Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-08-06 · 32 (6.8.1844) · p. Spalte 505-506

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
32 (6.8.1844)
Date
1844-08-06
Page
Spalte 505-506 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8555529-9890798-9890833--3656-3530542
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

505 Studien. Geschichte der Israeliten in Hohenzollern-Hechingen. Bon Dr. Mayer. 506 10 und die Largumim unterstützte Vermuthung ausgesprochen, daß nuu , yy nam , nbo und pi eine einzige große Stadt ausgemacht, so nämlich daß Ninive zuerst erbaut worden sei, dann sei -yiyn nram —• das das j. Largum richtig mit Nmpl plateae u» bis übersetzt — um.(rpDDD) dasselbe errichtet worden und später wären rfe Md p-) hinzugekommen. Diese Vermuthung wird durch die Ausgrabungen von Botta in CHorsabad bestätigt. Die A. A. Z. (Beilage Nr. 209, Artikel Konstantinopel) berichtet nämlich, daß „die neueste Entdeckung von Botta ist, daß der Hügel mit Ninive in Verbindung stand, und daß „m diesem Falle wäre das Viereck, das gegenwärtig noch mit einem Wall umgeben ist und den Hügel von Jonas enthält und das man gewöhnlich für die ganze Stadt Ninive nahm, wahrscheinlich nur die große Hofburg gewesen, während sich die Stadt bis in die Hügel von Chorsabad erstreckt hätte und in einer Länge von 5 Karawanenstunden, und so wäre begreiflich, daß der Prophet Jonas 3 Tage in der Scadt gewandelt habe, was man bei der sehr mäßigen Oberfläche des Vierecks am Tigris nicht begreifen könnte, wenn diese -die ganze Stadt enthalten hätte." Der Talmud a. a. O. ist «ein deutlicher Beleg dafür. Ink. Literarische Nachrichten und Miseellen. Weniger dürfte das kunstvolle Schreiben, das der berühmte Jbn-Esra aus der Fremde an seine Söhne geschrieben haben soll, bekannt sein. Es bekundet eine seltene Kunstfertigkeit und Sprachgewandtheit, und ist meines Wissens noch nirgends im Druck erschienen. Die Leser werden mir gewiß für dessen Mittheilung Dank wissen. Es lautet: ,/o n:rt?N mt&w , wim wn ub O dd'qnd ijn HyiD iO". So einfach und ungezwungen diese Zeilen stylisirt sind, so merkwürdig muß es erscheinen, daß sie rückwärts gelesen, denselben Sinn, ja dieselben Worte HIN FV1 fcO wieder geben. — * * * Das vielbesprochene Epitaph Efraim Luzzatto's, das im Hebräischen und Italienischen gleich lautet: „Ah i’uom =. „misero e DNn Hi u. s. w. (kZne - daneu,-im Luzzatto's, S. 42) ist — wer sollte es glauben? — ein Plagiat, das größtentheils dem bekannten A. da Modena zum Verfasser hat. Schon Basnage (histoire des juifs, Tom. IV) citirt und rühmt einige Stellen aus diesem Gedichte da Modencr's.") Dr. M. Letteris. *) Hr. L. scheint im Jrrthume. Das Gedicht da Modena's ist ein anderes. Red. Geschichte der Israeliten in Hohenzollern-Hechingen. (Fortsetzung.) In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden aber auch in diesen Orten harte Verordnungen gegen sie erlassen, besonders in der Grafschaft Haigerloch, die ein Oberamt des FürstenthumsjHohenzoller-Sigmaringen bildet. Raphael, Sohn Benjamins aus Buchau, zog von Haigerloch, wo er Landvorsteher war, nachHechingen. Hier regierte Joseph Wilhelm (1750—1798), ein Neffe des vorigen Fürsten. Unter der Regierung der Kaiserin Maria Theresia stand er in österreichischen Kriegsdiensten. Er verlobte sich in Wien mit einer Prinzessin Marie von Spanien, welche Hofdame bei der Kaiserin war. Sie machte zur Bedingung ihrer Vermählung mit ihm, daß er alle Israeliten aus seinem Gebiete verweise. Schon hatten sie Anstalten zur Auswanderung getroffen, und zum Theil schon ein Unterkommen in andern Staaten erhalten, als die Nachricht einlief, daß die Fürstin auf der Reise plötzlich erkrankte und gestorbeu sei. In Folge dessen wurden sie wieder geduldet. Auf die Verwendung Raphael's wurde unterm 29. März 1754 der zweite Schutzbrief, zum Zwecke ihrer Niederlassung in der £ Stunde von hier entfernten Friedrichstraße, ausgestellt. Dort war eine Kaserne, welche ihnen gegen Entrichtung eines festgesetzten Miethzinses, zur Bewohnung eingeräumt wurde, und die sie im Jahre 1814 käuflich an sich gebracht haben. 6) Sie erbauten auch einige Häuser und 1761 eine geräumige Synagoge. So entstand ein Hof, der ein Viereck bildet, und nur von Israeliten bewohnt wird. In Hechingen dursten nur zehen Israeliten wohnen, um den Gottesdienst abhalten zu können. Der Aufenthalt der unstet . umherirrende Gäste (DTntt) wurde aus Sanitäts-Gründen lange nicht gestattet, was den ansäßigen Glaubens-Genoßen großen Kummer verursachte, denn sie glaubten, daß, da sie selbst nur auf unbestimmte Zeit geduldete Wanderer seien, sie nur Ruhe und Schutz für die den Wandereren zu erzeigende Gastfreundschaft erhalten werden. Mit vieler Mühe und großen Kosten wurde 1760 die Erlaubniß zur Einrichtung einer sogenannten Schlafstätte in der Friedrichsstraße ausgewirkt. Die Gäste aber durften die Stadt nicht betreten, sondern die Gaben und Speisen mußten ihnen zugesandt werden. 6) Schon auf den Dörfern hatten sie das Recht, eigene Häuser zu besitzen, denn nach dem Tode meines Urgroßvaters Lazarus in Steinhofen verkauften sein Bruder Samuel und seine Söhne Mayer und Herz, laut noch veryandener Urkunden, ihre Wohnhäuser. Samuel und Herz zogen nach Hechingen, wo sie gleichfalls Häuser kaufen dursten, laut eines vorliegenden Kaufbriefes vom 3. Januar 1759, und Mayer, mein Großvater, zog nach der Friedrichstraße. Hinter Bechtoldsweiler wird noch eine große Fläche vor dem Walde „die Judenwiese" genannt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.