werken, 1 von einem Erfinder und 1 von einem Geschäftsunternehmer. Berücksichtigt wurden: 1. die beiden jungen Maler Loewenthal und Sachs, forderen besondere Fähigkeit hinreichende Bürgschaft vorlag, ' lütb von denen der erstere uns durch ein zur Verlosung kom- < müdes kleines Oelbild bereits eine erfreuliche Probe seines I Fortschritts in der Kunst gegeben hat. 2. die beiden Damen Henriette und Caroline Loewe L cms Danzig, die sich in Berlin zu Sängerinnen ausbilden, o über deren Tüchtigkeit und Würdigkeit die gewichtigsten Zeugnisse vorliegen. \ 3« der talentvolle Knabe Otto Friedberg, der nach i. dem Urtheil anerkannter Sachverständigen die Hoffnung ge- : 'vährl, sich zum tüchtigen Klaviervirtuosen auszubilden, durch? Bestreitung der Kosten zur Miethe eines guten Flügels, j. 4. Die Schriftsteller Dr. Loewenthal, A b r. G i n s -? derg und Krakauer durch Ankauf einer Anzahl von Exem-; plaren ihrer gemeinnützigen und gelehrten Werke. (Physiologie des freien Willens. Kimch i und Widerlegung von Dr. Frän- : Eels „Unmöglichkeit der Emanzipation." 5. Der Komponist einer Partitur für die Gesänge des jü- - dsschen Gottesdienstes, welche nach sorgfältiger Prüfung als : ein wuchtiges, wenn auch nicht in allen Beziehungen genügen-; ^brk erkannt wurde, durch 75 Nthlr., als Unterstützung j'Herausgabe seines Werkes. Als der Verfasser desselben ^6ab sich nach Eröffnung der versiegelten Adresse der Vor- ' Saloman in Kopenhagen, der Vater des jungen s ^Eponisten, den wir im Jahre 1841 bei der Herausgabe seiner Kompositionen unterstützt hatten, und der jetzt bereit mit Komposition größerer musikalischer Werke beschäftigt ist. 6. Der junge Musiker Herman Simon aus Dessau, über dessen Befähigung sich die beigebrachten Zeugnisse sehr günstig aussprachen, durch 40 Rthlr. zur Fortsetzung seiner Studien. 7. Die Herren Landshut und Fränkel durch eine vorläufige Unterstützung von 40 Rthlr. zur Fortsetzung ihrer Arbeiten für die Herausgabe und Kommentirung eines der ältesten und wichtigsten hebräischen Werke: Megillat Taanot. 8. Der würdige und durch vielfache Leistungen bekannte Schriftsteller Fürstenthal in Breslau, durch 50 Rthlr. als Anerkennung für seine bisherigen und zur Aufmunterung für künftige Leistungen. 9. Der bereits vielfach anerkannte junge Gelehrte Dr. Cassel, der sich durch seine Theilnähme an der Herausgabe des Kusari und, andere kleinere Aufsätze schon eine würdige Stellung in der Gelehrtenwelt errungen, und gegenwärtig mit den Vorarbeiten zu seinem großen Unternehmen „einer Realeneyklopädie der jüdischen Wissenschaften" beschäftigt ist, erhielt 50 Rthlr. zur Förderung seiner wissenschaftlichen Studien. 10. B erl Goldberg, ein Pole, der seine Familie und seinen Wohnort verließ, um in Deutschland sich den Wissenschaften zu widmen, und hier ohne alle Vorkmntnisse und Unterricht durch eignes Studium sich so bedeutende Kenntnisse in der Mathematik erwarb, daß er uns nicht nur die glänzendsten Zeugnisse der ersten Mathematiker unserer Zeit, sondern auch einige bereits gedruckte Werke und Manufltipte vorlegen konnte, durch welche nach dem Urtheil Sachverständiger die Chronologie und Mathematik, besonders in ihrer, praktischen Anwendung wesentlich gefördert wurden. Es erhielt derselbe eine einmalige Unterstützung von 30 Rthlr. und außerdem ein monatliches Stipendium von 8 Rhlr. Ich habe nicht angestanden, ja ich habe es für meine Pflicht gegen Sie, meine geehrten Herren, gehalten, Sie mit den Namen derjenigen bekannt zu machen, die wir durch Ihre uns anvertrauten Mittel in ihren wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen zu fördern Gelegenheit nahmen, aber auch für eine Pflicht gegen diese selbst z denn wenn unsere fördernde Hilfsleistung nicht den Schein einer gewöhnlichen Unterstützung gewinnen soll, so muß hier die Oeffentlichkeit eben so sehr gesucht werden, als sie dort vermieden wird, damit unsere Thar sich als das zu erkennen gebe, was sie ist, als eine Anerkennung verdienter Männer, als eine Ermunterung hoffnungsvoller Jünger der Kunst und Wissenschaft. Ferner ist mit Beginn dieses Jahres unsere nun schon etwas mehr erstarkende Bibliothek und das, mit allen bemerkenswerten Novitäten im Gebiete jüdischen Jntreffes versehene Lesezimmer den Herren Mitgliedern zugänglich gemacht*), Hier möge der geehrte Herr Direktor uns die Vermuthung erlauben, daß er selbst nicht das Lesezimmer stark besucht haben möchte. Das Lesezimmer ist nicht nur nicht